Rückkehr zu meisterlichem Ruhm?

18.9.2018 - Von Roman Badertscher

Nach zwei gewonnenen Meisterschaften 2016 und 2017 schied der SCB in den letztjährigen Halbfinal-Playoffs gegen den späteren Meister, die ZSC Lions, aus. Diesen Sommer hatte der SCB einige Abgänge zu verzeichnen, die es nun mit diversen Neuverpflichtungen auszugleichen gilt. Als Ziel gilt wieder von neuem der Gewinn der Meisterschaft.

Torhüter

Lange war in den Medien über den Verbleib von Leonardo Genoni beim SCB spekuliert worden. Am Montag, 6. August gab es dann Gewissheit. Genoni wird Bern Ende der kommenden Saison verlassen und in die Innerschweiz ziehen. Er hat beim EV Zug einen Fünfjahresvertrag unterzeichnet. Somit war bereits der erste Schock für die Stadtberner Tatsache, noch bevor die Saison 2018/19 überhaupt begonnen hat. Ein positiver Aspekt der frühen Bekanntgabe des Wechsels ist die, dass Sportchef Alex Chatelain nun genügend Zeit hat, einen gleichwertigen Ersatz zu finden. Offen ist nach wie vor, ob der SC Bern einen Schweizer oder ausländischen Goalie verpflichten wird. Der Schweizer Torhütermarkt ist etwas ausgetrocknet, bis auf bspw. Melvin Nyffeler (Rapperswil-Jona Lakers) oder Niklas Schlegel (Back-up ZSC Lions), deren Verträge Ende nächste Saison ebenfalls auslaufen werden. Die routinierten Goalies wie Jonas Hiller (EHC Biel), Tobias Stephan oder Reto Berra haben ihre Verträge bereits verlängert, einen neuen Club gefunden oder über die nächste Saison hinaus einen gültigen Vertrag. Es muss abgewartet werden. Eines ist aber klar: Auch wenn dies Genonis letzte Saison in der Hauptstadt ist, wird er versuchen, an seinem Topniveau anzuknüpfen, welches er an der letzten WM gezeigt und für viel Freude im Land gesorgt hat.

Verteidigung

Die Verteidigung des SCB blieb in etwa gleich wie im Vorjahr. Tim Dubois und Bernd Wolf verliessen Bern. Beide konnten sich in der letzten Saison wenig in Szene setzen. Einzig Maxim Noreau liess in der Defensive eine Lücke auf, die jedoch mit der Neuverpflichtung von Adam Almquist gedeckt werden konnte.

Sturm

Mit Simon Bodenmann verliess ein gestandener Nationalstürmer den SCB Richtung Zürich. Gregory Sciaroni vom HC Davos soll in seine Fussstapfen treten. Nebenbei wurden die Verträge mit Luca Hischier und Dario Meyer nicht verlängert, welche beide den umgekehrten Weg wie Sciaroni gehen. Beide stürmen nächste Saison für den HCD. Um diese Abgänge zu kompensieren, hat Sportchef Alex Chatelain die beiden Klotener Daniele Grassi und Matthias Bieber verpflichtet sowie den eigenen SCB-Junior Esbjörn Fogstad Vold mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet. Kritiker fragen sich über die Verpflichtungen von Gregory Sciaroni und Matthias Bieber, die beide letzte Saison mehrheitlich verletzungsbedingt ausfielen. Ob sie am neuen Ort zu Höchstleistungen auftrumpfen werden? Wir werden sehen.

Ausländer

Neben Maxim Noreau erhielten Juhamatti Aaltonen, Mika Pyörälä und Mason Raymond keine neuen Vertragsofferten. Die beiden produktivsten Ausländer der letzten beiden Saisons, Andrew Ebbett und Mark Arcobello, haben noch weiterlaufende Verträge. Mit der Verpflichtung von Adam Almquist und Jan Mursak (beide wechselten von Frölunda) konnten die Abgänge kompensiert werden. Almquist gilt als Offensivverteidiger mit einem starken ersten Pass. Der slowenische Nationalspieler Mursak war auf dem Transfermarkt sehr begehrt und von einigen Teams umworben worden. Schliesslich entschied er sich für den SC Bern und zeigte bereits in den ersten Partien der Champions Hockey League seine Klasse. Der SC Bern wird erstmals seit längerer Zeit nur mit vier Ausländern in die Saison starten.

Trainer

Die Verträge mit Kari Jalonen und Samuel Tilkanen wurden bereits vorzeitig verlängert. Ville Peltonen nahm den Trainerposten beim Lausanne HC an und wird in Bern durch Mikko Haapakoski ersetzt, der in den frühen 90er-Jahren bereits drei Saisons beim SCB gespielt hatte. Als neuen Goalietrainer wurde Aky Näykki für eine Saison verpflichtet. Er ersetzt Peter Reist, der sich nun wieder vollumfänglich dem SCB-Nachwuchs widmen wird.

Fazit

Obwohl die ZSC Lions in den Medien als «Transfersieger» gelten, werden die Stadtberner auch diese Saison um den Titel mitspielen. Dies haben bereits die ersten drei CHL-Spiele gezeigt, in welchem der SCB noch keines verlor – auch nicht gegen Växjö, das die schwedische Liga letzte Saison nach Belieben dominierte.

hockeyfans.ch-Ranglistentipp
1. 
2. SC Bern
3. 
4. HC Lugano
5. EHC Biel
6. Fribourg-Gottéron
7. Lausanne HC
8. 
9. Genf-Servette
10. 
11. HC Ambrì-Piotta
12. 

Background-Portal

Offensiv-Power

Gaëtan Haas bezwingt Biel-Goalie Jonas Hiller für ein SCB-Tor. Foto: TOPpictures/Andy Büttiker
 

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