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Biel, Tigers: wer muss in die Ligaquali? |
Kaum jemand in den Reihen der Bieler ging vor den Play-Out-Halbfinals davon aus, dass man sich im so „geliebten“ Final wiederfinden wird. Bei den Tigers sieht die Geschichte ganz anders aus. Das Team um Coach Kurashev leistet im siebten Spiel gegen die Lakers grossen Widerstand, doch dieser genügte nicht. Deshalb kommt es ab morgen Donnerstag zum Berner Derby, in welchem zu klären ist, wer in der „best-of-seven“-Serie gegen den Meister aus der National League B um den Verbleib in der National League A kämpfen wird! Die Vorteile liegen bei den Bielern, da diese in der letzten Saison im siebten und entscheidenden Spiel gegen Lausanne den Kopf noch gerade zum richtigen Zeitpunkt aus der Schlinge zogen.
Warum Vorteil zu Gunsten der Seeländer? Diese Frage lässt sich nicht nur über die Resultate aus der letzten Saison beantworten, sondern findet auch in den der Qualifikationsphase der noch laufenden Meisterschaft ihren Niederschlag. Das Team von Chefcoach Kent Ruhnke gewann alle vier Spiele, d.h. am 16. Januar 2010, als sich die beiden Mannschaften im „Ilfisstadion“ zu letzten Mal begegneten, entführten die Bieler die Punkte mit einem 3:2-Auswärtssieg. Ferner kommt hinzu, dass die Seeländer ein Spiel weniger im Halbfinal auszutragen hatten und deshalb ein Paar Tage zusätzlich zur Regeneration nutzen konnten. Vor allem wird sich zeigen müssen, ob die etatmässig etwas besseren Ausländer – Sébastien Bordeleau, Rico Fata, Richard Jackman und Curtis Brown – mit der Favoritenrolle umgehen können. Gefragt sind dazu auch die Routiniers, angeführt von Martin „Stonie“ Steinegger, Emanuel Peter und nicht zu unterschätzen Thomas Nüssli. Um aber den Laden dicht zu halten, wird Torhüter Reto Berra überdurchschnittliche Leistungen abrufen resp. zeigen müssen.
Tigers haben rein gar nichts zu verlieren!
Wer erst im letzten Spiel die Möglichkeit vergibt, frühzeitig in die Ferien zu gehen, wird zu aller erst eine gehörige Wut im Bauch haben! Dies nicht unbegründet. Die Emmentaler scheiterten einmal mehr an der überaus dürftigen Chancenauswertung, waren gegen die Lakers die bessere aber nicht clevere Mannschaft. Dank den wiederum sehr guten Paraden gab Torhüter Benjamin Conz seinen Vorderleuten die Möglichkeit, in der Over-Time gestern Dienstagabend, die Geschichte zu ihren Gunsten zu wenden. Gegen den Schuss von Lakers Top Scorer Stacy Roest hatte der Goalie keine Chance. Conz ist spätestens seit der U-20-WM der beste Rookie auf dem Posten des Torhüters in der Schweizer Eishockey Szene. Mit seinem Talent und seinem Instinkt wird er dazu beitragen, den Bielern die Suppe so lange als nur möglich zu versalzen. Brendan Brooks, Nick Naumenko, Curtis Murphy und Alexandre Daigle, die Tigers Ausländer, sind gezwungen, nicht nur sich, sondern auch den heissen Fans zu beweisen, dass sie zu Recht ihr Geld in Langnau verdienen. Ferner richtet sich das Augenmerk auf die Zwillinge Sandro und Claudio Moggi: lässt man diese gewähren und diese können mit Camenzind ihr „Ding“ durchziehen, läge eine Überraschung im Bereich des Möglichen. Dies gilt auch für den übrigen Rest des Teams.
Heimrecht nicht verlieren!
Dies ist die zentrale Frage zwischen dem EHC Biel und den SCL Tigers. Zwar haben die Teams in den Play-Offs bewiesen, dass abgegebene Heimrechte wieder zurück geholt werden können, doch dies entspricht ganz und gar nicht der Regel. Legt man sämtliche Vor- und Nachteile in die Waagschale, so liegen die Seeländer knapp vor den Emmentalern. Die Serie geht aber bei 0:0-Toren morgen Abend, um 19:45 Uhr im Bieler Eisstadion, los. Gefragt sind jetzt beide Mannschaften, ihre Fans zahlreich zu mobilisieren.