Biels nächstes Verteidigertalent heisst Delémont

15.4.2019 - Von Fabian Lehner

Noah Delémont ist einer der Spieler im nächsten Draftjahr 2020 mit guten Chancen. Wenn er eine gute U18-WM spielt, könnte er sogar in der Rangliste nach oben rasen und in einer der ersten Runde gezogen werden. Wir sprachen mit ihm vor der Abreise in den Norden.

Noah Delémont freut sich auf die Zeit mit der U18-Nati. Am Donnerstag beginnt im Norden Schwedens die U18-Weltmeisterschaft.

«Wir haben bereits jetzt im Vorbereitungscamp viel gearbeitet und ich freue mich auf die Spiele in Vierumäki gegen die USA und die Slowakei», sagt der Verteidiger, welchem das Selbstbewusstsein anzuhören ist. Selber war er bis jetzt noch nicht im hohen Norden. Er freut sich darauf die Kultur in Schweden kennenzulernen, weiss aber noch nicht allzu viel über das Land. Es habe eine schöne Landschaft meint er. «Die Schweden haben gute Tennisspieler und vor allem sehr gute Eishockeyspieler.»

Zum Turnier selber in Umea nimmt er auch klar Stellung. «Ich weiss, dass viele Scouts vor Ort sind und wenn man ein gutes Turnier spielt, dass nur gut für einen selber ist. Aber das ist kein Druck für mich. Das motiviert mich nur zusätzlich», sagt er mit tiefster Überzeugung. «Es ist eine Ehre für alle die Nati zu vertreten und wir dürfen uns glücklich schätzen, vor so einer grossen Kulisse zu spielen.» Gute Chancen hat er sowieso im übernächsten Draft. Ein gutes Turnier wird ihm aber sicher helfen. Gelobt wird von seinen Beobachtern sein offensives Talent, sein Mut mit der Scheibe, auch wenn er es dabei manchmal etwas übertreibt und sich in schwierige Situationen bringt. Vor allem in der defensiven Zone. Er überzeugt im Powerplay als Passer und hat einen guten Handgelenkschuss. Verbessern muss er sein Schlittschuhlaufen und sein defensives Spiel.

Er hat auch eine klare Vorstellung, was es an diesem Turnier als Team braucht. «Schaut man auf die letzten Turniere, sieht man, dass wir vor allem ein Spiel gewinnen müssen. Gegen Weissrussland. Normalerweise entscheidet diese Partie darüber, ob man in die Abstiegsrunde muss, oder ins Viertelfinale kann. Dort wollen wir hin», führt er aus. Und wenn man mal im Viertelfinal steht, will man diesen auch gewinnen. «Aber wir schauen von Spiel zu Spiel und müssen hart kämpfen in jedem Spiel.» Eine reife Aussage für einen noch nicht 18-Jährigen.

Fehlen wird dafür sein bisheriger Zimmerpartner Théo Rochette. Der Kanada-Schweizer hat sich für Kanada entschieden, ist aber noch nicht für die Kanadier spielberechtigt, da er zwei Saisons für sein Land seiner Wahl gespielt haben muss.

Delémonts Mutter kommt aus Indien und sein Vater aus der Schweiz. Da sein Vater auch nicht viel mit Hockey am Hut hatte, war sein Weg als Hockeyspieler nicht vorgezeichnet. Erst als er ein Spiel seines Onkels Julien Boillat schaute ging es los. Als sein Bruder Quentin in die Hockeyschule ging, folgte Noah ein Jahr später. «Ich habe viel mit meinem Bruder gespielt. Das hat mir sehr viel geholfen in meiner Entwicklung», sagt er. In seiner Juniorenzeit hat ihn besonders sein Mini Top Trainer geprägt: «Sven Rick hat mich immer gepusht und mir beigebracht, dass ich mich selber pushen muss. Ich habe mir dazu viele Gedanken gemacht in dieser Zeit und bin als Spieler sehr gereift.»

Die Fähigkeit sich selber zu pushen, streichen immer wieder Trainer von herausragenden Spielern heraus. Roman Josi oder Nico Hischier als Schweizer Beispiele. «Roman Josi bewundere ich für seine Ruhe am Puck. Grundsätzlich gefallen mir P.K. Suban und Erik Karlsson als Spieler. Ich möchte gerne auch einmal ein solcher Spieler wie die zwei werden.»

In Biel hat er bereits eine offensive Rolle im Team. Er ist sehr zufrieden mit der Saison, nur schade sei es, dass sie bereits im Viertelfinale ausschieden bei den Elite-Junioren. Er hebt aber sofort seine persönliche Entwicklung hervor. «Ich hoffe, ich habe einen Schritt nach vorne gemacht im letzten Jahr. Das Umfeld mit dem Stadion und der ganzen Anlage in Biel ist top. Ich durfte auch schon einmal mit der 1. Mannschaft trainieren. Antti Törmänen kenne ich aber noch nicht wirklich», sagt er. Törmänens Sohn Aaro dafür wesentlich besser. «Er ist mein Defensivpartner und wir verstehen uns gut auf und neben dem Eis», sagt er. Törmänen wird ihn bestimmt kennen. Er machte sich bereits in Finnland einen Ruf junge Spieler gut auszubilden. Bewiesen hat er das beispielsweise mit Miro Heiskanen und dieses Jahr in Biel mit Janis Moser. Die Zeichen stehen also gut für Noah Delémont. Wenn er nicht direkt nach Übersee geht, wird er eine Chance bei Biel früher oder später bekommen.

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Delémont

Noah Delémont haut beim Hlinka Gretzky Cups in Edmonton im August 2018 den Kanadier Kirby Dach um. Foto: Andreas Robanser