Verboon: Ein Genfer zurück zu kanadischen Wurzeln

28.12.2018 - Von Pascal Zingg

Matthew Verboon gehört zu den interessanten Persönlichkeiten in der diesjährigen U20-Nationalmannschaft. Der Stürmer besitzt neben dem helvetischen auch den kanadischen Pass. Ein Umstand, den ihn dazu bewog in die hierzulande wenig bekannte British Columbia Hockey League zu wechseln.

«Ich trage das weisse Kreuz auf der Brust und will das Turnier mit meinem Team gewinnen», meint Doppelbürger Matthew Verboon. Trotz einem klarem Statement zu Gunsten der Eisgenossen war es für Verboon ein ganz spezielles Gefühl gegen seine zweite Heimat zu spielen. «Meine ganze Familie war da, insofern hätte ich gerne gegen die Heimat meiner Eltern gewonnen», meint der Stürmer. Nervös sei er ob der speziellen Affiche jedoch nicht gewesen. «Natürlich ist es ungewöhnlich vor 17'000 Leuten zu spielen. Spätestens wenn das Spiel beginnt, kann ich dies jedoch ausblenden», erklärt er.

Man merkt dem jungen Stürmer an, dass die Schweizer in den ersten beiden Spielen bereits viel Selbstvertrauen tanken konnten. «Wir haben gegen Tschechien gezeigt, dass wir gegen die Grossen mithalten können. Dies haben wir gegen Kanada bestätigt», meint Verboon. Der Kanada-Schweizer streicht dabei heraus, dass man Spiel gegen Kanada viel Moral gezeigt habe, weshalb man immer wieder zurück gekommen sei.

Trotz guter Leistungen ist sich auch Verboon bewusst, dass man an diesem Turnier noch nichts gewonnen hat. «Nach zwei Niederlagen gilt es nun gegen Dänemark zu gewinnen. Wenn wir weiterhin so spielen, wie zuletzt wird uns dies auch gelingen», ist der Stürmer überzeugt. Druck scheint er dabei keinen zu verspüren, schliesslich habe man der Welt nun bewiesen, wie gut man Eishockey spielen kann.

Dass Verboon ein guter Stürmer ist, konnte er diese Saison bereits bei den Salmon Arm Silverbacks aus der BCHL unter Beweis stellen. Ins kleine Nest rund 350 Kilometer nordöstlich von Vancouver hat es den Stürmer verschlagen, weil er sich in Nordamerika für die NCAA empfehlen wollte. Bis letzten Frühling ging er bei Genf-Servette durch den Nachwuchs, war zweitbester Scorer beim Elite-A-Team, das Meister wurde.

«Der Weg über die Collage-Liga ist eine gute Alternative zum Schweizer System. In dieser Liga reift man zum Profi und kriegt gleichzeitig eine Ausbildung. Dies hat schlussendlich den Ausschlag geben, weshalb ich nach Nordamerika gewechselt habe.»

Der Plan ging für den jungen Stürmer derweil auf. So unterschrieb er im November einen Vertrag bei der Colgate University. Für das Team aus dem Bundesstaat New York wird Verboon ab der nächsten Saison auf Punktejagd gehen. Dabei wird er ebenfalls seine angestrebte Ausbildung absolvieren können. Ob es dabei auch noch für einen NHL-Draft reicht ist eher fraglich. Verboon kann sich allerdings auch gut vorstellen dereinst wieder in die Schweiz zurück zu kehren.

Bevor es jedoch um die Zukunft des Stürmers geht, stehen erst einmal die entscheidenden Spiele an der diesjährigen Junioren-WM an. In diesen will Verboon noch einmal zeigen was er kann, damit die Schweizer das angestrebte Ziel des Viertelfinales dann auch erreichen können.