Die Schweiz schickte Kanada in die Abstiegsrunde. Foto: Beat Jau (auf Bild klicken für MMS)


Die neue Minsk-Arena, welche für die WM 2014 gebaut wurde. Foto: Beat Jau (auf Bild klicken für MMS)



Gelungerner Auftritt in Weissrussland

Von Reto Wiedmer

Die Schweizer U18-Nationalmannschaft überzeugte an der Weltmeisterschaft in Weissrussland über weite Strecken. Das Team von Manuele Celio belegte den fünften Schlussrang. Doch nicht nur das Team aus der Schweiz überzeugte, auch das Stadion in dem de Final ausgetragen wurde, war ein Augenschein wert.

Den Beteiligten der Schweizer Juniorenauswahl war vor dem Turnier nur eines wichtig: Ein Abstieg aus der Top Divison der U18 zu vermeiden. Doch bereits in der ersten Partie des Turniers sah man, dass die Schweizer für mehr als nur den Ligaerhalt zu haben sind. Im Startspiel besiegte das Team um Headcoach Manuele Celio überraschend die Kanadier. Es war ein historischer Sieg, denn bis zu diesem Tag ist es noch keiner Schweizer-Juniorenauswahl gelungen ein U-Team aus Kanada zu bezwingen. Für die Schweizer war der Sieg nicht nur für die Eishockeygeschichte schön, nein auch für den weiteren Verlauf der Weltmeisterschaft war dieses 3:1 gegen Kanada von grosser Bedeutung.

Schweiz weiter, Kanada in Abstiegsrunde

Die Eidgenossen bezwangen, nach zwei Niederlagen gegen die USA und Schweden, auch das Gastgeberteam aus Weissrussland, welche seine Vorrundenspiele immer vor rund 7000 Fans austragen konnten. Somit stand am Ende der Gruppenspiele fest, dass die Schweiz um den Einzug ins Halbfinale spielt und die Kanadier um den Ligaerhalt. Diese Tatsache war auch für den Trainer der Schweizer eine grosse Überraschung. „ Das hätte ich so nie gedacht, wir hatten den Vorteil, dass wir als Team und nicht wie die Kanadier als Einzelkämpfer auftraten“, so Celio.

Im Spiel um den Platz im WM-Halbfinale spielten die Schweizer gegen Russland, diese Partie verlor das junge Schweizer Team am Ende knapp mit 4:3 und trat somit im Spiel um die Ränge 5 und 6 gegen die Mannschaft aus Tschechien an. Diese Begegnung gewann das Celio-Team mit 6:5 und belegte den hervorragenden 5. Schlussrang.

„Durch Kampf und Einsatz so weit gekommen“

Das gute Abschneiden der Schweizer U18 war ein Verdienst der ganzen Mannschaft, so sah es auch Celio. „Wir kämpften in jedem Spiel bis zum Umfallen und wurden das eine oder andere Mal dafür belohnt. Mit diesem 5. Schlussrang können wir sehr zufrieden sein. Hätte mir vor der WM jemand den 5. Schlussrang angeboten, hätte ich Ihn sofort angenommen. Wir treffen mit diesem 5. Platz an der nächsten WM, statt auf Kanada, auf Deutschland und die Slowakei“, analysierte Celio nach dem letzten Spiel.

Eishockey-Palast vom Feinsten

Das Finale zwischen den Schweden und USA wurde in der Minsk-Arena ausgetragen. Beim ersten hinhören tönt das nicht sehr spektakulär. Doch diese Arena ist nicht irgendeine, sondern eines der neusten Stadien Europas. Die Arena hat eine Kapazität von 15 000 Zuschauern. Sie wurde auf dem höchst modernsten Level gebaut und erst Anfangs dieses Jahres eröffnet. Das Stadion ist ausserhalb der Stadt gebaut worden und steht neben zwei weiteren Sportarenen. Der eine Bau ist eine Eisbahn für die weissrussischen Eisschnellläufer und der andere, eine moderne Indoor-Radbahn. Die Minsk-Arena ist eine von zwei Austragungsstadien für die Eishockey-WM 2014 in Weissrussland und wird auch für Konzerte und andere Veranstaltungen genützt.

Unglaubliche Begeisterung

In den letzten beiden Wochen spielten zwar „nur“ die besten U18-Teams aus der ganzen Welt in Weissrussland. Doch Tag für Tag und Spiel für Spiel kamen die Weissrussen als Zuschauer in die Stadien und sorgten für unglaubliche Stimmung während den Partien. Spielte das U18-Team aus Weissrussland, gab es für ihre Fans oft kein Halten mehr. Schon nur wenn die Weissrussen über die gegnerische blaue Linie fuhren wurde dies gefeiert wie in der Schweiz ein Torerfolg. Diese ganze Unterstützung half der Mannschaft aus Weissrussland kaum. Das Team um Headcoach Vladimir Safonov konnte kein einziges Spiel gewinnen und stieg nach einem Jahr wieder ab.