Benjamin Conz hielt letztes Jahr im Viertelfinale gegen Russland stark während Nino Niederreiter vorne Wunder vollbrachte. Gelingt auch dieses Jahr wieder ein Exploit? Foto: Christian Häusler (auf Bild klicken für MMS)

Erfolgt die Bestätigung?

Von Urs Berger

Der Grat an den Juniorenweltmeisterschaften ist schmal. Für die Schweizer kann zwischen Abstieg und Überraschung wieder alles möglich sein. Dennoch erwarten viele Experten eine Verbesserung der Juniorennationalmannschaft in Buffalo.

Man erinnert sich noch gerne an die Szene, in welcher Nino Niederreiter die russische Verteidigung umkurvt und dann das entscheidende Tor zum Sieg der Schweizer Nationalmannschaft während der Verlängerung einschiebt. Dieses Tor eröffnete den Schweizern das erste Mal seit 1998 wieder den Einzug unter die ersten Vier an diesem Turnier. Dass man danach im kleinen Finale mit 11:4 gegen Schweden verlor, hat aufgezeigt, wo die Mängel gegen die Topteams auf diesem Niveau sind. Und genau dieses Spiel hinterliess bei uns einen zwieträchtigen Eindruck und trübte die ansonsten guten Leistungen der Juniorennationalmannschaft. Sahen wir hier die richtige U20-Nationalmannschaft, welche nach einem Exploit mit leeren Batterien stehen blieb? Und in diesem Jahr genau an diesen Leistungen anknüpfen wird?

Niederreiter, Bärtschi und Conz gefordert

Können Nino Niederreiter und Benjamin Conz erneut über sich herauswachsen? Kann Sven Bärtschi die hohen Ansprüche, welche er mit seiner Spielweise bei den Portland Winterhawcks weckte, erfüllen? Können Tristan Scherwey und Dominik Schlumpf an ihre Leistungen anknüpfen? Fragen, welche erst im Verlaufe des Turniers beantwortet werden können. Einen wichtigen Part in der Mannschaft wird Dominik Schlumpf zukommen. Der solide Verteidiger muss zusammen mit Dario Trutmann die gleiche Verantwortung übernehmen wie dies die beiden Stürmer Bärtschi und Niederreiter in der Offensive tun sollen. Gegen die Topstürmer der Topnationen USA und Finnland werden sie einiges an Arbeit haben. Und gegen die direkten Konkurrenten um den Einzug in das Vierteltelfinale Deutschland und die Slowakei muss die Schweizer Verteidigung einen guten Tag einziehen. Und die Offensive die nötigen Tor erzielen. Denn ansonsten droht die Relegationsrunde.

Relegationsrunde oder Viertelfinale – beides möglich

Egal wie die Schweizer Junioren an diesen Weltmeisterschaften abschneiden werden, entscheidend wird sein, dass sie als ein Team auftreten. Denn nur so kann die Teilnahme in den Viertelfinals auch in diesem Jahr erreicht werden. Ansonsten droht die Tristesse der Relegationsrunde. Sollte man in diese kommen, so wäre dies zwar eine Enttäuschung, aber sicher kein Weltuntergang. Denn man ist auf gutem Wege. Doch ob es zu einer ständigen Teilnahme in den Viertlefinals reichen wird, wird sich zeigen. Spätestens nach dem wichtigen Auftaktspiel gegen Deutschland kann eine weitere Prognose über den Verlauf des Turniers gewagt werden. Dann müssen alle Mannschaften ihre wahren Karten aufdecken.

Aufgebot für U20-WM

Torhüter: Benjamin Conz (SCL Tigers), Remo Giovannini (Davos), Lukas Meili (GCK Lions, nicht registriert).

Verteidiger: Luca Camperchioli (ZSC Lions), Samuel Guerra (Davos), Romain Loeffel (Fribourg-Gottéron), Dominik Schlumpf (Shawinigan Cataractes/QHJML), Nicholas Steiner (Kloten), Dario Trutmann (Plymouth Whalers/OHL), Ramon Untersander (Davos).

Stürmer: Benjamin Antonietti (Genf-Servette), Sven Bärtschi (Portland Winterhawks/WHL), Renato Engler (Davos), Gaëtan Haas (Biel), Yannick Herren (Kloten), Gregory Hofmann (Ambrì-Piotta), Ryan McGregor (GCK Lions), Nino Niederreiter (Portland Winterhawks/WHL), Inti Pestoni (Ambri-Piotta), Reto Schäppi (GCK Lions), Tristan Scherwey (SC Bern), Joël Vermin (Bern), Samuel Walser (Kloten Flyers).