Walker: Manchmal kassierst du Schläge

16.4.2018 - Von Maurizio Urech

Wie im Halbfinal gegen den EHC Biel steht der HC Lugano nach der 4:5-Niederlage im zweiten Finalspiel gegen die ZSC Lions mit dem Rücken zur Wand. Vor Spiel 3 haben wir mit Stürmer Julian Walker und Coach Greg Ireland darüber gesprochen.

Julian Walker, auch wenn ihr Spiel zwei verloren habt, gibt es keinen Grund den Kopf in den Sand zu stecken.

Dies ist effektiv so. Manchmal passiert es, dass du zwei, drei Schläge gegen den Kopf kassierst. Wichtig ist, dass man stehen bleibt und das Positive aus dem Spiel für die nächste Partie mitnimmt.

Wie in der Serie gegen den EHC Biel haben euch einige Experten schon abgeschrieben. Ein klassisches Déjà-vu für euch?

Wenn es die Experten sagen, wird es sicher so sein. Wird werden sehen, was die Zukunft bringt. Tatsache ist, dass wir 0:2 hinten sind und wir wissen genau, dass es nicht leichter wird. Aber wir haben genügend Charakter im Team um [heute] zu gewinnen und dann sehen wir weiter.

Die Spiele bislang waren ausgeglichen. Ein Zeichen, dass noch alles offen ist?

Wir haben in der Verlängerung sogar noch die frischeren Beine gehabt. Das Spiel wurde durch einen Sonntagsschuss entschieden. Dies können wir nicht mehr ändern. Wir werden unsere gesamte Energie aufs Eis bringen um das bessere Ende für uns zu behalten.

Gegenüber Spiel eins habt ihr am Samstag den Weg gefunden mehr Emotionen ins Spiel zu bringen und vier Tore zu schiessen.

In der ersten Partie haben wir effektiv nicht unser bestes Eishockey gespielt. Wir haben viel zu wenig Druck auf ihr Tor ausgeübt. Dies hat im letzten Spiel geklappt wie man zum Beispiel bei vierten Tor gesehen hat. Dies muss auch unser Ziel für unser nächstes Spiel sein: ihre Verteidigung unter Druck setzten und Emotionen ins Spiel bringen.

Im Prinzip gilt es für den Abend bereit zu sein und zu vergessen dass ihr 0:2 hinten liegt.

Logisch dürfen wir nicht zu viel nach vorne schauen, sondern müssen im Moment bleiben. Wie in der Serie gegen Biel müssen wir uns von Spiel zu Spiel zu steigern. Wir wissen genau, dass es wieder ein enges Spiel gibt, aber wir werden bereit sein.

Greg Ireland, genauso wie in der vorherigen Serie steht ihr wieder am gleichen Punkt: 0:2 hinten und von vielen bereits abgeschrieben.

Ireland: Ich habe gelernt mich nicht gross darum zu kümmern was andere über uns sagen. Viel wichtiger ist was, innerhalb unseres Team passiert, wie hoch unsere Ansprüche sind. Unser Standard war schon das ganze Jahr hoch. Jedes Mal, wenn wir in Schwierigkeiten waren, haben wir unser Niveau nach oben geschraubt, was zeigt, dass wir Charakter haben und die Herausforderungen annehmen. Wir haben zweimal mit einem Tor Differenz verloren. Logischerweise willst du nie auf der falschen Seite stehen, aber nicht alles war negativ. Leider wurden wir am Samstag für eine gute Leistung nicht belohnt, aber es bringt nichts sich darüber zu beklagen, wir müssen das Niveau steigern und unsere Chancen nutzen.

Persönlich bin ich lieber am Sonntag hier in der Halle als am Golf spielen. Wir stehen im Finale, eine tolle Sache. Auch wenn wir 0:2 im Rückstand sind, haben wir immer noch die Chance zu gewinnen und unseren Erfolgshunger zu stillen. Genau dafür arbeiten Spieler und Staff jeden Tag hart um dahin zu kommen. Wir nehmen die Herausforderung an und werden mit grosser Leidenschaft weiterkämpfen.

Gegenüber Spiel eins war eure Offensiv-Leistung am Samstag viel besser.

Wir haben effektiv am Samstag unser Offensiv-Spiel wieder gefunden. Wir haben viele Chancen kreiert. Die Partie war wie ein Box-Match. Eine Runde war zu unseren Gunsten, eine zu Gunsten der Lions, dann waren wir wieder am Zug. Die positiven Sachen haben wir heute gezeigt, aber es gibt sicher noch einige Punkte, die wir verbessern können. Unser Puckmanagement kann noch besser werden. Die Angriffsauslösung kann noch besser erfolgen. Dies würde uns auch erlauben mehr Zeit in der Offensiv-Zone zu haben. Defensiv können wir kompakter stehen und auch wichtig: Wir müssen mehr Scheiben aufs Tor bringen und im Slot präsenter sein.