Benjamin Conz wird im Viertelfinale gegen Kanada gefordert sein - wie schon im Vorjahr im Halbfinal-Duell der beiden Teams. Foto: Christian Häusler (auf Bild klicken für MMS)

Nun wartet Kanada

Von Urs Berger

Am morgigen Sonntag wartet auf die Schweizer Junioren eine nicht unlösbare Aufgabe. Die Kanadier scheinen an diesem Turner zwar eine gute Mannschaft zu haben, doch fehlt ihnen auf der wichtigen Torhüterposition ein ausgezeichneter Schlussmann. Kann das die Entscheidung sein?

In der Nacht auf Montag kann vielleicht wieder Eishockeygeschichte geschrieben werden. Dazu braucht es aus Schweizer Sicht eine starke Torhüterleistung, eine starke Verteidigung und ein Sturm, dem auch das Quäntchen Glück nicht fehlen darf. Gepaart mit einem Schuss grossem Selbstvertrauen und keiner Angst, könnte dies das Rezept sein, die Kanadier zu bezwingen. Ausschlaggebend aber wird die Leistung der beiden Torhüter und das Kollektiv der jeweiligen Mannschaft sein. In dieser Hinsicht scheint die Schweizer Nationalmannschaft etwas besser besetzt zu sein als die Kanadier. Im statistischen Vergleich ist Benjamin Conz auf Platz 6 der Torhüter mit 91.22% der gehaltenen Schüsse, Olivier Roy jedoch auf Platz 9 mit 87.5%. Dies scheint auf den ersten Blick eine der Schwachstellen der Kanadier zu sein. Und eine, welche die Schweizer durchaus ausnützen können. Wenn die Stürmer direkt vor das Tor fahren und die Abpraller konsequent ausnützen können, dann würde ein Sieg im Bereich des Möglichen liegen.

Kanadas gute Verteidigung

Die Kanadier werden dies jedoch wohl kaum zu lassen. Denn ihre Verteidigung ist eine der stabilsten in diesem Turnier. Diese steht kompakt und lässt den angreifenden Stürmern kaum Raum. Dazu kommt, dass die Kanadier schnelle und agile Verteidiger haben. Unter den sechs besten Punktesammler der Verteidiger sind drei Kanadier vertreten. Angeführt wird die Liste von Ryan Ellis, welcher auf 2 Tore uns 6 Assist in vier Spielen kommt. Auf Rang drei folgt Erik Gudbranson mit 5 Punkten ehe Tyson Barrie auf Rang sechs mit drei Punkten folgt. Alle drei Spieler können jedoch auch sehr physisch spielen und sind vor dem eigenen Tor sehr präsent.

Sturm glänzt noch nicht

Anders sieht es im Sturm aus. Die Kanadier scheinen dort ihre Probleme zu haben. Erneut sind zwar die Toppositionen in der Scorerliste durch Kanadier besetzt. Doch danach fällt ein kleiner Schnitt auf. Und in diesem sind dann die ersten Schweizer zu finden. Mit Init Pestoni ist ein Spieler dabei, welcher in den Vorschauen keine besondere Beachtung fand. Und genau dies nützen nun die Spieler um Conz, Niederreiter, Bärtschi und Schlumpf aus. Diese vier sind auch verantwortlich, dass die Schweizer in den entscheidenden Spielen immer gewinnen konnten. Doch auch die Indianer machten bis an hin ihren Job gut. Und neben den Torhütern könnte genau dies das Entscheidende Puzzelstückchen sein. Denn bei den Kanadiern muss ein Sieg her. Bei den Schweizern darf es ein Sieg sein.