Gary Sheehan und sein HC La Chaux-de-Fonds gehören zu den Gejagten. Foto: Christoph Perren (auf Bild klicken für MMS)

La Chaux-de-Fonds und Lausanne die Gejagten

Von Roland Jungi, Martin Merk, Leroy Ryser

Die Clubs haben ihre Gegner ausgewählt – morgen beginnen in der National League B die Playoffs. Der deutliche Qualifikationssieger und der zwei Plätze schlechter klassierte „ewige NLB-Favorit“ Lausanne gehören zu den Gejagten. Doch gleich dahinter folgen mit Olten, Langenthal, Basel und Visp Clubs aus der Deutschschweiz, welche allzu gerne ein Bein stellen wollen.

Bleibt La Chaux-de-Fonds siegreich?

Als erster Club durfte der HC La Chaux-de-Fonds wählen und das Resultat war keine Überraschung. Der deutliche Qualifikationssieger wählte den Achten HC Sierre-Anniviers, der erst kurz vor Schluss den Sprung ins Viertelfinale geschafft hatte.

„Es war für uns von allem Anfang an klar, dass wir Sierre ziehen werden. Für uns beginnt am Freitag keine neue Saison, sondern wir wollen den Schwung aus den ersten 45 Runden mit in die Spiele gegen die Walliser hinübernehmen“, erklärt Benoît Mondou, der PostFinance Topscorer der Neuenburger.

Mit neun Punkten Vorsprung auf das Duo Olten/Lausanne hat der HCC seine Ambitionen klar gemacht. Und strotzt vor Selbstvertrauen.

„Wir sind der klare Favorit, haben keine Angst vor unserem Gegner und werden mit unseren Leistungen die Mélèzes in ein Tollhaus verwandeln“, sagt Mondou. „Wir wollen Meister werden, dazu müssen wir aber als erstes die Serie gegen Sierre überstehen.“

Also einfaches Spiel für den HCC mit fast doppelt so vielen Punkten auf dem Konto? Mitnichten. La Chaux-de-Fonds hat von fünf Spielen lediglich drei gewonnen – darunter war auch eine 0:7-Niederlage in Sierre verbunden mit Gehässigkeiten. Ein Spaziergang wird es nicht und die Mannschaft von Morgan Samuelsson hat im Dezember und Januar aus dem Tief vom Saisonbeginn herausgefunden.

Olten wählte Nordwestschweizer Duell

Das zweite Duell ist eines der Deutschschweiz. Der EHC Olten konnte zwischen Basel (5.), Visp (6.) und Ajoie (7.) wählen. Gegen Ajoie sprach die Spielweise der Rumpel-Jurassier, die schon die eine oder andere Verletzung beim EHCO verursacht hatten. Gegen Visp die weitere Reisedistanz. Also nahmen sich die Oltner den bestklassierten Gegner EHC Basel Sharks für ein Nordwestschweizer Duell.

Das Duell am Belchen und Hauenstein hatten in den letzten Jahren etwas an Reiz verloren, weil es während der Basler Aufbruchstimmung vor einigen Jahren zu einseitig auf der Basler Seite war, und nach dem Abstieg zurück in die NLB zu Einseitig zu Gunsten der Oltner. Auch zu Saisonbeginn verpassten die Oltner den Grossstädtern mit einem 9:1-Sieg in Basel einen deftigen Denkzettel. Seither hatten die Basler jedoch deutliche Zeichen gesetzt und mit viel Kampfgeist die letzten drei Spiele gegen Olten – davon zwei auswärts – gewonnen.

Die Wahl mag aus sportlicher Sicht etwas überraschen, etwas mehr Emotionen in diesem Regionalduell dürften aber beiden Clubs nur recht sein.

„Basel ist ein guter, schwer zu spielender Gegner“, weiss der kanadische Stürmer Carson Germyn den Gegner einzuschätzen. „Mit einem guten Heimstart wollen wir die Serie so schnell wie möglich beenden. Wir sind in der Lage alle Teams zu schlagen, haben vier gleichwertige Linie und wollen deshalb Meister werden!“

Lausanne: Mission Aufstieg startet mit hartem Brocken

In der Wahl zwischen Ajoie und Visp entschied sich der LHC für Ajoie. Die Jurassier sind spielerisch wohl die limitiertere der beiden Optionen, an Kampfgeist mangelt es ihnen jedoch nicht. Für ihr Rumpel-Eishockey haben sie es in einer Lausanner Zeitung gar zum Thema einer ganzen Seite geschafft.

Mit 969 Strafminuten waren die Jurassier unangefochtener Leader dieser Statistik inklusive sechs Spieldauer-Disziplinarstrafen und 21 Zehn-Minuten-Strafen. Damit haben sie sich oftmals wenig Freunde verschaffen, aber das ist in den Playoffs auch gar nicht das Ziel. Die Underdogs aus Porrentruy werden bis in die Zehenspitze motiviert sein, dem selbsternannten Aufstiegsfavorit ein Bein zu stellen.

Der LHC folgt dagegen ganz andere Ziele. „Wir wollen nicht nur B-Meister werden, sondern in die NLA aufsteigen. Dies sind wir unseren treuen Fans mehr als nur schuldig“, findet der österreichische Internationale Oliver Setzinger grosse Worte.

„Die Jurassier sind unser Wunschgegner. Wir werden physisch hart spielen, dem Gegner den Schneid abkaufen und die Serie so schnell als möglich beenden, damit keine Diskussionen in unserem Umfeld entstehen. Um aber das vorgegebene Ziel – Aufstieg zu realisieren, gilt für uns alle die Devise: Schritt für Schritt!“

Die Bilanz lautet 4:1 für Lausanne. In der Malleyhalle hatten die Waadtländer keine Mühe, auswärts dagegen schon. Einmal gab es einen 1:0-Sieg, einmal gewann Ajoie nach Verlängerung.

Langenthal will Schritt nach vorne machen

Die vierte Begegnung ist meistens sie ausgeglichenste und dies ist bei SC Langenthal gegen EHC Visp nicht anders. Langenthal musste nehmen was übrig bleibt und der Tabellenvierte hat mit Visp einen Gegner erhalten, gegen den es eine Negativ-Bilanz aufweist.

„Es würde in jeder Serie schwierig und eng, egal gegen wen. Daher gab es keinen Wunschgegner“, sagt der dänische Trainer Heinz Ehlers. „Was ich aber glaube ist, dass wir auf den spielerisch stärksten Verein treffen, der in den letzten vier Play-Off-Plätzen klassiert ist.“

Nachdem man in den letzten Jahren vorwärts machen konnte und vor einem Jahr erst im siebten Viertelfinal-Spiel an Olten gescheitert war, wollen es die Langenthaler dieses Jahr besser machen.

„Die Gesamtentwicklung ist sehr gut. Wir haben wieder mehr Zuschauer, wir haben eine bedeutend bessere Stimmung im Stadion und konnten den Kern des Teams in Langenthal für nächste Saison behalten. Gerade deshalb sind wir mit der Entwicklung des Vereins zufrieden“, sagt der Geschäftsführer Reto Kläy.

Doch zuerst erhalten die Langenthaler mit dem EHC Visp einen Gegner, der vier von fünf Direktbegegnungen für sich entschieden hat und als sehr heimstark gilt. Angst hat der Trainer Ehlers aber keine. „Wir werden offensiv mitspielen wollen, denn auch wir sind eine spielerisch starke Mannschaft“, deutet er an.