| Die Letten auskontern |
Wenn heute Abend die Schweizer Nationalmannschaft in Mannheim ihr erste Spiel bestreitet, wird es das wichtigste des Turniers sein. Die Frage ist, ob die Schweiz bereit ist, gegen Lettland zu bestehen.
Sean Simpson musste viele Absagen wegen Verletzungen oder Übermüdung der Spieler hinnehmen. Vor allem der letztere Grund sollte bei einigen Spielern zum Nachdenken anregen. Wer nach bereits etwas mehr als 60 Spielen mit der Klubmannschaft und der Nationalmannschaft über „Übermüdung und Burn-Out“ spricht, sollte sich vielleicht überlegen, ob er nicht den falschen Beruf gewählt hat. Denn wer nicht stolz auf die Farben seines Landes ist, sollte sich vielleicht überlegen, seinen Beruf, den er als Privileg anschauen sollte, zu wechseln. Oder den definitiven Rücktritt aus der Nationalmannschaft zu geben. Spricht man Sean Simpson auf die fehlenden Spieler an, dann kommt seine Antwort wie aus der Pistole geschossen: „Ich mache mir keine Gedanken über diejenigen Spieler, welche nicht da sind. Ich mache mir Gedenken über die Spieler welche hier sind.“ Um dann nachzuschieben: “Ich werde aber mit den einzelnen Spielern sprechen, welche nicht da waren. Doch dazu muss ich zuerst meine erste Weltmeisterschaft absolviert haben.“ Zeit zum Nachdenken und Überlegen hat der neue Coach nicht. Denn ab heute gilt es, den Fokus auf die Weltmeisterschaften und insbesondere auf das erste Spiel von heute gegen Lettland zu legen.
Verteidigung und Torhüter entscheiden
Im heutigen ersten Spiel wird es darauf ankommen, welcher Torhüter eingesetzt und wie die Verteidigung eingespielt ist. Kommt Martin Gerber von Beginn an, oder wird es Tobias Stephan sein? Tendenziell wird es Gerber sein. Denn der routinierte Schlussmann der Schweizer wird in diesem ersten wichtigen Spiel unter Sean Simpson das Vertrauen bekommen. Zu gute kommt ihm dabei, dass er bereits viel Erfahrung hat mit Spielen, in welchen es eng wird und die eine oder andere wichtige Parade den Unterschied zu Gunsten der Schweiz ausmachen kann. In der Verteidigung wird Sean Simpson auf eine gute Mischung aus alt und jung bauen. Dabei wird ihm sein Captain Mathias Seger helfen. Der ZSC-Spieler ist einer der wichtigsten Spieler im Team von Simpson. Wie bereits beim Zürcher Klub übertrug Simpson das wichtige Amt an Seger. Des Weiteren kann auch die Mischung zwischen den jungen Wilden und routinierten abgeklärten Spielern helfen. Allen voran Roman Josi, welcher in den Play-offs zu überzeugen vermochte, wird die Jungen anführen und ihnen das eine oder andere verraten. Gegen die Letten könnte gerade die Unerfahrenheit der Verteidigung ein Problem werden. Oder werden sich die Letten, wie so oft in den letzten Jahren, hinten einigeln und versuchen, bei Überzahl das entscheidende Tor zu erzielen?
Transation-Game entscheidend
Im Sturm ist Kreativität und Aggressivität gefragt. Über beides verfügt das Schweizer Team. Vor allem die neuen Spieler um Marcel Jenni und Paul Savary vermochten zu überzeugen. Jenni wird zudem in dieser Mannschaft eine zentrale Rolle spielen und den einen oder anderen Input geben können. Daneben sind aber mit Martin Plüss und Ivo Rüthemann auch Spieler dabei, welche das eine oder andere Mal mit ihrer Geschwindigkeit überraschen können. Und dass die beiden gut harmonieren, haben sie, wie Roman Josi, beweisen. So kann es den im heutigen ersten Spiel gegen Lettland nur heissen, aus einer sicheren Defensive schnell nach vorne zu spielen und die Letten mit dem Tempospiel herausfordern. Dabei ist auch wichtig, das man bei den Kontern der Letten schnell nachrückt oder diesen keinen Platz in den guten Positionen lässt. Um dann selber das Momentum des Angriffes auf der eigenen Seite zu haben. Denn eines ist sicher, die Schweizer Nationalmannschaft muss das erste Spiel unbedingt gewinnen. Den ansonsten ist man zu früh und unnötig bereits im Strudel um den Abstieg. Und dies wäre nicht der optimale einstand, den Sean Simpson sich wünscht.