Langenthal debattiert über neue Eishalle

Von Leroy Ryser

In Langenthal haben sich auserwählte Politiker und Grössen aus dem Sport- und Wirtschaftsbusiness zu einer Podiumsdiskussion zusammengefunden. Der Anstoss zu dieser Diskussion gab ein Postulat, welches kürzlich vom Stadtrat an den Gemeinderat überwiesen wurde. Darin wurde gefordert, ein Sportstätten-Konzept auszuarbeiten, denn Ziel sei es, aus Langenthal eine Sportstadt zu machen. Diskutiert wurde darüber, wie den Clubs in den Sportarten Leichtathletik, Fussball, Tennis und Eishockey geholfen werden kann, wie viel in Zukunft möglich ist oder wie viel die Stadt gewillt ist zu helfen.

SC Langenthal setzt ein klares Zeichen

Das Clubrestaurant des FC Langenthal war gut gefüllt mit Politikern und Interessierten, vor allem aber mit der ganzen NLB-Mannschaft des SC Langenthal, inklusive der englischsprechenden Teammitglieder Bochatay, Larose, Murley und Trainer Ryan. „Wir wollten damit ein Zeichen setzen“, sagt Gian Kämpf, Geschäftsführer des SC Langenthal, „der Sport muss wichtiger werden für Langenthal, denn Sport verbindet Wirtschaft, Politik und Kultur.“

In der Diskussion kamen diverse Probleme zum Vorschein. Platzmangel scheinen die meisten Verein zu haben. So möchte der Fussballclub einen Kunstrasen und der Tennisclub eine neue Anlage. Der SCL aber stellte vorerst keine Forderungen, er gab Ziele bekannt: „In den nächsten 5 Jahren möchten wir weiter Spitzensport betreiben. Früher oder später wird der Schoren dafür nicht mehr genügen. Wir möchten weiter in die Zukunft sehen und vielleicht in 5 Jahren ein neues Stadion bauen“, sagt Stephan Anliker, VR-Präsident der SC Langenthal AG und Teilnehmer der Diskussion. „Wir im VR haben uns damit abgefunden, in den nächsten 5 Jahren kein neues Stadion zu erhalten. Ein neues Stadion aber voll und ganz privat zu finanzieren ist unmöglich.“ Anliker appellierte an die Politiker sich zum Leistungssport zu bekennen.

Geld wäre vorhanden

„Langenthal hat Geld, aber so einfach ist es nicht“, entgegnet Stadtpräsident Thomas Rufener den vielen Bitten der Sportvereine. „Wir haben bereits viel getan, viel bewegt hier in Langenthal. Wir möchten den Breitensport fördern und Jugendlichen die Möglichkeit geben Sport zu treiben.“ Jedoch brauche nicht nur der Sport finanzielle Unterstützung, denn auch Kultur oder andere gemeinschaftliche Interessen brauchen unsere finanzielle Zuwendung, sagte Rufener weiter.

„Aber das Geld wäre ja vorhanden“, bemerkte ein Zuhörer zu sich selbst, „aber vielleicht will man in der Langenthaler Politik nur nicht derjenige sein der es ausgibt.“ Langenthal verfügt momentan über ein Eigenkapital von knapp 110 Millionen Franken.

Langenthal soll eine Sportstadt werden

„Langenthal ist prädestiniert, eine tolle Sportstadt zu werden“, sagte Stephan Anliker, „deshalb muss jetzt etwas getan und auch Geld investiert werden.“ Der SCL verfügt im Moment über bloss ein einziges Eisfeld. Zu wenig findet Anliker: „Wir müssen mit Huttwil kooperieren, um unseren Junioren Trainingsmöglichkeiten zu bieten. Deshalb braucht es in Langenthal betreffend Eishockey mehr Qualität aber auch Quantität.“ Lukas Jenzer, welcher als Vertreter des Sponsorings an der Runde teilnahm, war ebenfalls der Meinung, der Sport müsse wachsen. „Aus unserer Sicht, der Unternehmung der Ammann Gruppe, welche Hauptsponsor beim SC Langenthal ist, soll Langenthal ein attraktiver Standort sein. Dies damit man den Namen der Firma hinaustragen und wichtige Arbeitskräfte gewinnen kann. Mit unserem Sponsoring wollen wir bekannt werden. Der SCL ist in der ganzen Schweiz bekannt, mit unserem Sponsoring wollen auch wir bekannt werden. Das ist somit auch wichtig für den Industriestandort Langenthal“, meinte der Mediensprecher der Ammann-Gruppe.

Wichtiger erster Schritt

Der Präsident des Fussballclubs verlangte vom Gemeinderat ein Bekenntnis. „Will Langenthal eine Sportstadt sein, ja oder nein? Ist ein Nein die Antwort, muss ich das akzeptieren, jedoch soll man sich endlich zu einer Seite klar bekennen“, sagte Guido Bardelli.

Gian Kämpf ist froh, dass die Veranstaltung überhaupt stattgefunden hat. „Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Es ist wichtig, dass ein Interesse der Politik vorhanden ist, etwas zu bewegen.“ Nun muss man auf ein definitives Konzept warten und für Hockeyfreunde in Langenthal beginnt die Hoffnung auf ein neues Stadion - spätestens in 5 Jahren.