Wird Sean Simpson die Nati zum Erfolg führen? Foto: Christian Häusler (Auf Bild klicken für MMS-Bestellung)


Neuanfang und neue Spieler

Von Urs Berger

Heute Ostermontag begann mit dem Einzug der Nationalmannschaft eine neue Ära. Sean Simpson hat sein erstes Aufgebot zusammengezogen und dabei neun neue Kandidaten aufgeboten. Doch der Weg an die Weltmeisterschaften in Deutschland wird für die Spieler hart und schwer werden.

Noch geht es vier Wochen, bis die Schweizer Nationalmannschaft den ersten Ernstkampf bestreiten wird. Gegen Lettland wird die Schweiz am 8. Mai 2010 in Mannheim das erste Spiel an den Weltmeisterschaften bestreiten. Bis dahin wird es noch den einen oder anderen Wechsel in der Nationalmannschaft geben. Für die Spieler, welche nun in der ersten Phase dabei sind, geht es darum, sich für die Nationalmannschaft aufzudrängen. Mit den nun kommenden Tagen und Wochen wird es für jeden Spieler, der den Kaderschnitt überstehen wird, immer schwerer werden.

„Die Herausforderung für mich, bereits jetzt die Nationalmannschaft zu übernehmen und nicht ein Jahr der Vorbereitung zu haben ist für mich sehr gross“, führt Sean Simpson aus. „Ich habe nun vier Wochen Zeit, die für mich beste Nationalmannschaft zu finden. In diesem Prozess werde ich nun mein bestes geben. Damit dem so ist, kann ich auf meinen Freund Andy Murray bauen.“ Peter Lüthi präzisierte denn auch, dass Andy Murray „in beratender Funktion tätig ist“. Er darf wegen vertraglichen Gründen mit den St. Louis Blues, wo er noch auf der Lohnliste steht, noch keine Funktion in einem Trainerstab übernehmen.

„Ebenfalls werden wir im Trainerstab noch die eine oder andere Änderung vornehmen. In der ersten Woche wird Sandro Bertaggia als Gasttrainer dabei sein. Zudem wird Diego Scandello als Videocoach amten. Wer jedoch Assistent von Sean Simpson wird, ist noch nicht entschieden. Alle anderen Positionen bleiben bis Ende der Saison gleich“, führt Peter Lüthi weiter aus.

Desweiteren zeichnet sich auch eine Änderung auf der Position des U20-Nationaltrainers ab. Jakob „Köbi“ Kölliker wird in einer neuen Funktion den Juniorennationalmannschaften beratend zur Seite stehen. Wer jedoch die U20-Juniorennaionalmannschaft übernehmen wird, ist noch nicht entschieden.

Neue Gesichter – Neue Chancen

Bei den Spielern wird nun ein neuer Konkurrenzkampf beginnen. „Es sind alle Türen offen und jeder Spieler hat seine Chance, sich für das Nationalteam aufzudrängen“, erklärt Sean Simpson. Wirft man einen Blick auf das erlassene Aufgebot für die heute beginnende Vorbereitung, bestätigt sich dies. Neun Spieler hat der neue Nationaltrainer aufgeboten, welche um einen Platz im Nationalteam kämpfen werden. Der jüngste der neuen Spieler ist Alain Berger. Der bei den Oshawa Generals in der Juniorenliga Ontario Hockey League (OHL) spielende Stürmer wäre bereits für die U20-WM Aufgeboten gewesen. Doch im letzten Vorbereitungsspiel für das Turnier brach er sich den Fuss und konnte so nicht an den U20-Weltmeisterschaften teilnehmen. Nun wird er alles daran setzen, den Cut zu überstehen und an der A-Weltmeisterschaft in Deutschland teilzunehmen. Das gleiche gilt auch für Benny Plüss, Gregory Sciaroni oder Tristan Vauclair. Alle drei kamen bisher noch nicht mit der Nationalmannschaft zum Einsatz. Der Konkurrenzkampf wird also erhöht. Die bisherigen Spieler, welche unter Ralph Krueger gesetzt sind, müssen sich also mit guten Leistungen dem neuen Trainer empfehlen. Es ist durchaus denkbar, dass aus der jetzigen Mannschaft der eine oder anderen Spieler den Sprung in den definitiven Kader an den Weltmeisterschaften erreichen könnte.

Kann Martin Gerber spielen?

Unsicher ist im Moment die Situation um Martin Gerber. Der Torhüter, der sich im Dezember in Russland verletzte und bis jetzt kein Spiel mehr bestritten hat, bekommt von Sean Simpson die Möglichkeit, sich für die Nationalmannschaft aufzudrängen. „Martin Gerber hat den Kontakt mit mir gesucht. Ich werde nun von Tag zu Tag schauen, wie es Martin geht. Er kann sich bei uns auf dem Eis vorbereiten und wir werden von Woche zu Woche entscheiden, ob es Sinn macht oder nicht, ihn noch weiter in der Vorbereitung zu haben oder nicht“, führt Sean Simpson aus. Sicher ist, dass Martin Gerber die Chance bekommt, sich für die Weltmeisterschaften aufzudrängen. Ist er aber noch nicht fit genug, wird Simpson auf den Torhüter verzichten. Generell hat der Trainer der Nationalmannschaft eine komfortable Situation auf der Position der Torhüter. Mit acht möglichen Kandidaten kann sich Sean Simpson aus einem guten Reservoir schöpfen.

Patrik Bärtschi und Julien Sprunger doch noch dabei?

Nicht nur bei den Torhütern hat der Trainer viele Auswahlmöglichkeiten. Ebenfalls offen ist, ob auch Julien Sprunger und Patrik Bärtschi dabei sein werden. Beide sind angeschlagen. Sean Simpson führte doch jedoch auch, dass er von Woche zu Woche schauen wird, ob bei beiden eine Besserung eintritt oder nicht. Ausserdem kann Simpson in den kommenden beiden Wochen von den verbliebenen Spielern aus den Play-off Halbfinals und später aus den beiden Finalisten auswählen. Auch bei diesen stehen dann noch einmal fünfzehn Spieler in der engeren Auswahl. Aber wen Simpson am Ende dann auswählen und testen wird, wird sich später entscheiden. Sicher ist nur, dass unter Simpson der Konkurrenzkampf noch einmal erhöht wird. Und dies kann dem Schweizer Eishockey nur gut tun. Die neue Ära unter dem neuen Nationaltrainer verspricht einige interessante Entscheidungen und sorgt schon vor den Weltmeisterschaften für Gesprächsstoff. Und einen härteren Konkurrenzkampf um die Plätze im Nationalteam. Für die WM-Vorrunde darf Simpson 20 Feldspieler und 3 Torhüter melden und danach noch zwei Spieler hinzufügen.