Nino Niederreiter überzeugt in jungem Alter im Schweizer Dress. Foto: Christian Häusler (Auf Bild klicken für MMS)



„Wir fliegen nicht“

Von Urs Berger

Vor dem Sensationssieg gegen Russland konnten wir mit Nino Niederreiter sprechen. Der ehemalige Spieler des HC Davos gab uns eine Einsicht in sein Leben als Spieler in der WHL. Dazu gab er uns auch noch ein Einblick in das Reisen mit dem Bus.

Nino Niederreiter, eine überraschende Qualifikation für das ¼-Finale gegen Russland. In der Schweiz sprach man davon, dass die U20 nur das Ziel Klassenerhalt haben sollte. Nun erreichte man diesen. Was war der Unterschied im heutigen Spiel gegen die Slowakei?

Wir waren gegen die Slowakei Underdog. Die meisten im Stadion und sicher auch zu Hause dachten daran, dass wir gegen die Slowakei nur verlieren können. Auch habe ich das Gefühl, dass die Slowakei so gedacht hat. So gesehen war dies für uns nur ein Vorteil.

Es war lange unentschieden. Lange war das Spiel offen. Was gab am ende des Spieles den Ausschlag, dass die Juniorenauswahl gegen die Slowakei gewinnen konnte?

Ich denke der Ausschlag war, dass wir immer die Ruhe bewahrten und unser Spiel spielten. Wir liessen und auch nach dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer nicht verunsichern und spielten normal weiter. Das war der grösste Unterschied zu der Slowakei.

Hattet ihr nach dem Anschlusstreffer das Gefühl, dass das Spiel noch kippen könnte?

Mit dem haben wir sicher immer gerechnet. Wir wussten, dass die Slowaken nie aufgeben würden und immer versuchen würden, ein Tor zu erzielen. Natürlich war uns auch klar, dass sie mit Tatar und Panik über ein gutes Duo verfügen, welches uns gefährlich werden könnte. Es war immer wieder gefährlich und nicht einfach zu spielen.

Wenn wir jeweils im Presseraum arbeiten, dann hören wir die Schweizer teilweise singen und lachen und die Stimmung scheint gut zu sein. Ist dies nur gegen aussen so, oder ist dies auch im Team selber so, wenn die Presse nicht dabei ist?

Ja, es ist wirklich so. Wir haben es untereinander immer gut. Wir machen immer etwas. Auch während dem essen oder während den Meetings haben wir es untereinander sehr gut. Wir verstehen uns untereinander einfach sehr gut.

Was einem auch auffällt als Aussenstehender ist, dass man ihr als Team alle an einem Strick zieht. Was denkst Du, was ist alles mit diesem Team erreichbar?

Es ist alles erreichbar mit diesem Team. Wir wissen, dass wir vieles erreichen können. Wir wissen jedoch auch, dass wir morgen die Russen schlagen müssen. (die Schweiz gewann mit 3:2 n.V.). Zuerst jedoch mal schauen was alles geschehen kann.

Du sprichst Russland an. Wie muss man gegen diese Nationalmannschaft spielen? Ähnlich wie gegen die Slowakei?

Wir können diesmal ohne Druck aufspielen. Damit wird dies für uns noch einmal einfacher sein für uns. So gesehen, werden wir genau das Gleiche versuchen wie gestern gegen die Slowakei.

Wechseln wir das Thema. In der Canadian Hockey League bist du der Topscorer der Rookies. Hast Du dies von Dir selber erwartet?

Erwartet habe ich dies sicher nicht. Ich wusste ja nicht, was mich hier erwartet und was ich alles erreichen kann. Ich bin aber selber auch sehr erstaunt, dass es nun so gut läuft.

Was macht Dich hier in der CHL so stark?

Ich habe gute Mitspieler und gute Trainer. Diese helfen mir sehr, mich bei den Portland Winterhawks zu entwickeln und zu entfalten.

Als Du in die CHL gewechselt hast, wusstest Du ja noch nicht so viel über das Land oder die Liga. Wie hast Du dich darauf vorbereitet?

Ich habe viel mit Luca Sbisa gesprochen. Er hat mir dann gesagt, wie es in etwas sein könnte. Dies hat mir sicher auch geholfen.

Du spielst im amerikanischen Teil der Western Hockey League. Wie ist es für Euch an den Reisetagen. Ist dies länger oder könnt Ihr da mit dem Flieger gehen?

Fliegen dürfen wir nicht. Dies ist die Regel der CHL. Die einzige Ausnahme ist, wenn ich mich nicht irre, wenn wir an den Memorial-Cup gehen könnten. Dann dürfen wir fliegen, da die Reise nach Brandon zu den Wheat King 26 Stunden Betragen würde.

Wieso dürft ich den Flieger denn nicht gebrauchen? Das ist noch ein interessanter Aspekt aus meiner Sicht.

Das weis ich nun nicht genau. Aber ich denke, das hier kein Ungleichgewicht entsteht zwischen den ärmeren und den reicheren Teams. Dies ist, vermutlich, der Hauptgrund.

Was ist bis anhin dein Erlebnis, welches du sagen würdest, ist Dein Höhepunkt?

Es gab einige Highlights seit ich nun in der CHL spiele. Das wohl bisher grösste für mich war, als ich das erste Mal in einem NHL-Stadion spielen konnte. (Calgary und Edmonton, die Redaktion). Dies war unglaublich dort zu spielen.