U18-Nati: Viel Luft nach oben

14.8.2018 - Von Andreas Robanser

Mit einer Torbilanz von 6:28 beendete die Schweizer U18-Nationalmannschaft den diesjährigen Hlinka Gretzky Cup auf dem achten und letzten Platz. Man war sich bereits vor dem Turnier klar, dass dieser 2001-Jahrgang nicht zu den besten der letzten Jahre zählen würde. Dies zeigte sich dann auch gleich beim ersten Auftritt in Kanada im Testspiel gegen Russland, wo man in allen Belangen das schwächere Team war und mit 0:7 verlor.

Zum Turnierstart wartete dann gleich der Gastgeber und Titelverteidiger Kanada auf die Mannschaft von Thierry Paterlini und diese legten gleich einen Traumstart hin, bevor die Schweizer wirklich im Spiel waren hiess es bereits nach sieben Minuten 2:0. Es hätte noch schlimmer ausgesehen, wenn der erste Treffer des späteren Turniersiegers nach nur wenigen Sekunden gezählt hätte. Am Ende kassierte die U18-Nati gegen einen zu übermächtigen Gegner ein 0:10.

Gegen den anderen späteren Finalisten zeigten die Schweizer dann in ihrem zweiten Turnierspiel eine relativ gute Leistung. Die Defensive stand gegen Schweden 40 Minuten gut. Doch war man selbst im Scheibenbesitz lief einfach nichts zusammen. Im Schlussdrittel häuften sich wieder Fehler und die bisher gute Leistung wurde mit einem 0:5 nicht belohnt. Für Trainer Thierry Paterlini war es trotz allem das beste Spiel der Mannschaft in diesem Turnier, zeigte die Mannschaft doch eine Reaktion auf die Spiele zuvor, so konnte man einiges umsetzten, was man sich vor dem Spiel vorgenommen hatte.

Gegen die Slowaken gab es immer wieder gute und weniger gute Phasen im Spiel, doch Richtung gegnerisches Tor lief wieder nicht sehr viel. Im zweiten Abschnitt gelang dann Cedrik Fiedler nach insgesamt 150 Minuten und 10 Sekunden der erste Turniertreffer. Dies schien das Team positiv zu motivieren. Nach zwei Toren durch Simon Knak im dritten Abschnitt führte die U18-Nati sogar in diesem Spiel. „Mit einem naiven Spiel gab man das Spiel aber wieder aus der Hand“, so Paterlini in der Turnierzusammenfassung. Dies sieht der U18-Trainer auch als eines der Ansätze, die man für die Zukunft mitnehmen muss. Damit beendete man die Vorrunde ohne einen Zähler und mit einem Torverhältnis von 3:20.

Gegen Finnland erhoffte sich die Mannschaft von Trainer Thierry Paterlini im Spiel um Platz 8 selbst Akzente setzen zu können. Ein völlig missglücktes Startdrittel machte dies aber zunichte. Wie schon in den Spielen zuvor gab es aber wieder Up and Downs und so blieb am Ende eine weitere ernüchternde 2:8 Niederlage übrig.

Für Thierry Paterlini ist klar, dass die Mannschaft beim Umgang mit der Scheibe reifer werden muss. So sei das Puckmanagment naiv. Für der Trainer ist dies zum Teil aber auch verständlich, da viele Spieler solche Spiele auf diesem Niveau noch nicht gewöhnt sind. „Die Mannschaft muss mehr Emotionen und mehr Leidenschaft entwickeln um nicht so unterzugehen in einem Match.“

Aus so einem Turnier, wo man gegen die Besten der Welt gespielt hat, kann die Mannschaft aber viele wertvolle Erfahrung mitnehmen. Für Parterlini ist es auch wichtig, dass die Mannschaft lernt sich in solchen Spielen nicht zu verstecken und auch einmal mehr aktiv spielen: „Auch wenn es dann einmal einen Fehler gibt ist das nicht so schlimm, aber man muss alles mit Überzeugung ausführen.“

Am Ende steht mit dem letzten Turnierplatz für die U18-Nati ein sehr negatives Bild über diese Woche im kanadischen Bundesstaat Alberta. Schaut man aber nur zwei Jahre zurück, so sieht man, dass auch ein U18-Team mit Spielern wie Nico Hischier, Philipp Kurashev und Tobias Geisser ohne einen einzigen Zähler auf dem letzten Platz zu finden war. Bei der im April folgenden Weltmeisterschaft gelang mit der Viertelfinalteilnahme dann aber recht problemlos der vorzeitige Klassenerhalt.

Diese Aufgabe sollte auch für den Jahrgang 2001 mit den beiden 2002-Jahrgängern möglich sein wie Simon Knax, Noah Delémont und, falls der Kanada-Schweizer sich für die Schweiz entscheidet, Theo Rochette. Sie waren bereits in diesem Jahr Leistungsträger der Mannschaft. Eines zeigt dieses Turnier aber allemal: Der Nachwuchs muss weiter und noch mehr gefördert werden um sich weiter in der Top Division der U18-WM halten zu können, denn nicht immer gibt es solche Talente wie Nico Hischier.

Background-Portal

Paterlini

Enttäuschung bei Trainer Thierry Paterlini und seinen Spielern. Die U18-Nationalmannschaft verlor alle vier Spiele in Edmonton. Foto: Andreas Robanser