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Saison-Vorschau 2004/05

Von Martin Merk, Urs Berger, Maurizio Urech



15 Tage vor Saisonbeginn ist es soweit, unsere alljährliche Saisonvorschau kommt in die gute Stube, ins Büro oder wo auch immer dieser Text auch gelesen wird. Die Olympischen Spiele sind vorbei und langsam findet auch wieder das Eishockey den Weg in die Presse und nicht nur auf Eishockey-spezifische Medien.
Die vergangene Saison war das Jahr des SC Bern, welche dem Favoriten aus Lugano nicht in der Qualifikation, aber in den wichtigeren Playoffs knapp und in einer äusserst spannenden Serie zu bezwingen vermochten. Auch sonst waren alle Teams etwa auf dem Niveau, wie wir sie erwartet hatten - bis auf die Kloten Flyers, welche schwierige Zeiten durchmachen.
Doch wer schafft es diese Saison auf den Thron? Der SC Bern gehört als Titelverteidiger zu den Favoriten, blieb dem Motto "Never change a winning Team" aber nicht treu. Der Meistertrainer Kent Ruhnke wurde böse gesagt weggemobbt, man wollte diese eitle und erfolgreiche Persönlichkeit nicht halten, weil man ihn zuwenig schätzte, den Faktor Trainer im SCB-Mosaik - jahrelang ein grosses Problem im Club - unterschätzte. Nun kommt Alan Haworth als Chef an die Bande, der diese Position schon bei seinem Engagement als Assistent angestrebt hatte. Als SCB-Spieler ist er eine Legende, als Trainer aber ein Grünschnabel. Nur weil der Trainer im neuen Berner Verständnis nicht mehr eine so grosse Rolle spielt, gilt die Titelverteidigung bei den Bernern als selbstverändlich.
Der HC Lugano blieb seinem Team schon eher treu und träumt auch weiterhin davon, eigene Junioren vermehrt einbauen zu können, was oft nur bei "unwichtigeren" Spielen gelingen wollte beziehungsweise versucht wurde. Dass der Qualifikationssieger so zu den Topfavoriten zählt, ist schon fast selbsterklärend. Zu diesem Duo gesellen sich die ZSC Lions als einer der Transfersieger: Trotz einem budgetierten Rekorddefizit im Exilstadion hat man kräftig am Geldhahn gedreht, ein qualitativ gutes und ein quantitativ übergrosses Kader auf die Beine gestellt. Holt man so den Meistertitel bereits ein Jahr "zu früh" ohne ein würdiges Stadion? Zu erwähnen gibt es dann natürlich auch die Wundertüte HC Davos. Mit Joe Thornton und Rick Nash haben sie die zwei mit Abstand stärksten Ausländer der Liga - doch für wie lange? Dies wird entscheidend für die Endklassierung sein, denn ohne ihre NHL-Stars, welche bei NHL-Beginn zu ihren Clubs zurückkehren müssen, genügen die Bündner den Ansprüchen eines Spitzenclubs nicht. In unserer Prognose-Rangliste, welche als erstes Sortierkriterium den Rang in den Playoffs/Playouts und dann bei Gleichheit die Qualifikationsrangliste umfasst, gehen wir von einem NHL-Lockout bis Januar aus. In Nordamerika gehen die Experten davon aus, dass sich die NHL und die Spielergewerkschaft NHLPA entweder im früheren Winter über einen Gesamtarbeitsvertrag und damit über einen Saisonstart einig werden oder die Saison komplett ausfällt.
Auch neben dem HCD gibt es einige Wundertüten. Genf-Servette setzt ähnlich wie Davos auf NHL-Spieler, hat sonst aber ein qualitativ dünnes Kader. Der EV Zug und die SCL Tigers haben stark aufgerüstet und liebäugeln mit mehr als nur der Playoff-Qualifikation. Desweiteren hat man mit Ambrì, Fribourg, Kloten, Lausanne und Rapperswil weitere Teams, welche in die Playoffs wollen. Von diesen Mannschaften werden es aber nur sehr wenige dieses Ziel erreichen können und Lausanne gilt mangels Geld und Transferoffensive nach den letztjährigen Leistungen als Favorit auf die erneute Ligaqualifikation gegen den NLB-Meister, welche heikler werden dürfte als noch vor einem Jahr.
Nach der Überwindung von Skandalen wie um Werner Kohler sowie die Playout-Streichung vor zwei Jahren inklusive 13-er-Liga kann die NLA jedenfalls wieder in stabilere Bahnen einkehren und das Eishockey in der Schweiz attraktiver machen. Die Ligareduktion sowie die gleichzeitige Erweiterung auf vier Ausländer (davon mindestens einer mit EU-Pass) pro Club und Spiel kann dafür sorgen, dass das Gefälle innerhalb der Liga und jeder Mannschaft kleiner wird, was im internationalen Vergleich als Manko der höchsten Schweizer Liga galt. Auch die streieknden NHL-Stars werden das Eishockey attraktiver machen. Bisher haben vor allem Davos und Servette vom drohenden Streik profitiert: Doch innerhalb der Liga wird seit längerem gemunkelt, dass Clubs wie Lugano und Bern allen Dementis zum trotz für weitere Stars sorgen könnten, wenn denn der NHL-Streik soweit wäre. Darauf wird man gespannt schauen dürfen.
Wie gewohnt wird ab sofort jeder Tag ein NLA-Team vorgestellt, dazwischen folgt in gewohnter Manier die grosse Vorschau zur zweithöchsten Spielklasse, der Nationalliga B.
Wir wünschen allen Lesern viel Spass beim Lesen der Texte!

