Langenthal: Eine gute Saison - aber es wurde doch zu spät gehandelt

Kommentar von Benjamin Bienz

   

Nun ist die Überraschung perfekt. Qualifikationssieger SC Langenthal scheidet schon in den Viertelfinals aus, nachdem der Geschäftsführer Heinz Schlatter im Playoff-Draft bereits die Ligaqualifikation Basel-Langenthal herausposaunte. Statt Aufstieg droht nun ein Loch im Budget. Obwohl man als Qualifikationssieger zuerst wählen durfte und sich für den vermeintlich leichtesten Gegner GCK Lions entschied, kann der ambitionierte Verein aus dem Oberaargau die Ferien früher als erwartet antreten. Das budgetierte Ziel den Halbfinaleinzug wurde also verpasst.

Der SC Langenthal war dem Druck in den Playoffs nicht ganz gewachsen, denn die Geschäftsleitung der Mannschaft aussetzte. Obwohl man die Qualifikation mehr oder weniger souverän als Sieger abschliessen konnte, so war nicht alles gut, wie es schien. Denn dieses frühe Aus zeichnete sich eigentlich schon seit Weihnachten ab, denn der erste Platz schützte die Mannschaft und vor allem Ex-Trainer Mike Posma zu lange. Die Mannschaft hatte unter Posma einen falschen Formaufbau gehabt. Die Mannschaft hatte ihre beste Phase von Ende September bis und mit Ende November gehabt, als man unter anderem acht Siege in Folge feiern konnte. In dieser Phase schwächelten andere Spitzenteams wie Lausanne oder Biel, dafür besitzen diese zwei Mannschaften jetzt die Höchstform. Die Geschäftsleitung reagierte erst, als die Situation prekär war. Angeführt wird diese vom Gescähftsführer Heinz Schlatter, welcher auch die GCK Lions im Alleingang wählte. Im Playoff-Viertelfinal, als man die ersten zwei Spiele verlor, ja dann plötzlich wurde doch noch gehandelt. Posma wurde entmachtet und Gary Prior wurde als "Feuerwehrmann" geholt. Doch dem neuen Coach blieb keine Zeit sich an die Mannschaft zu gewöhnen. Dies in der heissesten Phase der Meisterschaft. Denn wäre früher gehandelt worden, wäre ein solch frühes Aus abzuwenden gewesen. Trotzdem hat der SCL eine gute Saison gehabt. Erstmals wurde der Qualifikationssieg errungen, was sicher auch nicht zu verachten ist. Doch mit diesem "inoffiziellen" Titel können sich die Oberaargauer nichts kaufen. Vor einem anderen Problem muss sich die SC Langenthal AG auch stellen, denn zu viel gerieten die Berner in negative Schlagzeilen. Sei es mit Alkoholproblemen oder mit Sicherheitsproblemen, was sich noch mehr negativ ausschlägt als das frühe Aus auf dem Eis. Denn das auf dem Eis kann man reparieren. Das andere wird lange haften bleiben. Ein frühes Aus bringt aber auch Positives. Denn die Geschäftsleitung wird seine Lehre daraus ziehen müssen und seine Probleme in den Griff kriegen. Wenn dies gelingt, kann der SC Langenthal ab nächster Saison von Neuem beginnen und mit Vollgas angreifen. Es bleibt zu hoffen das der SC Langenthal sich wieder in die positiven Schlagzeilen reiten lässt. Gelingt dies der SC Langenthal AG, so ist ein gutes Abschneiden auch in den Playoffs nicht auszuschliessen. Doch zuerst muss man sich in den Griff kriegen, dies hat jetzt erste Priorität.


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