Sven Bärtschi im Interview mit hockeyfans.ch. Foto: Christian Häusler (auf Bild klicken für MMS)


Sven Bärtschi bedrängt den deutschen Torhüter. Foto: Christian Häusler (auf Bild klicken für MMS)

Bärtschi: „Ich will besser werden“

Von Urs Berger

In der Schweiz kennen ihn nur wenige, in den kanadischen Juniorenligen dafür um so mehr. Sven Bärtschi ist einer von acht Junioren, welche den Sprung nach Nordamerika wagten und nun auf den Spuren von Nino Niederreiter ist. Dass er diesen Vergleich nicht scheut, sagte er uns im grossen hockeyfans.ch Interview. Hier kommt Teil 1 aus Buffalo.

Sven Bärtschi Du spielst Deine erste U20-Weltmeisterschaft. Mit welchen Gefühlen bist Du in die Nationalmannschaft eingerückt?

Als ich das Aufgebot bekam, habe ich mich sehr gefreut. Es ist etwas spezielles, ein Aufgebot für die U20 zu erhalten speziell, da diese Weltmeisterschaften in Buffalo sind. Für mich bedeutet dies alles sehr viel. Nun, da ich hier bin, spüre ich, wie grossartig dies alles für mich ist.

Hier in Buffalo werden die meisten U20-Spiele in der Heimstätte der Sabers ausgetragen. Mit welchen Gefühlen gingst Du auf das Eis?

Es war ein komisches Gefühl. Schon als ich das Stadion von aussen sah, hatte ich ein eigentümliches Gefühl. Als ich dann in die Zuschauerränge blickte, wurde das Gefühl noch intensiver. Es ist irgendwie ein ganz spezielles Gefühl, das mich hier ergriffen hat. Schon alleine diese Grösse des Stadions war beeindruckend. Es ist für mich etwas spezielles, in einem NHL-Stadion zu spielen und zu trainieren.

Du spielst mit Nino Niederreiter im gleichen Team. Nino hat NHL-Erfahrung sammeln können. Was hat er Dir über die NHL erzählen können?

Wir sprechen immer wieder darüber und Nino gibt mir den einen oder anderen Tip was ich noch besser machen könnte. Natürlich erzählt er mir auch von der NHL und von seinen Erfahrungen. Dadurch lerne ich weiter von ihm.

Du wirst in vielen Medien mit Nino Niederreiter verglichen. Stört Dich dies manchmal?

Es ist natürlich ein schönes Gefühl mit Nino verglichen zu werden. Speziell wenn man bedenkt, dass er schon in der NHL gespielt hat. Das ist schon ein Kompliment.

Das Ziel der U20 ist wie in allen Jahren der Ligaerhalt zu schaffen und vielleicht in den Viertelfinal einzuziehen. Was denkst Du ist mit dieser Mannschaft möglich?

Die Zielsetzung war sicher das Erreichen des Viertelfinales. Nun schauen wir weiter. Alles ist möglich.

In den Vorbereitungsspielen hat man gegen Kanada eine 0:8-Schlappe eingefahren. Dies löste doch einige Fragen aus. Was war der Grund dafür, dass die Niederlage so hoch ausgefallen ist?

Wir waren zu Beginn zu ängstlich, wollten zu sicher spielen und haben uns zu wenig getraut. Dies merkte man an den wenigen Checks, die wir austeilten, dass wir zu wenig Scheibenbesitz hatten und dadurch zu wenig Chancen kreieren konnten. Was danach aber gut war, war die Reaktion gegen die Schweden. Wir hatten dort ein gutes Spiel und verloren erst nach Penaltyschiessen mit 3:4. Dies hat uns dann gezeigt, das wir wieder zurück auf dem richtigen Weg sind.

