So soll Klotens Plan B gedeihen

26.4.2018 - Von Rolf Schwarz

An der heutigen Medienkonferenz haben die Verantwortlichen des EHC Kloten darüber informiert, wie es weitergehen soll mit dem EHC Kloten. Mit einem Plan B und Felix Hollenstein als Sportchef.

Entschlossen und mit gewohnt kräftiger Stimme wiederholt VR-Präsident und Besitzer des EHC Kloten, Hans-Ueli Lehmann, eingangs an der heutigen Medienorientierung, was er schon gestern Nacht mehrmals betont hat: Man sei zwar umgefallen, bleibe aber nicht liegen und werde wieder aufstehen, resp. zurückkommen.

Dadurch, dass man beim EHC Kloten keine 24 Stunden nach besiegeltem Schicksal einlädt und informiert, zeigt, dass trotz Aussagen von Hans-Ueli Lehmann in den vergangenen Wochen, über keinen Plan B zu verfügen, im Hintergrund gearbeitet worden ist an einem möglichen Szenario Abstieg.

Die heute präsentierten Entscheide und Massnahmen sind aber eigentlich kein Plan B mehr. Denn einerseits ist das B ja mittlerweile zum A geworden und andererseits sind die heute kommunizierten Neuigkeiten verständlicherweise noch nicht komplett ausgearbeitet, daher eher als Skizzen, denn als Pläne zu verstehen.

Mike Schälchli, VR-Mitglied und verantwortlich für den Bereich Kommerz vermeldet, dass es zu praktisch keinem Ausstieg von Partnerschaften kommen wird wegen des Abstiegs. Man könne also grösstenteils weiterhin auf existierende Partner zählen, was als sehr positives Zeichen gewertet werden dürfe. Ferner werde gearbeitet an vereinfachten Konzepten für die Donatoren, Redliner, etc. und es würden 3'000 bis 4'000 Saisonkarteninhaber als Ziel angestrebt. Zudem wird Schälchli im Sponsoring Bereich demnächst einen dritten Hauptpartner bekanntgeben können.

Sportlich gesehen ist nach nur einer Nacht natürlich noch nicht ebenso viel Klarheit vorhanden. Fige Hollenstein als neuer Sportchef wird mit der Unterstützung des einstigen Sportchefs Peter Lüthi in den kommenden Tagen mit den Spielern, welche ab 1. Mai aufgrund der Relegation alle vertragslos sein werden, verhandeln. «Früher hätten diese Gespräche wohl etwa 2 – 3 Tage benötigt, heute mit den Spieleragenten benötige man wohl aber etwa 2 Wochen», mutmasst Felix Hollenstein. Auf der Trainerposition will man mit Interimscoach Rötheli weitermachen, eine mündliche Zusage sei vorhanden, womit auch klar ist, dass der suspendierte Trainier Kevin Schläpfer künftig nicht mehr in den Diensten des EHC Kloten stehen wird. Angesprochen auf den zeitlichen Horizont geht Hollenstein von ca. 3 Jahren aus, bis ein Wiederaufstieg möglich, resp. realistisch ist. Wenn’s bereits nach 2 Jahren klappt, umso besser. Weiter führt er aus, er spüre, dass in der Umgebung im Zürcher Unterland der EHC Kloten noch immer wahrgenommen werde und die Identifikation vorhanden sei. Ebenfalls wichtig für ihn sei der Nachwuchs: «Wir haben eine Verantwortung gegenüber der guten Nachwuchsarbeit, die hier geleistet wird», sagt er.

Der neue CEO Pascal Signer betont, sich bei seinem Engagement für den EHC Kloten nicht für eine Liga «committet» zu haben, sondern für den EHC Kloten. Auch er unterstreicht, was zuvor bereits Schälchli hervorgehoben hat: Das Wir-Gefühl bei den Anhängern, Zuschauern und Fans von Kloten soll künftig verstärkt werden.