Le Coultre: «Müssen Fehler abstellen»

31.12.2018 - Von Pascal Zingg

Schaut man sich die Eiszeiten der Schweizer Spieler an dieser U20-WM an, so fällt auf, dass Nationaltrainer Christian Wohlwend in der Defensive vor allem auf Tim Berni und Simon Le Coultre setzt. Die Tatsache, dass beide Verteidiger über 20 Minuten Eiszeit pro Spiel bekommen, zeigt wie wichtig sie im Kollektiv der Schweizer U20 sind.

Im Gegensatz zu Tim Berni ist sich Simon Le Coultre das Spiel auf dem kleinen Eis gewohnt. So spielt der Waadtländer bereits seine dritte Saison bei den Moncton Wildcats in der Québec Major Junior Hockey League (QMJHL). Dass er in dieser Zeit viel gelernt hat, zeigt er an der Junioren-WM eindrucksvoll. So ist er defensiv solid und kann auch offensiv Akzente setzen. Wenig überraschend ist der dann auch der einzige Verteidiger im Team der Schweizer, der bisher ein Tor schiessen konnte. «Ich sah, dass eine Lücke gibt und hielt drauf», erklärt der Verteidiger nach seinem Treffer gegen Dänemark.

Trotz guter Leistungen auf dem Eis, war Le Coultre nach dem Spiel gegen die Russen wenig zufrieden. «Wir haben gut begonnen. Dann haben wir uns jedoch mit dummen Fehlern gleich selbst um den Sieg gebracht», gibt sich der Waadtländer kritisch. Trotz der Niederlage im Spiel gegen die Russen zieht Le Coultre jedoch eine positive Bilanz aus dem bisherigen Turnier. «Wir eine gute Vorrunde gespielt. Insbesondere mit den Spielen gegen Tschechien und Kanada können wir zufrieden sein», resümiert der Verteidiger.

An die ersten beiden Spiele will der Verteidiger dann auch im Viertelfinale anknüpfen. «Gegen die Dänen und insbesondere gegen die Russen sind wir aus unserem System gefallen. Es muss uns unbedingt gelingen unsere Fehler abzustellen», gibt er sich kritisch. Gegen wen die Schweizer das Viertelfinale spielen ist ihm derweil egal. «Grundsätzlich ist jeder Viertelfinalgegner eine grosse Nummer, da spielt es keine Rolle, welchen du bekommst. Viel wichtiger ist, dass wir in der Vorrunde gezeigt haben, dass wir gegen jeden Gegner bestehen können», erklärt Le Coultre. Dabei ist es dem Verteidiger auch wichtig, dass es dem Team am Mittwoch nochmals gelingt die beste Leistung aufs Eis zulegen. «Wenn wir am Schluss sagen können, dass wir das letzte aus uns rausgeholt haben, können wir zufrieden sein», meint er.

Das Viertelfinale steht beim jungen Schweizer derart im Fokus, dass er sich im Moment auch noch bedeckt gibt, was nach dem Turnier passieren wird. «Ich möchte mich voll und ganz auf meine Aufgabe im Nationaldress konzentrieren. Was danach und insbesondere im Sommer passieren wird, interessiert mich aktuell überhaupt nicht», meint der Verteidiger. Er dürfte sich dabei bewusst sein, dass es den einen oder anderen NLA-Club gibt, der den jungen Westschweizer in der nächsten Saison gerne unter Vertrag hätte. Konkret gab es zuletzt Mutmassungen um einen Wechsel nach Genf. «Das sind bloss lose Gerüchte», verneint Le Coultre.

Egal wo die Reise des Verteidigers hinführt. Es ist davon auszugehen, dass er seinen Weg machen wird und in den nächsten Jahren zu einem guten National-League-Verteidiger reifen kann. Bevor es jedoch soweit ist, wird sich der junge Westschweizer am Mittwoch noch einmal zerreissen, damit er dem Team mit einem gewohnt soliden Auftritt zu einem Sieg im Viertelfinale verhelfen kann.