| Kanada: Überrasschung möglich |
Zwei Spiele, zwei Siege. Ein Torverhältnis von 11:2 und eine optische Überlegenheit, welche erdrückend scheint. Alles Schnee von Gestern. Denn Kanada wurde bisher nur im ersten Drittel gegen Lettland gefordert. Ansonsten war es ein lockeres Einlaufen für die Kanadier. So kommt der Schweiz die Aufgabe des ersten Prüfsteins zu.
Die Schweiz hat sich international einen neuen und guten Ruf erschaffen. Früher belächelte man die Schweiz, nun respektiert man sie. Doch wird die Schweiz unter den grossen Vier bereits wahrgenommen und, was wichtiger ist, ernst genommen? Dies abschliessend zu beurteilen ist noch nicht möglich. Dennoch vermochte sich die Eisgenossen das eine oder andere Stückchen Respekt zu erarbeiten. Definitiv grossen Respekt konnte die Schweiz an den letzten Olympischen Spiele in Vancouver erarbeiten. Gegen eine nominell bessere Auswahl als vor vier Jahren in Turin vermochte man den 0:2-Rückstand noch vor Ende des Spieles auszugleichen und die Kanadier in das Penaltyschiessen zu zwingen. Dort verlor die Schweizer Auswahl das Spiel gegen Kanada. Jedoch nicht den Respekt der Kanadier. Dieser stieg nach der Leistung in diesem Spiel erneut an. „Wir dürfen die Schweizer Nationalmannschaft nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn eine Niederlage gegen die Schweiz dürfen wir uns nicht erlauben. Zudem müssen wir von Beginn an bereit sein“, sagt Craig MacTavish, Headcoach der Kanadier.
Abreise von Ryan Smyth reisst Lücke in Team
Ähnlich sehen es die Schweizer. „Wir haben sicher Respekt vor dem Gegner. Dieser darf jedoch nicht zu gross sein. Wir wissen was wir können“, sagt Roman Josi gegenüber den Schweizer Journalisten. Dass der frischgebackene Schweizer Meister, welcher, wie die übrigen Finalisten, heute ein einfaches Training absolvierte und nicht auf dem Eis stand, weiter ausführt, sei man bereit, die Herausforderung Kanada anzunehmen. Aber reicht der Kader der Schweizer aus, um gegen Kanada zu bestehen? Auf den ersten Blick schienen einige Schweizer nach der langen Saison nicht in Bestform zu sein oder scheinen mit Abstimmungsproblemen zu kämpfen. Gleiches kann von den Kanadiern auch gesagt werden. Neben sechs Spielern welche jünger als 20-Jährig sind musste „Capitain Canada“ Ryan Smyth wegen einer Fussverletzung, welcher er sich im Spiel gegen Lettland zugezogen hat, wieder abreisen. Ob und wer ihn ersetzen wird, ist noch nicht entschieden. Allein dessen Absenz kann schwer wiegen. Denn in der Vergangenheit war er einer der Spieler, welche im Team der Kanadier den Unterschied ausmachen konnte.
Kämpfen, leiden und gewinnen?
In der Schweizer Nationalmannschaft stehen acht Spieler mit Olympiavergangenheit im Team. Martin Gerber, Mathias Seger, Ivo Rüthemann, Martin Plüss, Goran Bezina, Andreas Ambühl, Thibaut Monnet und Goran Bezina. Diese sollen mit dem Rest der Mannschaft dafür sorgen, dass die Kanadier den Respekt nicht verlieren werden. Dies obwohl Kanada an allen bisherigen Weltmeisterschaften als Sieger vom Eis ging. Die Schweizer könnten also an diesen Weltmeisterschaften dort anknüpfen, wo sie an den Olympischen Spielen waren. Kanada fordern und ihnen keine ruhige Minute geben. Gelingt dies den Eisgenossen, dann ist eine Überraschung möglich.