Wer holt sich den U20-Titel?

26.12.2018 - Von Pascal Zingg

Am 26. Dezember beginnt in Vancouver und Victoria die 43. Junioren-Weltmeisterschaft. Wie immer zu Beginn eines solchen Turniers stellt sich dabei die Frage, wer sich am Schluss den Titel holt. Wie immer gibt es dabei einige heissen Kandidaten auf den Titel, so dass wir auch in diesem Jahr ein spannendes Turnier erwarten dürfen.

Bei einem U20-Turnier in Kanada kommt man logischerweise nicht um den Gastgeber herum. Doch sind die Ahornblätter in diesem Jahr genügend stark um den Titel zu verteidigen? Dafür bestehen zumindest einige Zweifel. Dass der 1999er Jahrgang nicht Kanadas bester ist, zeigt beispielsweise die Geschichte. So ist die 99er-Klasse eine von nur drei Jahrgängen, die beim Ivan-Hlinka-Memorial keine Medaille geholt hat. Dass die Kanadier schlagbar sind, zeigten auch die Finnen, die die Ahornblätter in der Vorbereitung mit 5:2 bezwingen konnten. Trotz dieser Unkenrufe darf man ein Team Kanada an einer Heim-WM nie vorzeitig abschreiben. Die Kanadier verfügen mit dem Rückkehrer Maxime Comtois sowie Owen Tippett, Evan Bouchard und Jaret Anderson über vier Spieler, die bereits NHL-Erfahrung haben. Dazu verfügen sie mit insgesamt zehn First-Round-Picks bestimmt über genügend Talent um an diesem Turnier ein Wort mitzureden.

Ebenfalls eine gute Truppe hat das Team aus Tschechien am Start. Etwas überraschend sind in diesem Jahr nochmals alle Starspieler der Tschechen dabei. Das heisst, dass auch Filip Chytil, der diese Saison bereits 35 Spiele für die Rangers bestritt, dabei ist. Neben Chytil können die Tschechen aber auch auf Martin Necas, Filip Zadina oder Martin Kaut zählen. Mit insgesamt zehn Rückkehrern haben die Tschechen nicht nur Klasse, nein sie verfügen auch über die nötige Erfahrung.

Als weitere Spitzenmannschaft in der Gruppe A präsentieren sich die Russen. Wie meist in den letzten Jahren zählt man hier vor allem auf Spieler aus der heimischen KHL. So bringt die Sbornaja die Erfahrungen aus 389 KHL-Spielen mit. Die Ausnahme, die hierbei die Regel bestätigt, ist Klim Kostin, der seine zweite Saison bei den San Antonio Rampage in der AHL bestreitet.

Hinter den drei grossen Nationen werden sich die Schweiz und Dänemark wohl um den letzten Playoffplatz in der Gruppe A streiten. Hierbei scheinen die Eisgenossen insgesamt im Vorteil zu sein.

In der Gruppe B zählen vor allem die USA zu den grossen Favoriten. Sie können zwar keinen Spieler mit NHL-Erfahrung vorweisen, verfügen aber ebenfalls über viel Talent. Allen voran ist hier Jack Hughes zu nennen, der als heissester Kandidat für den Nummer-eins-Spot beim nächsten Draft gilt und auch seinen älteren Bruder im Team hat. Dazu verfügen die US-Boys über sieben Spieler, die bereits in der ersten Runde gedraftet wurden.

Neben den USA rechnet man sich auch in Finnland gewisse Chancen auf eine Medaille aus. Während Eeli Tolvanen und Urho Vaakanainen nur wenige NHL-Spiele bestritten, sind es bei Henri Jokiharju bereits 35 Einsätze, die er diese Saison für die Chicago Blackhwaks bestritt. Insgesamt verfügen die Finnen über vier Spieler die in der ersten Runde gedraftet wurden. Mit Kaapo Kakko steht zudem der Stürmer im Kader, der Jack Hughes den Top-Spot beim 2019er Draft streitig machen könnte.

Ebenfalls in der Gruppe B finden wir den letztjährigen Finalisten aus Schweden. Bei den Tre Kronor sind in diesem Jahr nur mehr drei Rückkehrer dabei. Vorbei sind die Zeiten von Dahlin, Nylander, Pettersson und Co. Zu glauben die Schweden brächten deshalb keine konkurrenzfähige Mannschaft nach British Columbia, wäre vermessen. Die Nordländer können auf eine Erfahrung von 763 Spielen in der heimischen Liga zählen. Zudem verfügt man mit Isac Lundeström über einen Spieler, der in dieser Saison bereits NHL-Luft geschnuppert hat. Mit insgesamt fünf Erst-Runden-Drafts sollte dann auch bei den Schweden genug Klasse vorhanden sein um an diesem Turnier ein gewichtiges Wörtchen mitzureden.

Hinter den drei Topteams werden sich die Slowaken wohl ohne grössere Probleme für die Playoff qualifizieren. So scheint der Aufsteiger aus Kasachstan zu schwach zu sein um einem Team ein Bein zu stellen und so den Wiederabstieg zu verhindern.