Schweiz überrascht – Tschechen enttäuschend

Von Urs Berger

Die Weltmeisterschaft der Junioren ist zu Ende. Die Schweizer Nationalmannschaft vermochte zu überraschen. Andere Nationen enttäuschten. Wir sagen, wie es mit den anderen Nationen weitergehen wird.

1. USA

Die USA schliessen gegenüber Kanada auf. Das Juniorenprogramm der Amerikaner zahlt sich je länger je mehr aus. Die Konkurrenz aus Europa sieht neidisch zu und kann, wegen gesellschaftlichen Unterschieden, (noch) nicht aufschliessen. Kann die USA aber den Platz halten? Die kommenden Weltmeisterschaften in Buffalo werden es weisen. Eine Titelverteidigung wird nicht einfach werden. Schweden, Russland und auch Finnland drängen nach oben. Aber für volle Arenen sorgt der Weltmeistertitel sicher.

2. Kanada

Das Mutterland des Eishockeys war lange Zeit das Mass alle Dinge. Vor allem durch die breite Dichte im Juniorenbereich. Ob dies für das Welteishockey jedoch von Nutzen ist, wird sich weisen. Zudem wurden die Kanadier in diesem Jahr nie gefordert, hatten einfache Spiele und mussten nie an die Grenzen gehen. Ausser in den beiden Spielen gegen die USA. Dies wird nächstes Jahr anders werden. Garantiert!

3. Schweden

Schweden hat gegen die USA überheblich und arrogant gespielt. Eigenschaften, welche man ihnen sonst nicht attestiert. Dies kostet ihnen prompt die Qualifikation für das Finale. Im kleinen Finale kamen die Schweizer daher unter die Räder, da man sich den Frust von der Seele spielen wollte und auch tat. Die Schweden wurden sicher unter ihrem Wert geschlagen. In der Zukunft gilt es, nicht nur auf Namen zuschauen, sondern auch auf Teamspieler und auf Arbeiter zu setzen. Dies fehlte in diesem Team.

4. Schweiz

Die Schweiz wird in einem speziellen Beitrag analysiert.

5. Finnland

6. Russland

Russland hat hervorragende Individualisten. Wenn diese zu einer wirklichen Mannschaft geformt werden können, dann ist eine Qualifikation für das Finale gegeben. Leider ist dies selten der Fall. In diesem Punkt ist Russland gegenüber Kanada weit zurück. Auch die Auswahl der Trainer lässt zu wünschen übrig. Es würde nicht erstaunen, wenn der Trainer nach diesem Debakel in Saskatoon/Regina entlassen würde.

7. Tschechien

Tschechien ist die Enttäuschung des Turniers. Und dennoch eine logische Weiterentwicklung des Eishockeys im generellen in diesem Land. Seit Jahren verliert man an Boden gegenüber den grossen Nationen. Dies schlägt auch auf die A-Nationalmannschaft durch. Wenn die Verantwortlichen nicht endlich Gegensteuer geben, folgt in einigen Jahren der erste Abstieg dieses einst stolzen Eishockeylandes. Oder wird man nach der Slowakei schielen und deren Programm adoptieren?

8. Slowakei

Die Slowakei ist dort, wo man sie erwarten durfte. Nach dem man vor einem Jahr in den kleine Finale vordrang wollte man eigentlich mehr erreichen. Doch die Konkurrenz hat nicht geschlafen und hat sich mit einem starken Jahrgang zurückgemeldet. In einem Jahr dürfte es wieder zu einem spannenden Duell mit der Schweiz kommen. Trotz den Niederlagen gegen die Schweiz und die Tschechen, sah man was die slowakischen Spieler in der obersten Liga lernen. Der Ansatz ist gut, braucht aber noch eine Weile um sich zu entfalten.

9. Lettland

Der schlussendlich logische Absteiger. Den Letten fehlte die Tiefe im Kader. Zudem fehlten die überragenden Spieler. Die Differenz zwischen dem zweiten und dem dritten/vierten Block war zu gross. Dieses Leistungsgefälle innerhalb der Mannschaft war die Ursache für den Abstieg. Wie lange es dauern wird, bis der nächste Wiederaufstieg realisiert werden kann, hängt nicht nur von den Spielern ab, sondern vom Verband.

10. Österreich

Das Nachbarland der Schweiz konnte viele wertvolle Erfahrung sammeln. Ob aber in den kommenden Jahren eine Rückkehr in die höchste Division folgen wird ist schwer zu sagen. Vieles hängt hier von den Klubs in Österreich ab. Und ob man den Willen hat, den harten und langen Weg eines guten Aufbaus zu gehen. Die beiden einzigen Klubs sind bisher Graz und Salzburg, welche etwas für die Junioren machen. Ansonsten fehlt es an der breiten Basis an Junioren.