Drei Gründe zum Erfolg oder Misserfolg

Von Urs Berger

Heute Abend treffen in der Berner PostFinance-Arena die beiden besten Teams der regulären Saison auf einander. Wer wird den Meistertitel feiern können? Wir geben für beide Teams drei Gründe an, wieso es reichen wird und drei wieso nicht.

Der SC Bern wird es schaffen weil....

1. Die Mannschaft und der Kader breiter sind als bei Genf.

Der SC Bern ist wie keine andere Mannschaft so tief und breit besetzt wie der SC Bern. Während den laufenden Play-offs wuchs der SC Bern innerhalb der Mannschaft noch mehr zusammen. Alle ziehen an einem Strang. Keiner missgönnt dem anderen seine Position in der Mannschaft.

2. Die Mischung im Kader stimmt

Der SC Bern kann in dieser Saison auf Arbeiter und Häuptlinge zählen. Dies war nicht immer so in der Vergangenheit. Jede Linie hat klare Häuptlinge und klare Indianer

3. Die stabilere Defensive

Die Berner können mit Roman Josi, Travis Roche und David Jobin auf kreative Verteidiger zählen und können auf Abräumer wie Beat Gerber, Andreas Hänni und Philippe Furrer zählen.

Der SC Bern schafft es nicht weil....

1. Der Druck vor eigenem Anhang Siegen zu müssen

Der SC Bern hat noch nie eine Entscheidung auf dem eigenen Eis gewonnen. Dies lähmt die Spieler. Und keiner kann sein Potenzial abrufen.

2. Die Ausländer können ihr Potenzial nicht abrufen

Keiner der vier Ausländer konnte in den letzten Spielen sein Potenzial abrufen. Teilweise waren sie nur Mitläufer und konnten keine entscheidenden Akzente setzen.

3. Zu viel Eiszeit für Josi

Roman Josi bekommt, wie in den letzten Spielen immer, zuviel Eiszeit. Im entscheidenden Spiel sind seine Batterien deshalb leer.


Genf-Servette gewinnt weil....

1. Chris McSorley Larry Huras auscoacht

Bis jetzt hatte jede Entscheidung von Chris McSorley Hand und Fuss. Seine Entscheidungen an der Bande waren teilweise spielentscheidend. Larry Huras scheint nur zu reagieren und nicht zu agieren.

2. Goran Bezina und Thomas Déruns antreiben

Die beiden sind das Herz der Genfer Mannschaft. Ohne sie läuft nichts. Sie treiben ihre Mitspieler an und machen jeden Spieler stärker.

3. Tobias Stephan will endlich einen Titel

Nach seinem Abstecher nach Nordamerika will Stephan endlich einen Titel gewinnen und sich im Schweizer Eishockey einen Namen machen. Hier ist es auf gutem Wege.

Der HC Genf-Servette gewinnt nicht weil.....

1. Die eine Strafe zuviel

Die Genfer gewinnen das Spiel nicht, weil in einem entscheidenden Moment ein Spieler die Nerven verliert und sich gehen lässt. Oder weil Chris McSorley die Diskussionen und die Linienwechsel zu sehr verzögert.

2. Chris McSorley verliert seine Nerven

Der charismatische Trainer überspannt den Bogen und die Genfer müssen seinen Restausschluss hinnehmen. Diesen können sie nicht mehr kompensieren.

3. Die PostFinance-Arena endlich bebt

Die Zuschauer lassen den so viel zitierten sechsten Mann auf das Eis und Spielen eine gewichtige Rolle. Sie peitschen jeden einzelnen Spieler der Berner nach vorne und pfeifen die Gäste bei jedem Scheibenbesitz gnadenlos aus.

Wir könnten bei beiden Teams noch weiter Gründe aufführen. Die Summe der Gründe wäre endlos. Sicher ist jedoch eines: Spätestens heute Abend vor Mitternacht werden wir wissen, welcher der Gründe sich bewahrheitet hat und welcher nicht. Das Spiel verspricht, wie die ganze Serie, spannend und eng zu werden. Durchaus möglich, dass nur ein Tor die Serie entscheiden wird.