Lausanne: Volle Kraft voraus

17.9.2018 - Von Maurizio Urech

Nachdem die Waadtländer die Qualifikation 2016/17 auf dem überraschenden vierten Platz abgeschlossen hatten, startete man mit grossen Ambitionen in die letzte Saison. Das Mindestziel waren die Playoffs und dort wollte man sich gegenüber dem Vorjahr (Aus in vier Partien) verbessern. Doch sportlich gesehen wurde die letzte Saison zu einer kolossalen Bruchlandung. Headcoach Dan Ratushny wurde schon im Oktober von seinem Amt enthoben. Haudegen Yves Sarault, der die Elite Junioren coachte, übernahm, doch auch er konnte das schlingernde Schiff nicht mehr auf Kurs bringen, Lausanne beendete die Qualifikation auf dem enttäuschenden 10. Platz und rettete sich dort problemlos. Allerdings hatte inzwischen John Fust den Platz an der Bande von Sarault übernommen. Zum Thema Coach passte auch dass schon Mitte November bekannt wurde dass Ville Peltonen neu ab dieser Saison die Waadtländer coachen wurde.

Dass man die Qualifikation noch hinter den SCL Tigers beendete hatte vor allem zwei Gründe. Einerseits die mangelnde Konstanz – der LHC war letztes Jahr der Dr. Jekyll und Mr. Hyde der Qualifikation. An einem guten Tag war man fähig den SCB oder den EVZ zu schlagen, handkehrum verlor man beide Duelle gegen die SCL Tigers. Andererseits war man offensiv von der ersten Sturmformation um Dustin Jeffrey und Nicklas Danielsson abhängig, welche die Platz eins und drei der Skorerliste nach 50 Partien belegten. Aber dies war am Schluss nur eine Randnotiz, denn dadurch trat der LHC nur selten als Einheit auf und entsprechend war die sportliche Bilanz am Schluss eine katastrophale.

Nachdem man sich schon letztes Jahr mit den Zuzügen u.a. von Lukas Frick, Sandro Zangger und Joel Vermin (der aber lange verletzt ausfiel) verstärkt hatte, schlug man erneut auf dem Transfermarkt zu und hat für die kommende Saison eine Mannschaft zusammen gestellt, die nicht nur für attraktives sondern auch für erfolgreiches Eishockey sorgen soll. Mit dem Schweizer Nationalspieler Robin Grossmann und dem Finnen Petteri Lindbohm, immerhin 40 Partien in der NHL, hat man die Verteidigung gezielt verstärkt.

Auch in der Offensive hat man mit der grossen Kelle angerichtet. Der Lette Ronald Kenins stösst als Schweizer Meister zu den Waadtländern, Robin Leone will sich nach dem Abstieg mit dem EHC Kloten rehabilitieren und mit Christoph Bertschy bringt nach Joel Vermin ein weiterer Schweizer NHL-Erfahrung ins Kader. Die Verpflichtung von Rauhbein Tim Traber ist nur schwer zu verstehen. Aber der Königstransfer ist sicherlich die Verpflichtung des kanadischen Stürmers Torrey Mitchell, der stattliche 745 Spiele (72 Tore und 98 Assist) in der NHL für die San Jose Sharks, Minnesota Wild, Montréal Canadiens und die L.A. Kings bestritten hat. Er könnte zu einer grossen Attraktion der Liga werden.

Ein Kapital für sich verdient die Goalie Situation in Lausanne. Nach dem Rücktritt von Routinier Cristobal Huet (neu Goalietrainer) holte man mit Luca Boltshauser einen talentierten Keeper, der aber eine schwierige Saison in Kloten hatte. Geblieben ist Sandro Zurkirchen, der letztes Jahr wie die Mannschaft eine Saison mit Höhen und Tiefen hatte. Doch dann passierte Ende August noch ein «Coup de Theatre» als die Waadtländer entgegen der üblichen Praxis bekannt gaben, dass ab der Saison 2019/20 Tobias Stephan für drei Jahre das Tor des LHC hüten wird. Dies nachdem bereits vorher bekannt war, dass Leonardo Genoni vom SCB zum EVZ wechseln wird. Damit ist nicht nur das Torhüter-Karussell für die Saison 2019/20 angeschoben worden, sondern der Druck auf das Duo Boltshauser-Zurkirchen wurde erhöht.

Wie die beiden Goalies mit dieser Situation umgehen werden ist das einzige Fragzeichen vor dieser Saison, denn es ist klar, dass Stephan auch in Lausanne der umstrittenen Stammkeeper sein wird. Ansonsten hat sich der LHC massiv verstärkt und hat eine Mannschaft am Start die um die vorderen Plätze mitreden kann, falls es optimal läuft ist sogar ein Platz unter den ersten vier möglich. Die Lausanner waren schon Ende Juli unter Coach Peltonen auf dem Eis. Auch wenn es seine erste Saison als Head-Coach ist, trauen wir Peltonen zu, dass er die verkorkste letzte Saison vergessen macht und den LHC sicher in die Playoffs führt.

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Sandro Zurkirchen (Foto) und Luca Bolthauser werden um die Nummer-1-Position im Tor kämpfen. Foto: TOPpictures/Michael Walch
 

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