Eggenberger: «Das Spiel gegen Kanada wird speziell»

27.12.2018 - Von Pascal Zingg

Der Churer Nando Eggenberger amtet in diesem Jahr zum zweiten Mal als Captain der Schweizer U20-Nationalmannschaft. Gestärkt in seiner Rolle ging der Churer ging im Startspiel als Vorbild voran. Immer wieder erarbeitete er sich gute Chancen, weshalb er auch für das erste Tor der Schweizer zuständig war.

«In diesem Jahr habe ich mehr Erfahrung, weshalb ich das Amt des Captains auch mit mehr Selbstvertrauen ausüben kann», gibt Nando Eggenberger zu Protokoll. Der Stürmer betont dabei, dass man im ganzen Team merkt, dass insgesamt elf Spieler schon bei der letzten U20-WM in Buffalo dabei waren. «Es ist nun nicht mehr alles neu, das hilft uns extrem», meint Eggenberger.

Neu ist derweil die Situation im Club von Eggenberger. So spielt der Bündner seit dieser Saison beim OHL-Team der Oshawa Generals. «Die letzte Saison war nicht meine beste. Da ich mir schon ein Jahr zuvor überlegt hatte nach Kanada zu wechseln, war für mich recht schnell klar, dass ich diese Saison in Oshawa spielen werde», erklärt Eggenberger. Dem Bündner kam dabei entgegen, dass er in Oshawa auf seinen Teamkollegen Nico Gross traf. «Nico kannte sich bereits aus und konnte mir alles zeigen, das hat die Sache für mich erleichtert», weiss Eggenberger, der in der gleichen Gastfamilie wie Gross wohnt. Mit der Unterstützung seines Verteidigerkollegen konnte sich Eggenberger derweil ganz auf seine Aufgabe auf dem Eis konzentrieren. «Durch das kleinere Eisfeld ist das Spiel in Kanada schneller und härter. Weil mir mein Trainer in Oshawa viel Eiszeit gibt, habe ich in dieser Saison bereits viel gelernt. Dazu gehört das Körperspiel oder wie man Zweikämpfe in der Ecke gewinnt», meint Eggenberger. Gerade die Tatsache, dass der Stürmer schon die ganze Saison auf dem kleinen Eisfeld spielt, sieht er dabei als Vorteil. Statt sich im WM-Trainingslager langsam an das kleinere Feld zu gewöhnen konnte er diesmal bereits von Anfang an aus den vollen schöpfen.

Fernab von der Schweiz habe er jedoch auch sein zu Hause nicht vergessen. «Ich pflege regen Kontakt zu meinen alten Teamkollegen in Davos. Wir tauschen gerne aus, wies auf der jeweils anderen Seite des grossen Teichs läuft», so Eggenberger. Trotz regem Kontakt ins Landwassertal war aber auch Eggenberger überrascht, als Arno del Curto zurücktrat. «Irgendwie hatte sich der Rücktritt abgezeichnet. Als ich die Nachricht dann eines Morgens im Internet las, wollte ich erst allerdings gar nicht glauben, dass Arno wirklich nicht mehr HCD-Trainer ist», erklärt Eggenberger.

Obwohl die Verbundenheit zur Heimat noch immer gross ist, merkt man schnell, dass sich Eggenberger auch im fernen Kanada zu Hause fühlt. «Oshawa ist eine unspektakuläre Kleinstadt im Speckgürtel von Toronto. In der Stadt dreht sich vieles ums Eishockey, weshalb immer sehr viele Leute zu den Spielen kommen», zeigt sich der Bündner begeistert.

Bei derart positiven Emotionen scheint es beinahe logisch, dass sich Eggenberger auf das heutige Duell mit dem Mutterland des Eishockeys freut. «Natürlich ist die Motivation gegen Kanada immer besonders gross. Dies insbesondere, da ich in diesem Duell auf meinen Oshawa-Teamkollegen Jack Studnicka treffe», strahl Eggenberger. Trotz grosser Motivation wird es für die Schweizer ein äusserst schwerer Tanz. «Jeder muss seinen Job zu 100 Prozent erfüllen. Es braucht eine perfekte Defensive und eine bessere Chancenauswertung als noch im Startspiel gegen die Tschechen», weiss der Bündner.

Dass man mit den Kanadiern mithalten kann bewiesen die Schweizer bereits in der Vorbereitung, als sie sich beim 3:5 in Victoria redlich schlugen. «Man spürt, dass wir weiter sind als noch vor einem Jahr. Ich denke, dass das Team nun einen bis zwei Schritte näher an den Kanadiern dran sind», zeigt sich Eggenberger zuversichtlich. Er macht uns damit Mut, dass die Kanadier heute nicht das gleiche Katz-und-Maus-Spiel aufziehen können, wie im gestrigen Abendspiel. In diesem schlug der Gastgeber das Team aus Dänemark auf beeindruckende Art und Weise mit 14:0.