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Offener Ausgang im Finale |
Wer wird in diesem Jahr den Titel gewinnen? Der SC Bern oder Genf-Servette? Der Ausgang dieser Serie ist offen. Kann sogar der Adler aus Genf den Titel nach über 30 Jahren wieder in die Romandie bringen?
Werden wir eine Serie sehen, welche man nicht so schnell vergisst? Oder wird der SC Bern erneut in vier Spielen dominieren und den Titel holen? Fragen, welche im Moment nur rhetorisch sind. Eines ist jedoch sicher, es wird für keines der beiden Teams ein Spaziergang werden. Denn zu nah lag man in der regulären Saison beieinander. Einen Punkt trennte Servette von den Bernern. Um genauer zu sein, ein Sieg nach Verlängerung gegen Fribourg. Dies alles ist nun jedoch Geschichte. Von nun an zählen die Resultate aus der regulären Saison nichts mehr. Es kommt darauf an, welches der beiden Teams als erstes vier Siege erreicht und damit den Titel des Schweizermeisters einheimsen kann. Wo liegen die Stärken wo die Schwächen der beiden Kontrahenten? Schaut man auf die Statistik, so kann der SC Bern einen knappen Wimpernschlag vor den Adlern sein. Aus bisher 50 Spielen konnte der Bär deren 27 gewinnen. Drei Mal spielte man Unentschieden und verlor 20 Mal. Das Torverhältnis lautet denn auch 145:123 zu Gunsten der Berner. Blickt man auf diese Saison zurück, dann sieht das Ganze anders aus. Der SC Bern ging aus den vergangenen sechs Begegnungen gegen Genf vier Mal als Verlierer vom Eis. Dabei konnte der Bär nur in der Calvin-Stadt gewinnen. Zu Hause gelang den Bernern während der regulären Saison kein Sieg. Kein gutes Omen für den SC Bern aus diesem Grunde? Nimmt man das Viertelfinale der Genfer zum Massstab, dann nicht unbedingt. Denn die Genfer gewannen kein einziges Spiel gegen die Drachen in der regulären Saison und setzten sich dann am Ende mit 4:3 in der Serie gegen Fribourg durch.
Was macht den Unterschied?
In den kommenden Tagen wird es für beide Mannschaften nicht einfach werden, dem Gegner ihr Spiel aufzuzwingen. Derjenigen Mannschaft, welche dies am besten gelingen wird, kann genau den Punkt gefunden haben, welche in dieser Serie den Unterschied ausmacht. Zu eng liegen die beiden Mannschaften in allen Bereichen beieinander. Weder auf der Torhüterposition noch in der Verteidigung noch im Sturm sind grosse Unterschiede festzustellen. Bei den bisherigen Begegnungen trafen bei den Bernern neun verschiedene Torschützen. Ivo Rüthemann, Simon Gamache und Brett McLean trafen dabei je zweimal. Bei den Genfern ist Tony Salmelainen der entscheidende Spieler. Dieser traf vier Mal gegen Bern, gefolgt von Jonathan Mercier, Juraj Kolnik und Goran Bezina, welche jeweils zwei Mal ins Schwarze trafen. Bricht man dies wieder auf die verschiedenen Linien auf, dann ist weder bei Bern noch bei Genf ein klarer Vorteil zu sehen. Greift man auf die Strafenstatistik zurück, dann fällt einem dabei auf, dass auch diese sehr ausgeglichen ist. Mit 93 zu 94 Strafminuten zu Gunsten der Berner ist auch hier nur eine Minute entscheidend. Blickt man aber genauer hin und zieht die 25 Minuten gegen Tristan Scherwey wegen des Check in den Rücken von John Gobbi ab, dann sind die Berner das diszipliniertere Team. Macht genau dies den winzigen, kleinen Unterschied aus, den man so verzweifelt in dieser Serie sucht?
Box- und Powerplay sprechen für Bern
Zieht man dann die Statistik für die Specialteams zu rate, dann liegt der SC Bern genau in diesen beiden Sparten vorne. Weder im Box- noch im Powerplay liegt der Adler statistisch gesehen vor den Bernern. Die Hauptstädter liegen im Boxplay mit einer Erfolgsquote von 84.87% zu 83.97% auf dem ersten Platz. Gefolgt von Davos und dem Finalgegner. Im Powerplay liegt der SC Bern im Mittelfeld der Liga während Genf den drittletzten Platz belegt. Die Differenz von Bern zu Genf beträgt gerade mal 3% der Erfolgsquote. Zieht man eine weitere Statistik zu Rate, dann könnte der Erfolg am Ende dennoch bei Bern liegen. Beide Trainer standen sich bisher 24 Mal gegenüber. Von diesen Begegnungen konnte Larry Huras 16 Siege erringen und musste ein Untentschieden hinnehmen. Wird also das Duell an der Bande entscheiden? Diese Frage will Hans Kossmann lieber nicht beantworten. "Beide Trainer sind sich gleich. Beide arbeiten hart für den Erfolg. Wer in dieser Serie gewinnen kann, kann ich nicht sagen. Dazu sind sich die beiden Teams fast zu ähnlich", führt der jetzige Assistenz-Trainer des SC Bern und frühere Assistent von Chris McSorley in Genf aus. Hakt man nach, dann erfährt man nicht mehr. "Ich erwarte eine ausgeglichene Serie. Wer diese gewinnen wird, kann ich wirklich nicht sagen." Wirklich nicht Hans Kossmann? "Natürlich wäre es schön, wenn der SC Bern gewinnen würde. Schliesslich arbeite ich nun hier", schmunzelt der Kanada-Schweizer. Ob die Entscheidung dank Kossmann an der Bande fallen wird, der beide Teams sehr gut kennt, wird sich weisen. Für Spannung ist hoffentlich gesorgt.