Kurashev der erhoffte Leader

30.12.2018 - Von Pascal Zingg

Mit einem 4:0-Sieg über Dänemark qualifizierten sich die Schweizer gestern Abend für das Viertelfinale an der Junioren WM in Vancouver. Wie schon im Spiel gegen die Kanadier war Philipp Kurashev der beste Spieler auf dem Feld. Der Stürmer mit russischen Wurzeln schoss nicht weniger als fünf der sieben Schweizer Tore an diesem Turnier. Kurashev zeigte damit die Leaderqualitäten, die man sich von ihm erhofft hatte. Und nun tritt er vier Jahrzehnte, nachdem sein Vater beim Turnier die Sowjetunion vertrat, gegen Russland an.

«Es ist schön einen Hattrick zu erzielen. Viel wichtiger ist es allerdings, dass wir gewonnen haben», erklärt Philipp Kurashev nach dem Spiel gegen die Dänen. Der Stürmer gibt sich dabei gewohnt wortkarg. Viel lieber als Worte lässt er seine Taten sprechen. Dies tat er in den letzten Monaten auch bei den Quebéc Remparts, wo er aktuell mit 43 Punkten aus 33 Spielen der Topscorer ist. Auffällig an seinen Scorerwerten ist dabei, dass er in den letzten 16 Spielen 13 Mal getroffen hat. «Ich versuche in dieser Saison etwas mehr aufs Tor zu schiessen. Dies hat mir geholfen, dass sie nun reingehen», meint Kurashev.

Gerne würde er natürlich auch gegen Russland ein Tor schiessen. «Da all meine Verwandten in Russland leben, sind die Spiele gegen die Sbornaja für mich immer etwas Spezielles», erklärt der junge Stürmer. Er ist überzeugt, dass die Schweizer sich vor den Russen nicht verstecken müssen. «Wir haben in den ersten Spielen gezeigt, dass wir gegen jeden Gegner bestehen können. Wichtig wird sein, dass wir gegen Russland unser Spiel spielen. Dann liegt auch gegen die Sbornaja etwas drin», gibt sich Kurashev zuversichtlich. Der Stürmer weiss, dass die Russen bisher noch nicht restlos überzeugen konnten. Der erste Sieg gegen die Russen seit 2010 scheint daher gar nicht so unwahrscheinlich. Mit drei weiteren Punkten könnte man sich vielleicht sogar den zweiten Gruppenrang sichern. Dies würde die Eisgenossen vor einer Reise nach Victoria bewahren.

Neben der Frage, wo die Schweiz den Viertelfinal spielt, ist auch die Frage nach Kurashevs Zukunft völlig offen. Aktuell spielt der junge Stürmer seine dritte Saison beim QMJHL-Team der Québec Remparts. Seine Zeit bei den Junioren neight sich dem Ende zu. Wohin die Reise von Kurashev geht ist dabei ungewiss. «Im Moment zählt für mich nur die WM und die Saison bei den Remparts. Was ich danach mache, schaue ich im Sommer», gibt sich Kurashev bedeckt.

Ihm dürfte dabei aber bewusst sein, dass seine Optionen äusserst vielfältig sind. Einerseits wurde er von den Chicago Blackhawks gedraftet. Andererseits dürfte durch seinen russischen Background auch ein Wechsel in die KHL in Frage kommen. Da sein Vater Konstantin zuletzt auch in der KHL gearbeitet hat, dürften auch die nötigen Kontakte nach Russland vorhanden sein. Ebenfalls beherrscht Kurashev die russische Sprache. Schliesslich würden sich auch die Teams der National League um ihn reissen. Bekannterweise sind gute Center in der Schweiz nicht massig vorhanden. Vor allem nicht solche mit einem Schweizer Pass.

Unter all diesen Voraussetzungen wir es äusserst spannend, in welcher Liga man Philipp Kurashev in der nächsten Saison antreffen wird. Genauso spannend wie die Frage, ob der Stürmer im heutigen Spiel gegen die Russen ebenfalls treffen und die Schweizer so zu einem Sieg führen kann.