Brüschweiler: «Das grösste Spiel meines Lebens»

3.1.2019 - Von Pascal Zingg

Die Schweizer U20-Nationalmannschaft hat es geschafft. Sie bezwingen die Schweden im Viertelfinale sensationell mit 2:0. Einer der grossen Helden im Spiel gegen die Tre Kronor war dabei Yannick Brüschweiler. Der Zürcher Stand am Beginn des grossen Sieges, schoss er doch das wichtige 1:0.

Nein, es war nicht Nando Eggenberger oder Philipp Kurashev, der das Score im gestrigen Viertelfinale für die Schweiz eröffnete. Viel mehr war es der eher unbekannte Yannick Brüschweiler. Der sympathische Zürcher spielte sich mit Toren gegen Russland und Schweden definitiv aus dem Schatten seiner Teamkollegen. «Keine Überraschung», sagt Christan Wohlwend. «Brüschweiler überzeugte mich bereits letzten Mai am Black Sea Cup in Sochi. Er ist einer der meist unterschätzten Spieler. Ich glaube er hat eine grosse Karriere vor sich», ist der Coach überzeugt.

Brüschweiler selbst danke es dem Coach mit guten Leistungen auf dem Eis. Gerade beim 1:0 gegen die Schweden war dabei zu erkennen, dass er sowohl ein gutes Auge, als auch einen guten Schuss hat. «Es ist ein super Gefühl, wenn man dem Team mit Toren helfen kann», meint der Zürcher fast schon bescheiden. Er gibt dabei unumwunden zu, dass diese WM das bisher grösste Erlebnis der Karriere ist. Neben dem Sieg gegen die Schweden hat ihm dabei auch die Atmosphäre in Vancouver Eindruck gemacht. «Vor 17'000 Zuschauern zu spielen, ist super, vor allem wenn man gewinnt», erklärt Brüschweiler, der zu Hause bei den GCK Lions eine wesentlich kleinere Kulisse gewohnt ist.

Der Schlüssel für die jüngsten Erfolge liegt für Brüschweiler in der Entwicklung des Teams. «Vor allem die Special Teams sind im Verlaufe des Turniers immer besser geworden. Zudem haben wir in der Gruppenphase gesehen, dass wir jeden schlagen und in diesem Viertelfinal nur gewinnen können», meint der Zürcher.

Trotz des grossen Sieges war Brüschweiler bewusst, dass das Turnier nach dem Ausflug auf Vancouver Island noch nicht vorbei ist. «Nun wollen wir das Finale erreichen», erklärt er. Um dieses Ziel zu erreichen, gab es nach dem Spiel dann auch keine grosse Party. Stattdessen ging es mit dem Teambus auf direktem Weg zurück nach Vancouver. In gewohnter Umgebung fokussiert man sich heute auf den Halbfinal. «Vieles haben wir bereits richtig gemacht. Es wird wichtig sein, dass wir auch im Halbfinale von Beginn weg bereit sind. Natürlich dürfen wir uns dabei nicht vor den Finnen verstecken», erklärt Brüschweiler. Verbessern müsste man auch die Disziplin. «Gegen Schweden haben wir im letzten Drittel zu viele Strafen genommen, das müssen wir unbedingt abstellen.» Auch sei es wichtig, dass man im Halbfinale auf eine bessere Chancenauswertung zählen kann. «Wir konnten uns zwar viele Chancen erarbeite. Nun wäre es allerdings wichtig diese auch zu nutzen», meint der Stürmer.

Lauscht man den Worten des Zürchers, so merkt man rasch, dass die Schweizer in den letzten Tagen viel Selbstvertrauen gewonnen haben. Ein Selbstvertrauen, das die Eisgenossen auch morgen im Halbfinale wieder tragen wird. Da die Schweizer in diesem Spiel nichts mehr zu verlieren haben, ist es ihnen durchaus zuzutrauen, dass sie mit einer ähnlich guten Leistung wie gegen die Schweden sogar den unmöglich scheinenden Finaleinzug schaffen können.