Euer hockeyfans.ch-Team


hockeyfans.ch - Vorschau-Serie 2004/05
02.09.2004Erscheinung der Übersicht
02.09.2004EV Zug - Das (Hin)Aufrüsten geht weiter
03.09.2004HC Davos - Spektakel auf Zeit?
04.09.2004Lausanne HC - Mission Impossible oder der sichere Absteiger?
05.09.2004HC Lugano - Auch dieses Jahr steht der Name für Spektakel
06.09.2004Genève-Servette HC - Die Saison der Bewährung
07.09.2004HC Ambrì-Piotta - Konstant auf Playoff-Niveau?
08.09.2004SC Rapperswil-Jona - Das Warten auf die Halle
09.09.2004HC Fribourg-Gottéron - Der Club der Emotionen
10.09.2004Kloten Flyers - Ein Club im Wandel
12.09.2004SCL Tigers - Wenn aus einem Dorfklub Millionairos werden
13.09.2004SC Bern - Verteidigung mit den bewährten Kräften
14.09.2004Nationalliga B
16.09.2004ZSC Lions - Schon jetzt in Saus und Braus


hockeyfans.ch - Prognose 2004/05
(wird mit der Serie erweitert)
1.Lugano
2.ZSC Lions
3.Davos
4.Bern
5.Servette
6.Zug
7.SCL Tigers
8.Ambrì
9.Fribourg
10.Kloten
11.Rapperswil
12.Lausanne
Die Prognose von hockeyfans.ch
Forenbenutzer-Prognose
(Stand 10.09.2004)
1.Lugano1.555
2.Bern2.033
3.ZSC Lions3.284
4.Davos4.060
5.Zug5.775
6.Servette5.815
7.Ambrì7.496
8.Kloten8.136
9.Fribourg8.244
10.SCL Tigers8.275
11.Rapperswil10.195
12.Lausanne11.347
Die Prognose der Forenbenutzer auf hockeyfans.ch
Preseason-Rangliste Sommer 2004
(Stand 12.09.2004)
1.Lugano
2.ZSC Lions
3.Bern
4.Ambrì
5.Rapperswil
6.SCL Tigers
7.Lausanne
8.Davos
9.Kloten
10.Fribourg
11.Zug
12.Servette
Einschätzung und Bewertung der Vorbereitungsspiele
 
Topscorer der Vorsaison
(Stand 12.09.2004)
GA1A2P
1.Eric Landry (Lausanne)79117
2.Marko Tuomainen (Lausanne)74213
3.Jan Alston (ZSC Lions)55313
4.Laurent Emery (Lausanne)36413
5.Andrei Bashkirov (Lausanne)75012
6.Ivo Rüthemann (Bern)74112
.Petteri Nummelin (Lugano)74112
8.Patrik Juhlin (Bern)62412
9.Daniel Steiner (SCL Tigers)56112
.Thierry Paterlini (ZSC Lions)56112
11.Oliver Kamber (Lausanne)35412
12.Kevin Romy (Servette)81211
13.Gerd Zenhäusern (Lausanne)71311
14.Goran Bezina (Servette)46111
15.Igor Fedulov (Servette)44311
16.Jeff Toms (Ambrì)26311
Ferner:
22.Kimmo Rintanen (Kloten)26210
31.Niki Sirén (Rapperswil)2529
37.Reto von Arx (Davos)4318
40.Mikael Karlberg (Fribourg)4307
.Benny Plüss (Fribourg)4307
79.Beat Schuler (Zug)3104
Beste Torhüter der Vorsaison
(Stand 12.09.2004)
GMinGGTMin/GGTGGT/G
1.Jonas Hiller (Davos)5280556.001.00
2.Marco Streit (Rapperswil)5300837.501.60
3.Ari Sulander (ZSC Lions)95131632.061.78
4.Ronnie Rüeger (Lugano)83691323.381.63
5.Corey Hirsch (SCL Tigers)95102025.502.22
6.Simon Züger (Ambrì)94511825.062.00
7.Daniel Manzato (Ambrì)62701124.551.83
8.Marco Bührer (Bern)84722122.482.63
9.Thomas Bäumle (Davos)4200922.222.25
10.Tobias Stephan (Kloten)42401220.003.00
11.Michael Flückiger (Lugano)52001020.002.00
12.Marc Eichmann (Bern)3180920.003.00
13.Lars Weibel (Zug)95402819.293.11
14.Michael Tobler (Rapperswil)63401818.893.00
Ferner:
16.Reto Pavoni (Servette)105403117.423.10
17.Gianluca Mona (Fribourg)105913516.893.50
18.Thomas Berger (Lausanne)95403615.004.00
Zuschauerschnitt der Vorsaison
(Stand 12.09.2004, Klammer: Vorjahr)
1.Bern2468(2100)
2.Lausanne1916(2029)
3.Lugano1415(1550)
4.SCL Tigers996(1280)
5.Ambri995(619)
6.Rapperswil958(683)
7.Zug884(1068)
8.Servette841(1122)
9.ZSC Lions764(771)
10.Kloten723(795)
11.Fribourg350(1188)
12.Davos300(922)
(Spiele des Clubs im Heimstadion und Einzugsgebiet)



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