Alle wollen gewinnen – Nur zwei können

Von Urs Berger

Während unter den besten Acht der National League A der Kampf um den Meistertitel ausbricht, geht es für die letzten vier Mannschaften um die Existenz. Ein gandenloser Kampf um den Verbleib in der höchsten Spielklasse ist zu erwarten. Wer wird der Verlierer der ersten Runde sein?




 
Rapperswil-Jona Lakers – SCL Tigers
 
  Stärken Schwächen
Lakers Die Lakers haben in diesen Play-outs vermutlich die beste Defensive. Denn mit 154 Gegentoren liegt man Ligaweit auf dem sechsten Platz. Noch vor den Play-off Teilnehmern ZSC Lions, Fribourg und Lugano. Dies haben die Lakers auch dem guten Schlussmann Daniel Manzato zu verdanken. Im Powerplay spielte man im Mittelfeld der Liga mit. Knapp jedes fünfte Powerplay vermochte ausgenutzt zu werden. Das grösste Problem der Lakers dürfte die offensive Ausbeute sein. Denn diese ist mit 129 Toren eindeutig zu flau. Nur Ambri hat weniger Tore erzielt als die Lakers. Ein weiteres Problem ist die Abhängigkeit der Ausländer. Nicht weniger als 39% der Tore gehen zu Lasten der ausländischen Arbeitnehmer. Ist das Team von Christian Weber im Powerplay noch Top, sieht dies im Boxplay anders aus. Liga weit rangiert man auf Platz neun und ist damit unwesentlich besser als der Konkurrent aus dem Emmental.
SCL Tigers Die SCL Tigers sind vor allem nach vorne produktiv. Mit 141 erzielten Toren kommt man Ligaweit auf den neunten Platz. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil in den Play-outs dürfte die Erfahrenheit des Teams in solchen Situationen sein. Bereits zum 12. Mal gehen die Emmentaler nun in diese Spiele. Sie wissen damit, wie es ist mit dem Druck des Play-outs um zu gehen. Die SCL Tigers haben die schlimmste Defensive oder den schlechtesten Torhüter. Sagen uns die Zahlen. Denn mit 192 erhaltenen Toren ist man abgeschlagen auf dem letzten Platz. Keine leichte Aufabe für Benjamin Conz den Langnauern bereits in der ersten Runde den Verbleib in der Liga zu sichern. Nicht berauschend agieren die Emmentaler in den Specialteams. In keinem der beiden kommen sie über den drittletzten Platz hinaus.
Fazit Es wird für beide Teams darum gehen, sich so schnell wie Möglich einen Vorteil zu verschaffen. Bei den SCL Tigers heisst dieser, ihre Erfahrenheit ausszuspielen und sich nicht durch Nervosität abzulenken. Bei den Lakers geht es darum, an sich zu glauben. Nur wer die besseren Nerven hat kommt als Sieger aus dieser Serie. Aus diesem Grund Tippen wir auf die Emmentaler.

 
 
EHC Biel – HC Ambri-Piotta
 
  Stärken Schwächen
Biel Beim EHC Biel sind die Specialteams die Stärken. In beiden ist man in der Liga unter den Play-off Teams. Im Powerplay liegt man einen Rang vor Genf und im Boxplay ist Biel auf Platz fünf. Bei den Torschützen schreiben sich zu 39% die Ausländer in den Spielbericht ein. Das ergibt ligaweit den zweiten Platz. Nur der HC Lugano ist noch mehr von seinen Ausländern abhängig. Ein wichtiger Fakor in dieser Serie können die Fans der Seeländer sein. Kein Publikum in der Liga kann den Schiedsrichter so beeinflussen wie in Biel. Mit 182 erhaltenen Toren ist Biel in der Defensive anfällig. Die Seeländer müssen in dieser Serie alles daran tun, die Abwehr zu stärken. Hat sich Rick Jackmann im Griff? Wenn nein kann er die Serie zu ungunsten der Seeländer entscheiden. Der Heisssporn muss lernen sein Temperament zu zügeln. Wenn er dies kann, dann kann Biel die Serie recht schnell beenden. Ist Reto Berra bereit, um in diesen Play-out zu zeigen, dass er ein sehr guter Torhüter ist? Oder wird er dem Druck nicht standhalten können?
Ambri Es fällt einem schwer, eine Stärke bei den Leventienern zu finden. Am ehesten sind hier die Tore der Ausländer zu werten. Dort liegt man ligaweit auf Platz sechs. Ebenfalls einen wichtigen Faktor können die Fans des HC Ambri-Piotta werden. Denn wenn es um alles oder nichts geht, pilgert der Anhang wieder in die Valascia. Böse gesagt ist bei Ambri die ganze Saison nur eine Aneinanderreihung von Schwächen gewesen. Dass Benoit Laporte nicht gehen musste, kann er dem eher kleinen Budget des HC Ambri-Piotta zuschreiben. Zudem haben die Querelen um Eric Westrum auch das Seinige dazu beigetragen. Die Stimmung in der Mannschaft düfte nicht die Beste sein.
Fazit In dieser Serie kommt es darauf an, dass diejenige Mannschaft, welche zuerst die Nerven und das Spiel verliert, die Serie abschreiben kann. Es spielt dabei keine Rolle, ob der EHC Biel das Heimrecht hat oder nicht. Denn Ambri konnte sich seit der Weihnachtspause keine Chancen mehr auf eine Qualifikation für die Play-offs ausrechnen. Anders der EHC Biel. Lange liebäugelten die Seeländer mit einem solchen Platz. Doch nun müssen sie in die Play-outs. Ist dies der entscheidene Nachteil?