Lukas Meili war der Schweizer Stammtorhüter an der U18-WM. Foto: Beat Jau (auf Bild klicken für MMS)


Meili in Action im Viertelfinale gegen Russland. Foto: Beat Jau (auf Bild klicken für MMS)



Meili: „Mein Traum wäre ein Wechsel in die NHL“

Von Reto Wiedmer

Die Schweizer U18-Nationalmannschaft platzierte sich an der U18-Weltmeisterschaft in Weissrussland überraschend auf dem 5. Schlussrang. Einiges zu dieser hervorragenden Platzierung leistete auch ZSC-Torhüter Lukas Meili. Hockeyfans.ch traf den 18-Jährigen nach der letzten Partie.

Lukas Meili, du hast die gegnerischen Stürmer oft zum verzweifeln gebracht und konntest dein Team mit vielen Paraden in verschiedenen Partien im Spiel halten. Wie hast du diese Weltmeisterschaft erlebt?

Bis auf das Vorrundenspiel gegen Schweden ist mir wirklich eine gute WM gelungen. Doch das habe ich nicht nur selber erreicht, auch meine Mitspieler unterstützen mich immer und nur so kamen wir zum Erfolg. Doch ich bin froh dass mir ein gutes Turnier gelungen ist und ich der Mannschaft helfen konnte.

Die Mannschaft hat das Turnier auf dem fünften Platz beendet, hättest du das vor der U18-WM gedacht?

Wenn ich ehrlich bin, hätte ich das nicht gedacht. Wir wollten um jeden Preis einen Abstieg aus der Top Division verhindern und das ist uns jetzt mehr als nur gelungen. Der erreichte 5. Schlussrang ist einfach super!

Zuerst hast du in Bobrujsk danach in Minsk gegen die grössten Talente in deinem Jahrgang gespielt, darunter hatte es auch viele mögliche Erstrunden-Drafts. Hast du dir da während einem Spiel Gedanken gemacht, wer jetzt auf dein Tor stürmt?

Nein, während einer Partie bin ich so konzentriert und merke nicht wer auf mich losfährt. Aber natürlich, vor einem Spiel schaust du schon wer beim Gegner spielt, und wir werden auch vom Coach auf die gegnerische Mannschaft eingestellt. Manchmal merkt man nach einem Save schon, dass ein guter Spieler an mir scheiterte, aber das wird mir erst nach dem Spiel bewusst.

Wie stufst du dieses Turnier Eishockey-technisch ein?

Das hier war sicher eine schöne Erfahrung mit vielen guten Spielen. In den Gruppenspielen vor rund 7000 Leuten zu spielen war schon Extraklasse. Diese Tatsache half sicher dem einen oder andern Spieler aus unserer Mannschaft. Für mich war es nicht mehr so speziell wie für andere, denn ich konnte auch schon mit den GCK Lions in Lausanne vor 7000 Fans spielen. Doch alles drum herum sind das Erfahrungen, die nicht jeder Spieler machen darf und die kann einem niemandem mehr nehmen.

Auch wenn du eine starke WM gespielt hast, bist du dich mit 18 Jahren noch am entwickeln. Wo siehst du noch am meisten Verbesserungspotential auf deiner Torhüterposition?

Es ist schwierig zu sagen, vielleicht wüsste mein Torhütertrainer Markus Peter eine bessere Antwort. Ich denke aber meine Grösse könnte ein Nachteil sein. Der moderne Eishockeytorhüter ist eher gross und breit gebaut. Ich bin halt klein, kann mich dafür aber schnell bewegen.

Jeder Mensch hat nebst den Schwächen, auch Stärken. Wo siehst du deine beste Eigenschaft?

Ich bin ein sehr ruhiger Torhüter und lasse mich nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Vor dem Spiel bin ich der Spieler, der noch Witze machen kann und erst ein paar Minuten vor dem Spiel in die tiefe Konzentrationsphase hineingeht. Das ist für mich auch wichtig so, denn dann bin ich über eine ganze Partie locker und verkrampfe mich nicht.

Alle Spieler die hier an der U18-Weltmeisterschaft auf dem Eis gestanden sind, wussten wer auf der Tribüne sass. Es waren Scouts und Sportchefs aus ganz Nordamerika und Europa. Wo siehst du deine Zukunft?

Es wäre für mich ein Traum der in Erfüllung ginge, einmal im Ausland spielen zu können. Und das ist es auch mein Ziel für den weiteren Verlauf meiner Karriere. Nordamerika wäre natürlich das Beste vom Besten, aber auch Russland und Schweden haben eine sehr interessante Liga.

Wie hast du Weissrussland neben den Eishockeyhallen erlebt, könntest du dir vorstellen einmal hier zu leben?

Dieses Land ist keineswegs mit der Schweiz zu vergleichen. Man kann sehen, dass viele Leute hier wenig Geld haben. Die Häuser sind hier überhaupt nicht mit unserer Heimat zu vergleichen, in Weissrussland sind viele Ruinen, das gäbe es wohl bei uns in der Schweiz nie. Ich könnte mir ehrlich gesagt nicht vorstellen hier zu wohnen.