Richi Jost im Interview mit hockeyfans.ch. Foto: Christian Häusler (auf Bild klicken für MMS)

Jost: „Viertelfinale liegt in Reichweite“

Von Urs Berger

Die U20-Nationalmannschaft hat mit Richi Jost einen neuen Trainer erhalten. Vor dem ersten Spiel konnte sich hockeyfans.ch mit dem Neo-Nationaltrainer unterhalten.

Richi Jost, du bist der neue Nationaltrainer der U20. Wie waren für dich die ersten Monate im neuen Amt?

Im August habe ich mit der neuen Arbeit begonnen. Es war eine kurze Zeit bis zum Start der Weltmeisterschaft in Buffalo. Die Zeit reichte daher nicht, alles einzubringen was ich gerne möchte. Doch die beiden Zusammenzüge im August in Arosa haben mir geholfen, das Team kennenzulernen und das eine oder andere einfliessen zu lassen.

Du bringst als ehemaliger Nachwuchsschef der ZSC-Organisation viel Erfahrung in der Juniorenbewegung mit. Dein Rucksack ist gut bestückt.

Mein Leben besteht eigentlich nur aus Eishockey. Ich habe lange gespielt und habe danach in verschiedenen Tätigkeiten mein Wissen erweitern können. Zuletzt war ich 13 Jahre bei den ZSC Lions tätig und war in dieser Organisation als Sportchef für die GCK Lions zuständig. Nun mache ich einen neuen Schritt.

Dies ist eine grosse Herausforderung für Dich?

Es ist eine grosse Herausforderung für mich. Es gibt sehr vieles, was auf mich nun zukommt. Es gibt sehr viel, was neu ist und zuerst verarbeitet werden muss.

Ist es das erste Mal, seit du als Junior selber in der U20 gespielt hast, dass du wider an einer U20-WM bist?

Nein, ich war schon dabei. Doch damals habe ich dies nur als Zuschauer erlebt. Als Trainer war ich nie im Mitarbeiterstab.

Was hat sich verändert in der Zeit als Du als Junior dabei warst zu Heute?

Wenn man meine Zeit mit der heutigen Zeit vergleicht ist dies ein grosser Unterschied. Damals kamen wir und eher als Harlem Globetrotters vor. Jedes Spiel in einem anderen Stadion und an einem anderen Ort. Wir waren viel mit dem Bus unterwegs. Heute ist das anders. Heute ist alles sehr professionell organisiert und zu damals kein Vergleich mehr. Wir haben damals nicht viel von der WM mitbekommen. Das ist heute schon anders. Wir haben nur ein Spiel gesehen, ich denke das war der Finale, aber ansonsten nur unsere mit bekommen. Heute erleben wir das Gefühl der WM ganz intensiv.

Welche Zielsetzung hast Du mit dem Team?

Wir wollen Spiel für Spiel angehen. Dabei müssen wir das heutige Spiel gegen Deutschland nicht zu sehr auf den Sockel heben. Denn die anderen Spiele sind auch wichtig. Um die Viertelfinals zu erreichen, zu realisieren, brauchen wir zwei Siege. Und die Viertelfinals sind unser Ziel. Aus diesem Grund gehen wir Tag für Tag.

Ist die Vorbereitung einfacher für einen Trainer, wenn man die vermeintlich schwächeren Gegner zu Beginn hat?

Das ist eine schwierige Frage. Es ist für beide Teams gleich. Wir kennen die Deutschen und die Deutschen kennen uns. Daher weiss jeder vom anderen was zu erwarten ist. Ich denke, dass es wieder so sein wird wie in den Vorbereitungen und nur ein Tor Differenz die Entscheidung bringen wird. Unter Umständen können auch die beiden Torhüter diese Differenz ausmachen. Um aber auf die Frage zurückzukommen. Ich denke nicht, dass dies für eines der beiden Team eine Rolle spielt, ob man nun zuerst oder zuletzt gegeneinander spielt. Ich habe auch keine Präferenz, gegen wen ich zu erst spielen möchte. Der Spielplan ist nun mal so und das ist ok.

Ist es aber ein Vorteil, wenn man zwischen den wichtigen Spielen immer wieder einen Tag frei hat?

Ja, das wiederum ist ein Vorteil des Spielplans. So können wir uns jeweils optimal für das nächste Spiel vorbereiten und die Batterien aufladen. Dies müssen wir daher ausnützen.