Paolo Duca im Einsatz an der WM 2010. Fotos: Michael Zanghellini (auf Bild klicken für MMS)

Duca: Einstand der Ambrì-Ikone

Von Robert Szendröi

Als Teamcaptain und Leitwolf beim HC Ambrì-Piotta landesweit bekannt, bestreitet die Leventiner Eishockey-Ikone Paolo Duca (28) mit der Schweizer Nationalmannschaft seine erste Weltmeisterschafts-Teilnahme auf höchstem Niveau. hockeyfans.ch hat sich im Interview mit der HCAP-Leaderfigur über seine persönlichen Erfahrungen mit den Rot-Weissen in Mannheim unterhalten.

Ausserdem äussert sich Kevin Romy (Teil 2) von Derby-Widersacher HC Lugano über seinen Zimmerkollegen. Und weil die Schweizer Hockeyfans in Mannheim so zahlreich sind, ging hockeyfans.ch, im dritten Teil auch noch auf Stimmenfang zu Ducas WM-Einstand.

Wie ist dir nach dem geglückten Schweizer WM-Auftakt nach der Vorrunde zumute?

Paolo Duca: Mein Einstieg ins Geschehen war mit eindringlichen Emotionen verbunden. Besonders gegen die Letten fühlte ich mich noch etwas gefesselt. Schliesslich konzentrierte ich mich vor allem darauf keine Fehler zu machen.

In welcher Hinsicht konntest du sich gegen Italien steigern?

Gegen die „Azzurri“ trat ich mit mehr Selbstvertrauen an. Zudem konnte ich in punkto Schnelligkeit zulegen. Obwohl es meine und unsere Linienaufgabe ist, in erster Linie Tore zu verhindern, gelang es mir einige Schüsse aufs gegnerische Gehäuse abzufeuern.

Gegen Kanada gelang den Rotjacken ein historischer Erfolg. Wie lautete der „Marschbefehl“ von Neo-Chefcoach Sean Simpson?

Unter seiner Ägide versuchen wir konsequent unser Spiel durch zu ziehen. Dabei wollen wir uns von Match zu Match steigern. Der historische Sieg gegen die Kanadier verleiht uns enormes Selbstvertrauen für die zukünftigen Aufgaben. Und übrigens: Weil ich seit Kindesbeinen ein Kanada- und NHL-Fan bin, ehrt mich dieser Erfolg zusätzlich.

Beim HC Ambrì-Piotta stehst du als Captain und Leitwolf in der Hierarchie ganz oben. Wie sieht die Aufgabe der vierten Sturmlinie der Nationalmannschaft aus?

Unser Augenmerk richtet sich darauf aus, dem Gegner in offensiver Hinsicht das Leben schwer zu machen und uns dementsprechend defensiv optimal zu verhalten. Dazu müssen wir auch unsere Checks sauber zu Ende führen. Und wenn wir im Puckbesitz sind, ist es genauso fundamental, dass wir versuchen das Spielobjekt klug und möglichst lange in unseren eigenen Reihen zu verwalten. Mit unseren Einsätzen wollen wir den anderen Linien wichtige Erholungszeit gewähren, damit sie beim nächsten Wechsel wieder mit frisch aufgeladener Energie agieren können.

Was für einen Eindruck haben Sie von Trainer Sean Simpson gewonnen?

Er ist ein ausgezeichneter Eishockey-Lehrer und ich kenne ihn bereits von meiner Zeit beim EV Zug. Er appelliert an die Verantwortungsbereitschaft eines jeden Kaderspielers. Obwohl jeder seiner Schützlinge mit einer spezifischen Aufgabe ausstaffiert ist, setzt er uns keine spielerischen Limiten auf. Er schürt eine Gewinnermentalität und will uns mit gesunder Aggressivität und wirkungsvoll auf dem Eis sehen.

Gegen Kanada war die Mannheimer SAP-Arena mit 12 500 Zuschauern ausverkauft. Wie gefällt dir die Schweizer Publikumsunterstützung vor Ort?

Die Stimmung im Stadion war fantastisch. Manchmal hatte ich sogar Mühe, die Anweisungen unseres Trainers zu verstehen!

Zum Schluss doch noch eine kurze Frage zum HC Ambrì-Piotta: Was kannst du den zuletzt leidgeprüften Biancoblù-Tifosi im Hinblick auf die kommende Saison versprechen?

Wir werden im nächsten Winter besser als im vergangenen Jahr sein!

2. Kevin Romy, HC Lugano, über Paolo Duca…

Weit über die Eishockeygrenzen hinaus bekannt, sind die „verfeindeten“ Tessiner Derbys zwischen dem HC Ambrì-Piotta und dem HC Lugano. In der Nationalmannschaft hingegen werden solche Feindlichkeiten sofort zum Tabu. Das zeigt die Wertschätzung von Kevin Romy, seines Zeichens Mittelstürmer beim HC Lugano und – notabene – Zimmerpartner von Paolo Duca: „Paolo beweist in der Nationalmannschaft, dass er eine defensivere Rolle als im Klub optimal erfüllen kann. Ferner ist er im Boxplay (Unterzahlspiel) ein ausgezeichneter Strafenkiller, der mithilft Gegentore zu verhindern. Weiter stufe ich ihn als kämpferischen Schwerarbeiter mit Torinstinkt ein.“

3. Paolo Duca in den Augen der Schweizer Fans…

In den letzten Jahren hat sich der Tessiner Stürmer auch bei den Fans landesweit einen nachhaltigen Namen verschaffen. Dazu haben wir in Mannheim einige Stimmen eingefangen:

Sepp Regli, Andermatt: „Ich bin froh, dass das HC Ambrì-Piotta-Urgestein in der Schweizer Nationalmannschaft steht. Zudem hat er vor einigen Jahren, nach seinen Abstechern auf Klubebene zu den ZSC Lions Zürich und EV Zug, wieder zu seinen Wurzeln im Nordtessin zurückgefunden.“

Hansjörg Isler, Dietlikon: „Duca ist ein absoluter Mannschaftsspieler. Seine läuferischen und stocktechnischen Defizite macht er mit unermüdlichem Kämpferherzen wett.“

Barbara Glas, Kloten: „Dank seinem Auftreten ist er eine Bereicherung für unsere Nati. Er passt ideal ins starke und kollektive Gefüge von Nationaltrainer Sean Simpson.“

Samuele Gaggini, Morbio Inferiore, Nadia Schröder, Chiggiogna, und Valeria Darani, Chironico: „Paolo ist eine charismatische Persönlichkeit. Seine kämpferische Bereitschaft auf dem dem Eis zeichnet sich durch eine optimale physische Vorbereitung aus. Als Vorzeigefigur im Verein hat er sich die WM-Teilnahme verdient!“ Daniela Zollinger, Oberweningen: „In der vierten Linienformation leistet er wertvolle Teamarbeit im Hintergrund.“