U18-WM: Umea wartet auf Schweizer Rudel

5.2.2019 - Von Fabian Lehner

Die U20-WM ist vor einigen Wochen vorbei gegangen mit einem hervorragenden Resultat der Schweizer mit dem 4. Platz. Bevor es für die Männer mit der WM in der Slowakei weiter geht, steht im April die U18-WM in Schweden vor der Tür. Letztes Jahr verpasste man die Viertelfinal-Qualifikation und musste in die Abstiegsrunde. Dies will man in diesem Jahr vermeiden. Es wird aber auch dieses Jahr kein Selbstläufer. Die Schweiz bestreitet ihre Gruppenspiele in Umea im Norden Schwedens.

Die Saison für die U18-Mannschaft der Schweiz begann im Sommer wie jedes Jahr mit dem Hlinka Gretzky Cup. Resultatmässig war es keine berauschende Leistung des Teams. Mit einer 5:0 und 10:0 Niederlage gegen Schweden respektive Kanada waren es nicht wie so häufig auch ehrenvolle Niederlagen. Es gab also viel zu analysieren für das Team rund um Paterlini. In Zuchwil konnte man im Dezember die ersten Früchte dieser Analysen sehen. Auch wenn das Fünf-Nationen-Turnier ein nicht ganz so hohes Niveau hat, haben die Schweizer stark verbessert gezeigt. Die Mannschaft konnte mit allen Teams mithalten und vor allem die Torproduktion massiv Steigern. «Es ist ein Prozess, welcher mit dem Hlinka-Turnier begann. Dort hat sich gezeigt, dass wir viel lauffreudiger und aggressiver auftreten müssen», zieht Thierry Paterlini Bilanz. «Wir haben uns in diesem Bereich klar steigern können. Positiv stimmt mich auch, dass wir 13 Tore in diesen vier Spielen erzielten.» Als besondere Marke für die Steigerung dürfte der 3:0-Sieg gegen Deutschland herhalten. In den letzten Jahren hat man desöfteren gegen Deutschland verloren. Siege sind auf dieser Altersstufe alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

Es wurde also bereits ein grosser Sprung in diesem Bereich erreicht. Mit welchem Mittel ist dies Thierry Paterlini gelungen? Er arbeitet gerne mit Bildern – in dieser Saison mit der Visualisierung eines Wolfsrudels: «Ein einzelner Wolf alleine hat es schwer. Nur im Rudel ist er stark. Genau so geht es uns im internationalen Eishockey. Nur zusammen können wir uns behaupten.» Wir finden das Wolfsrudel passt auch in den hohen Norden. Wölfe fühlen sich wohl in den schwedischen Fjällen. Ein gutes Omen für die U18-WM, könnte man hoffen.

Zum Schluss dieser ersten Vorschau auf die U18-WM kommt noch eine persönlicher Kommentar: Im Sommer machten die Resultate der Schweizer noch arg Bauchschmerzen. Diese wurden mit dem potenziellen Nationenwechsel von Theo Rochette nicht kleiner. Der wohl talentierteste Spieler der Schweiz in diesem Jahrgang könnte in Zukunft das Ahornblatt auf der Brust zutragen. Keine guten Vorzeichen also. Nachdem Betrachten der Resultate und dem Besuch des Turniers in Zuchwil sind diese Bauchschmerzen kleiner geworden. Einige Spieler sind positiv aufgefallen und wie jedes Jahr schafft es Thierry Paterlini, in relativ kurzer Zeit, seine Jungs auf das internationale Eishockey zu trimmen. Besonders positiv aufgefallen sind Yves Stoffel und Simon Knak. Besonders Ersterer hat sich auch bei den Scouts in Erinnerung gespielt. Einige dieser Talentspäher schoben dem Lob aber sofort den Zusatz nach, dass das Niveau in Zuchwil nicht überragend sei. Wie immer werden wir einige dieser Spieler vor der U18-WM oder im Verlauf dieser vorstellen. Es könnte eine Zangengeburt werden um die Viertelfinal-Qualifikation. Dennoch stimmt die Entwicklung des Teams positiv und wir hoffen auf eine tolle WM.

Background-Portal

Paterlini

U18-Nationaltrainer Thierry Paterlini hinter der Bande an der letztjährigen U18-WM. Foto: Andreas Robanser