Cunti: «Teamgeist ist der grösste Trumpf»

11.4.2018 - Von Maurizio Urech

Wenige Stunden vor dem Puckeinwurf haben wir den Puls der Bianconeri gefühlt. Luca Cunti und der Trainer Greg Ireland standen Red und Antwort.

Luca Cunti, nach den grossen Emotionen vom Samstag, habt ihr euch gut erholt und Energien im Hinblick auf das Finale getankt?

Klar, es ist nicht schwer neue Energien zu tanken. Wir sind alle sehr angespannt, aber auf eine positive Art und Weise. Wir freuen uns aufs Finals und sind gut vorbereitet.

Sie und umgekehrt Fredrik Pettersson treffen in Final auf den Ex-Verein eine spezielle Ausgangslage?

Natürlich ist es etwas spezielles gegen seinen Ex-Klub zu spielen, aber die Tatsache, dass es der Final ist, hilft, sich nur darauf zu konzentrieren. Während der Saison war dies sicher anders, doch jetzt gilt die volle Konzentration auf das Finale und da spielt es keine grosse Rolle, wenn du gegen deinen Ex-Klub spielst.

Persönlich läuft es ihnen in den Playoffs bisher sehr gut, aber die grösste Stärke von Lugano ist sicher momentan, dass man nicht nur von einer Linie abhängig ist.

Sicher war bisher unsere Kaderbreite zusammen mit dem Teamspirit unser grösster Trumpf. Gegen Biel lagen wir zurück, viele hatten uns bereits abgeschrieben, aber wir halten zusammen, jeder kämpft für den anderen. Dadurch, dass wir drei wichtige Spieler verloren haben, sind wir sicher näher zusammengerückt, aber trotzdem wäre es schön gewesen, auch sie dabei zu haben.

Die ZSC Lions sind nach dem SC Bern sicherlich die offensiv stärkste Mannschaft. Eine grosse Herausforderung für euch?

Sicher, auch Biel war eine Mannschaft die offensive Qualitäten hatte, vor allem in den ersten zwei Partien. Die Lions werden sicher noch mehr Druck auf unser Tor ausüben und dazu spielen sie noch schneller. Darauf müssen wir vorbereitet sein.

Wichtig für euch wird sein die Emotionen zu kontrollieren und keine Energien in Nebenkriegsplätzen zu verschwenden. Dies war auch einer der Schlüssel zum Erfolg gegen den EHC Biel.

Emotionen sind natürlich wichtig und der Sport lebt davon, für uns gilt es vor allem unnötige Strafen zu vermeiden und den Fokus nicht zu verlieren. Wir haben auch die Serie der Lions gegen den SCB verfolgt und haben analysiert wie ihre Spielstrategie aussieht. Wir werden sehen, ob sie dies auch gegen uns verwenden werden.

Greg Ireland, im Halbfinal gegen den EHC Biel habt ihr einen schlechten Start erwischt. Habt ihr irgendetwas im Hinblick auf das Finale geändert?

Für Aussenstehende ist der einzige Massstab Sieg oder Niederlage, doch wir hatten in den ersten zwei Spielen auch gute Sachen gesehen und für uns ging es einfach darum unser Spiel weiter zu verbessern. Im Finale treffen wir auf einen sehr guten Gegner und auch wir wollen unser bestes Eishockey zeigen.

Ein Schlüssel zum Erfolg im Halbfinal war sicher eure physische Präsenz, ein wichtiger Faktor auch im Final?

Klar ist, dass beide Teams in der ersten Partie alles in die Waagschale werfen werden. Wir erwarten eine lange Serie, während der es zu Anpassungen beiderseits kommen wird. Sicherlich wird auch die Disziplin eine wichtige Rolle spielen.

Ist eine gewisse Nervosität zu spüren?

Dafür gibt es keinen Grund. Du musst nervös sein, wenn du Ende Monat die Miete bezahlen musst und kein Geld auf dem Bankkonto hast. Dies ist Vergnügen und um zu verstehen wie glücklich und privilegiert wir sind, genügt es zu realisieren mit welchen Problemen andere Leute zu kämpfen haben. Wir stehen im Finale freuen uns darauf und wir haben nichts zu verlieren und werden unser Bestes geben.

Am letzten Samstag haben wir eine kuriose Szene gesehen. Beim Tor zum 5:1 sind alle auf der Bank explodiert nur Sie nicht. Waren Sie schon auf den nächsten Shift konzentriert?

Im Moment hatte ich es nicht bemerkt, dann haben wir die Szene mit meinem Assistenten Silander gesehen und darüber Witze gemacht. Es ist schön im Finale zu stehen, aber wir sind noch nicht dort, wo wir hin wollen. Wichtig ist jetzt, dass wir weiterhin als Mannschaft aber auch individuell mit dem richtigen Gleichgewicht zu Werk gehen. Diese Mannschaft hat bisher viele Schwierigkeiten bewältigt, auf diesem Weg müssen wir weiterfahren.