Burger: Von der Ersatzbank ins Haifischbecken

5.1.2019 - Von Pascal Zingg

Die Schweizer U20 hat heute die Gelegenheit im kleinen Finale eine Bronzemedaille zu gewinnen. Eine solche Medaille wäre für unser Land eine grosse Leistung. Gab es doch bisher nur eine U20-Mannschaft, die ebenfalls eine solche Auszeichnung erspielte. Trotz grosser Enttäuschung war es Spielern wie Verteidiger Gianluca Burger klar, dass man nun nach vorne schauen muss.

«Vielleicht waren wir mit den Gedanken schon im Finale. Anders kann ich mir jedenfalls nicht erklären, wieso wir im Halbfinale derart schlecht gestartet sind», meinte Gianluca Burger nach dem Spiel. Es war offensichtlich, dass man dieses Spiel so schnell wie möglich abhaken muss. «Wahrscheinlich werden wir uns das Video nochmals anschauen um etwas Positives aus diesem Halbfinale mitzunehmen. Aktuell weiss ich jedoch nicht, ob wir tatsächlich positive Dinge finden werden», gab sich Burger kritisch.

Ist das Spiel gegen Finnland einmal abgehakt, gilt es sich sofort aufs Bronzespiel zu fokussieren. «Wir haben in Vorbereitung und Vorrunde bereits zwei Mal gegen die Russen gespielt. Wir wissen also ganz genau, wie sie im kleinen Finale auftreten werde», erklärt der Verteidiger. Burger strich dabei heraus, dass man ähnlich agieren muss, wie im ersten Drittel des Vorrundenspiels. «Damals haben wir die Russen unter Druck gesetzt, weshalb wir uns eine verdiente Führung erspielen konnten», meint Burger.

Der Verteidiger liess dabei durchblicken, dass diese WM für ihn so oder so ein echter Erfolg war. «Ich bin nur ins Team gekommen, weil sich Tobias Geisser verletzt hat. Aus diesem Grund habe ich auch das erste Spiel gegen Tschechien verpasst», erklärt der Zürcher. Er sei dabei sehr froh gewesen, dass er die Chance trotzdem bekam: «Es fiel mir ein riesen Stein vom Herzen, als der Coach am 26. Dezember zu mir kam und erklärte, dass ich gegen Kanada spielen kann.»

Frisch im Team wurde Burger gegen die Ahornblätter gleich ins Haifischbecken geworfen. «Vor 17'000 Leuten zu spielen war so ganz anders als zu Hause in Küsnacht, wo maximal 150 Zuschauer zu den Spielen kommen», zeigt sich Burger beeindruckt. Ein Problem sei die Kulisse nicht gewesen. «Sowas blendet man im Normalfall aus. Einzig im Halbfinale habe ich wahrgenommen, wie uns die Zuschauer im ersten Drittel angefeuert haben. Schade war einzig, dass dies nichts bei uns bewirkt hat», so der Verteidiger.

Neben der Atmosphäre in der Halle zeigt sich Burger auch vom Niveau auf dem Eis beeindruckt. «Bei uns in der Swiss League bin ich es gewohnt gegen ältere Männer zu spielen. Diese sind meistens nicht mehr so schnell. Bei diesem Turnier habe ich deshalb gelernt viel schneller zu spielen und auch schneller zu denken.»

Das angesprochene Tempo müssen die Schweizer auch heute wieder anschlagen, wenn sie das kleine Finale gegen die Russen gewinnen wollen. «Vielleicht müssen wir noch einmal mit unserem Off-Ice-Coach boxen. Dies haben wir bereits in der Vorrunde getan. Damals haben wir bekanntlich sehr stark begonnen», zeigt sich Burger optimistisch. Für den Verteidiger ist dabei klar, dass man an einem Turnier äusserst selten in Vorrunde und Playoffs gegen den gleichen Gegner verliert. Insofern scheint schon mal ein Vorteil auf Seiten der Schweizer zu sein.

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Gianluca Burger beim Viertelfinal-Sieg gegen Schweden. Foto: Andreas Robanser