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Kanada mit Mühe – Russland enttäuscht – Slowakei überrascht |
Alle hofften auf ein Finale Kanada gegen Russland. Und wurden enttäuscht. Denn bereits im Viertelfinale trafen die beiden angeblich besten Mannschaften der Welt aufeinander. Russland verabschiedete sich mit einer blamablen Leistung aus dem Turnier. Und Kanada gewann das Olympische Turnier in einem spannenden Spiel gegen die USA mit 3:2 nach Verlängerung. Hockeyfans.ch bewertet die Leistungen und wagt einen Blick in die Zukunft der Länder.
1. Kanada
Kanada musste über eine Ehrenrunde in die Viertelfinale kommen. Genau diese Ehrenrunde gab ihnen die Kraft, wieder in das Turnier zu kommen. Von Spiel zu Spiel wurde das Team stärker und besser. Nach dem Torhüterwechsel von Brodeur zu Luongo wurde auch die Leistung auf dieser wichtigen Position besser und konstanter. Am Ende gewannen die Kanadier aber nicht wegen dem besseren Team, sondern wegen einem besseren Einzelspieler. Sidney Crosby schoss Kanada mit seinem Schuss zwischen den Beinen von Miller zum Olympia-Sieg. Damit hat er eine ganze Nation in einen Freudentaumel gestürzt.
2. USA
Ein Spiel weniger als Kanada. Und dennoch an der grossen Überraschung gescheitert. Doch den USA kann die Zukunft gehören. In den letzten Jahren hat sich das Juniorenförderungsprogramm ausbezahlt. Immer wieder kommen junge, hungrige Spieler nach, welche die alternden Stars ersetzen können. Auf Amerika kann man in der Zukunft gespannt sein. Dass sie Kanada und Russland an der Spitze ablösen könnten, haben sie bewiesen. Und mit Ron Wilson haben sie einen Coach, der sowohl über europäische als auch über NHL-Erfahrung verfügt.
3. Finnland
Die Stars der Finnen hatten wohl an den Olympischen Spielen den letzten grossen Auftritt. Die Frage stellt sich also, wer nach kommen wird. Im Juniorenbereich ist man nicht mehr so gut wie man dies vor kurzem noch war. Die Zukunft wird nicht einfach werden. Dennoch konnte Finnland, dank ihren erfahrenen Spielern am Turnier, den einen oder anderen Experten überraschen. In Zukunft werden die Finnen vermutlich mit Tschechien und der Slowakei um Plätze weiter hinten ringen.
4. Slowakei
Was für eine Vorstellung der Slowakei! Von den Experten als Mauerblümchen abgestempelt, vermochten sie zu überzeugen. Die Truppe von Jan Filc fand sich immer wieder besser im Turnier zurecht. Und man erkämpfte sich mit einem Sieg gegen Schweden die Teilnahme an den Halbfinals. Ob die Zukunft aber auch so rosig aussehen wird, wird sich zeigen. Die nun nachstossende Generation scheint weniger gut zu sein, als die jetzige. Ist der Stern der Slowakei am sinken?
5. Schweden
Der Titel des Olympiasiegers sollte verteidigt werden. Der Traum zerplatzte schon im Viertelfinale. Nach einem Tag Pause fand man nicht rechtzeitig in das Spiel zurück und musste mit einem 4:3 gegen die Slowakei die Koffer packen. Generell hinterliess Schweden einen zwiespältigen Eindruck. Man hatte nie das Gefühl, dass der letzte Wille, das letzte Quäntchen Glück gesucht wurde. Und diese kleine Differenz machte es am Ende aus. Ob der Trainerwechsel was bewirken wird?
6. Russland
Schwache Torhüter, schwache Verteidigung und ein Alexander Ovechkin, der sich zu wichtig nahm. All diese Faktoren führten zum Scheitern Russlands. Nach den letzten Weltmeistertiteln in der Schweiz und Kanada hat man sich mehr erhofft. Im Viertelfinale schlug Kanada zu. Und dies nicht zu knapp, sondern klar. 3:7 lautete das Verdikt. Aber das Übel zeichnete sich schon in der Vorrunde ab. Gegen die Slowakei gab man zwei wichtige Punkte ab. Auch dort wegen Überheblichkeit. Und der besseren Mannschaftsleistung des Gegners. Wird Slawa Bykov an der Weltmeisterschaft in Deutschland noch an der Bande stehen?
7. Tschechien
Diese Spiele in Vancouver dürften Jaromir Jagss letzte Spiele auf internationalem Niveau gewesen sein. Denn der smarte Tscheche hat viel von seinem Glanz eingebüsst. Dennoch ist die Mannschaft um Trainer Vladimir Ruzicka unter ihrem Wert geschlagen worden. Im Spiel um den Einzug in das Halbfinale trafen sie auf das ausgeruhte Finnland. Was sich am Ende denn auch zu ihren Ungunsten auswirkte. Die Spieler schienen müde und ausgelaugt zu sein. Können die Tschechen an den Weltmeisterschaften weiterkommen, als in das Viertelfinale?
8. Schweiz
Siehe separater Artikel
9. Weissrussland
Weissrussland ist die Schweiz Osteuropas. Nach den Querelen um den früheren Trainer Hanlon wurde Mikhail Zakharov verpflichtet. Am Ende reichte es dennoch nicht unter die Top-8-Nationen. Nicht wegen dem Coaching, sondern wegen der Mannschaft, welche zwar alles gab, aber noch zu wenig Tiefe im Kader hat. Wird sich dies in den kommenden Jahren ändern?
10. Norwegen
Der kleine Bruder der Schweden trat ganz frech auf. Man rang der Schweizer Nationalmannschaft einen Punkt ab, kämpfte mit der Slowakei lange um den Einzug in das Viertelfinale, nachdem das Team nach 20 Minuten mit 3:1 im Rückstand war, stand es nach 40 Minuten 3:3. Die Norweger kämpften trotz wenig NHL-Erfahrung gut und hielten mit. Können sie sich in den kommenden Jahren weiter entwickeln, dann liegt ein Platz unter den ersten 12 im Bereich des Möglichen. Der eine oder andere Erfolg könnte sich dann in der Zwischenrunde einstellen. Erinnert an die Schweiz zu Beginn der Ära Krueger.
11. Deutschland
Uwe Krupps letzter Auftritt an einer Grossveranstaltung? Keine Mannschaft, nicht mal Lettland, schoss weniger Tore als Deutschland. Zweimal ging mam mit einem zu-Null vom Eis. Und dies vor der Weltmeisterschaft im eignen Land. Dies sind keine guten Vorzeichen. Und wenn man bedenkt, dass Deutschland nur dank dem Austragungsbonus an der letzten Weltmeisterschaft nicht abgestiegen ist, sagt dies viel über die Verfassung der Mannschaft aus. Wird also Krupp geopfert um der Mannschaft neue Impulse zu verleihen?
12. Lettland
Wenn die olympischen Spiele etwas bestätigt haben, dann dies: Auch ein Team mit einigen NHL-Spielern vermag auf internationalem Niveau nicht standzuhalten, wenn der Teamgeist nicht stimmt. Neben Deutschland die Mannschaft, die dies am besten verkörperte. An der Weltmeisterschaft noch im 1/4-Finale, schied man hier bereits eine Runde zuvor gegen Tschechien aus. Auch wenn knapp mit 3:2.