CHL: Stimmen der Schweizer Teams

17.5.2018 - Von Maurizio Urech

Gestern Mittwoch fand in Kopenhagen die Auslosung für die Gruppenphase der Champions Hockey League 2018/19 statt (siehe News-Beitrag) und alle vier Schweizer Teams haben guten Chancen sich für das Achtelfinale zu qualifizieren. Nach der Auslosung fanden wir Vertreter von drei Schweizer Clubs zum Gespräch.

Die ZSC Lions spielen in der Gruppe A und treffen auf die Vienna Capitals, die Frölunda Indians und den dänischen Aussenseiter Aalborg Pirates.

Für CEO Peter Zahner eine spannende Ausgangslage: «Ich glaube wir können mit der Auslosung zufrieden sein. Natürlich haben wir mit Frölunda eine Mannschaft, die wir gut kennen und gegen die wir schon ein paar Mal gespielt haben. Die Schweden hatten letztes Jah reine schwierige Saison, wir ja auch, aber am Schluss ist es aufgegangen. Auch gegen die Vienna Capitals haben wir schon gespielt, sicher eine spezielle Geschichte. Ihr letztjähriger Coach Serge Aubin ist jetzt unser Trainer, sicher ein Vorteil für uns, denn wir werden sicher die Capitals sehr gut kennen. Eine Gruppe die sportlich sehr interessant wird, aber wenn zwei Vereine weiterkommen, muss es sicher unser Ziel sein einen der ersten zwei Plätze zu belegen.»

Ohne die anderen Teams zu unterschätzen, auf dem Papier wird der Gruppensieg zwischen euch und Frölunda entschieden. «Dies ist so, wir waren in Topf eins und die Schweden in Topf 2, aber die Spiele müssen zuerst ausgetragen werden und ich glaube, dass auch die Vienna Capitals durchaus Chancen haben. Zur grossen Unbekannten Aalborg kann ich nichts sagen, da wir sie nicht kennen. Das einzige was wir wissen ist, dass sie überraschend dänischer Meister wurden. Unsere Sportabteilung wird sich in den nächsten Wochen intensiv mit den Gegnern auseinandersetzen. Wir werden sie sicher noch vor dem Beginn der CHL scouten und dann werden wir sehen, wie stark diese Teams sind. Wir wissen ja noch nicht wie sich Frölunda verändern wird, auch wenn der Coach bleibt. Reisetechnisch ist es sicher machbar, ein gutes Los für uns.»

Wisst Ihr schon welche Spiele ihr im Hallenstadion austragen werdet? Da letztes Jahr bei einigen CHL-Spielen der Zuschaueraufmarsch enttäuschend war, habt ihr vor etwas zu tun um die Fans zu animieren zahlreicher zu erscheinen?

«Nein, wir kennen plus/minus die Verfügbarkeit des Hallenstadions, aber wir müssen zuerst den Vorschlag der CHL anschauen. Die Idee wäre zuerst zweimal auswärts oder zweimal zu Hause anzutreten und dann in Runde drei und vier umgekehrt und wir werden sehen, welche Lösungen wir finden können. Wir haben am 22. Mai einen internen Marketing-Workshop, wo wir genau diese Themenn diskutieren werden, darum haben wir ihn nach der CHL-Auslosung angesetzt. Bisher hatten wir egal wie weit wir gekommen sind immer zwischen 3'000 – 3'500 Zuschauer im Hallenstadion gekommen unabhängig vom Wochentag oder vom Monat und ich glaube unser Ziel muss es sein mindestens 5'000 Zuschauer pro Spiel im Stadion zu haben und ich glaube nach dem Meistertitel wird wieder eine Euphorie ausbrechen. Jetzt liegt es uns die Fans zu überzeugen, es ist CHL, wir wollen weit kommen, dazu brauchen wir eure Unterstützung.»

Der SC Bern trifft in der Gruppe G auf die Växjö Lakers, welche die schwedische Liga dominierten, auf Red Bull Salzburg aus Österreich und den britischen Meister Cardiff Devils. Der Sportchef des SCB Alex Chatelain ist mit der Auslosung zufrieden.

«Ja wir sind zufrieden, in Salzburg waren wir schon einmal, gegen Växjö haben wir letztes Jahr im Viertelfinal verloren aber ein sehr guter und attraktiver Gegner, Cardiff wird spannend, wir haben ja letztes Jahr gegen Nottingham nicht gerade brilliert. Salzburg ist seit Jahren ein Spitzenteam in der EBEL. Auch wenn das Niveau dort nicht so hoch ist wie bei uns müssen wir bereit sein. Wir können uns keinen Ausrutscher leisten, denn die Spiele gegen Växjö werden sicher ganz schwer. Letztes Jahr haben wir in der Gruppenphase alle drei Heimspiel gewonnen, aber auswärts alle drei Partien verloren, am Schluss reichte es trotzdem. Dieses Jahr wollen wir aber auch auswärts punkten. Unser Ziel muss es sein diese Gruppe unter den ersten zwei abzuschliessen. Jetzt warten wir den Spielplan ab und dann hoffen wir auf einen guten Auftakt.»

Der HC Lugano trifft in der Gruppe H auf Titelverteidiger JYP Jyväskylä aus Finnland, den HC Pilsen aus Tschechien und und den slowakischen Meister HC ‘05 Banska Bystrica.

Der Sportchef der Bianconeri Roland Habisreutinger freut sich vor allem auf die Herausforderung Jyväskylä.

«Wir freuen dass wir auf den Titelverteidiger Jyväskylä treffen, auf der anderen Seite treffen wir auf Pilsen gegen die wir schon vor zwei Jahren gespielt haben. Banska Bystrica spielt zum zweiten Mal in Folge in der CHL. Auch die Organisation der Reisen ist nicht so kompliziert, aber für die Fans sind sicher Pilsen und Banska Bystrica zwei Gegner, die nicht so sexy sind. Klar ist, dass die Finnen wieder eine ganz starke Mannschaft haben werden. Bei den anderen zwei Teams weiss man im voraus nie, welches Gesicht sie nächste Saison haben werden, beide sind also Stand jetzt schwierig einzuschätzen. Normalerweise ist es unmöglich in der Vorbereitungszeit auf drei so starke Gegner zu treffen, weil diese im August an der CHL teilnehmen. Daher ist es schön diese Möglichkeit zu haben, andererseits ist auch problematisch, wenn man schon im August in Form sein muss und an einem solchen Wettbewerb teilnimmt. Dies bringt auch Gefahren mit sich. Wir werden versuchen eine Mannschaft mit genügend Spielern schon im August zu haben, damit wir in der einen oder anderen Partie auch Spieler schonen können, damit diese nicht schon vor Saisonbeginn 15 Spiele bestreiten müssen.»

Ist die Champions Hockey League mit dem neuen Format mit 32 Teams auf dem richtigen Weg?

«Ich glaube in primis hat sich der sportliche Wert erhöht, es gibt keine Freiplätze mehr für die Teilnehmer, jetzt gilt das Leistungsprinzip, also wird die CHL dadurch sicher attraktiver und vor allem glaubwürdiger.»