Gegen Deutschland sah man aber dann wieder zwei Gesichter der Schweizer Mannschaft. Im ersten Drittel hatte man das Gefühl, die Schweizer würden die Deutschen an die Wand spielen und ihnen eine Lektion erteilen wollen. Danach war der Ofen aus und die Schweiz spielte nicht mehr gleich gut. Wo liegen hier die Gründe?

Das ist nicht einfach zu beantworten. Wir hatten einen sehr guten Start und konnten uns aus den vier möglichen Powerplay-Situationen mit drei Toren einen Vorteil erschaffen. Als wir dann in der Pause waren, haben wir uns vorgenommen, genau so weiter zu spielen. Aber wir konnten dies, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr. Zum guten Glück hatten wir Benjamin Conz im Tor, welcher wieder ein super Spiel gezeigt hat. Aber nach dem Spiel fragt keiner, wie man diese drei Punkte geholt hat. Hauptsache wir haben sie nun auf unserem Konto.

Aber ist das nicht etwas die Mentalität der Schweizer. Super, wir führen 4:0 nun können wir uns ausruhen?

Es war sicher nicht so, das wir uns gesagt haben, nun führen wir 4:0 und wir können uns zurücklehnen und nicht mehr viel machen. So war es nicht. Im Gegenteil. Wir haben uns in den Pausen immer wieder gesagt so weiter spielen wie im ersten Drittel, und noch mehr machen. Aber irgendwie ging das nicht mehr. Wieso das so war, kann ich nicht sagen. Dies in Worte zu fassen ist sehr schwer.

Kommen wir zur WHL und den Portland Winterhawcks. Hast Du von dir selber erwartet, das Du einen solch guten Saisonstart hinlegen kannst?

Ich habe von mir selber eigentlich nichts grossartiges erwartet. Dass es nun so gut läuft ist für mich natürlich gut. Mein Ziel war es, dass ich hier Eishockeyspielen kann und Freude haben werde. Dass ich dann gleich so gut aufspielen würde, das habe ich wirklich nicht erwartet. Bereits im Vorbereitungscamp spürte ich, dass ich von Tag zu Tag besser wurde. Und als dann die Saison begann, wurde ich von Spiel zu Spiel besser und es ging alles einfacher.

Hattest Du von Beginn an ein gute Verständnis mit deinem neuen Linienpartner Ty Rattie?

Wir haben uns von Beginn an gut verstanden. Es hat einfach von Beginn an gestimmt. So habe ich das selber nicht erwartet.

Also hat es für euch beide gleich geklappt und ihr hattet keine Probleme?

Das ist so. Wir haben dies schon in der Vorbereitung gemerkt. Es hat einfach alles gepasst.

Wie war für Dich das Vorbereitungscamp?

Zu Beginn war ich in einem kleineren Raum, in dem ich meine Garderobe hatte. Dies ist, wenn Du neu in das Team kommst, normal. Immerhin versuchen sich 80 junge Spieler für das Team aufzudrängen.

Wie konntest Du Dich auf die WHL vorbereiten?

Durch dies, das ich in der NLB bereits bei Langenthal spielen konnte, war für mich die Umstellung etwas einfacher. Auch in der NLB wird auf den Körper gespielt. Und dadurch wusste ich in etwa was auf mich zukommen wird. Dies hat mir denn auch geholfen.

Kann man die beiden Liegen vergleichen?

Ich denke nicht. Zu vor in der NLB habe ich mit Männern gespielt. Nun spiele ich mit Gleichaltrigen zusammen. Das ist schon ein Unterschied. Das merkt man.

Dein Trainer bei den Winterhwacks hat in mehreren Interviews gesagt, das man Dich fast mit dem Lasso einfangen müsse nach dem Training. Stimmt dies so?

Ja, das hat etwas. Ich will mich aber immer verbessern, immer steigern und besser werden als die anderen. Und das kann ich nun mal nur mit dem täglichen Training an mir selber. So kann ich mich verbessern und zu einem kompletten Spieler reifen.

Teil 2 folgt.