


Die ZSC Lions wollen im Jahr nach dem Champions Hockey League Titel auch national wieder Erfolge feiern. Die Offensive ist dabei unverändert stark und kann von einer erfahrungsreichen letzten Saison profitieren. Zusätzlich streben die Zürcher den Prestigetitel am Victoria Cup an.
Die Vorbereitung lief harzig beim CHL-Sieger. “Schlechte Momente wechselten sich mit Guten ab”, meinte Trainer Sean Simpson dazu. Vor allem bei den Spielen gegen internationale Gegner erwies sich der letztjährige Sieg in der Champions Hockey League als Hypothek: “Alle Mannschaften waren enorm motiviert den CHL-Sieger zu schlagen. Damit konnte meine Mannschaft nicht gut umgehen”, stellte Simpson fest. Dass die Lions bereits in der Vorbereitung derart gefordert wurden könnte sich bei Saisonbeginn auch als Glücksfall erweisen. Keine andere Schweizer Mannschaft hatte in der Vorsaison nur annähernd solch schwere Spiele zu bestreiten.
Abwehr minus zwei Nationalverteidiger
Beat Forster ist, mit einigen Nebengeräuschen, bereits im letzten Dezember von Zürich nach Davos geflüchtet. Auf diese Saison hin müssen die Lions zusätzlich auf Severin Blindenbacher verzichten, der den Verein in Richtung Schweden (Färjestads BK) verlassen hat. Diese zwei hochkarätigen Verteidiger zu ersetzen, ist unrealistisch. Sozusagen im Tausch mit Beat Forster stiess Pascal Müller von Davos zu den Zürchern. Als weiteren Verteidiger haben die Lions Alain Reist von Fribourg-Gottéron geholt. Beide Spieler sind grundsolide Defensivverteidiger. Spektakel, wie es Blindenbacher und Forster zuweilen boten, kann von den Neuen nicht erwartet werden. Dafür spielen sie um einiges risikofreier als ihre Vorgänger, was der defensiven Stabilität der Mannschaft zugute kommen wird.
Im Sturm nichts Neues
Die Offensive ist bei den Lions praktisch unverändert geblieben. Mit Kevin Gloor hat man zwar den wichtigen Center der dritten Linie abgegeben. Patrik Bärtschi, der vom SCB zurück in den Kanton Zürich wechselt kompensiert diesen Abgang jedoch locker. Sean Simpson gewinnt dadurch noch mehr an Flexibilität im Sturm. Für die ersten Spiele müssen die Zürcher auf Leitwolf Adrian Wichser und Alexej Krutov verzichten. Sind diese beiden wieder an Bord dürfte es einen regelrechten Kampf um die Plätze in den ersten beiden Sturmreihen geben.
Rookie of the Year im Tor
Lukas Flüeler konnte unlängst den Titel als Rookie of the Year 2008/09 entgegen nehmen. Zusammen mit Altmeister und CHL-Hexer Ari Sulander verfügen die ZSC Lions über ein hervorragendes Goalie-Duo. Sean Simpson will sich vor der Saison noch nicht festlegen, wie er seine Ausländer bzw. seine Goalies rotieren lassen will: „Wenn alle fünf Ausländer fit sind, wird es nicht einfach sein, mich auf vier festzulegen. Diese Situation verlangt von allen Beteiligten grosses Verständnis dafür, dass wir persönliche Präferenzen dem Teamgedanken unterordnen werden.“ Trotzdem, zeigt sich Flüeler ähnlich stark wie in der letzten Saison, wird wohl meist Ari Sulander auf der Tribüne Platz nehmen müssen.
Saisonbeginn mit Hammerspiel
Gleich das erste Spiel bringt den Schweizer Meister Davos zum CHL-Sieger ZSC Lions. Die beiden verbindet nicht nur die gleiche Zielsetzung für 2009/10 (4. Rang in der Quali und Playoff Halbfinal), sie werden auch beide Ende September gegen die NHL-Mannschaft Chicago Blackhawks antreten. Entgegen anders lautender Meldung, fliesst beim Victoria Cup kein Geld. Die Lions werden keine Antrittsprämie erhalten und auch kein Preisgeld, wenn sie das Spiel gewinnen würden. Einzig die Blackhawks erhalten das übliche Antrittsgeld das NHL-Mannschaften für Spiele in Europa erhalten.
Vor dem einmaligen Ereignis am 28./29. September im Hallenstadion findet am 27. September im Zürcher Einkaufszentrum Sihlcity ein grosser Empfang statt. Die Mannschaften der ZSC Lions und der Chicago Blackhawks werden vollzählig anwesend sein. Philippe Fankhauser samt Band sorgt für den Blues.
Fazit
Die ZSC Lions sind ähnlich stark wie im letzten Winter. Doch diesmal wollen sie sich nicht mehr so früh aus den Playoffs verabschieden. Sie können sich, ohne CHL, voll auf die Meisterschaft konzentrieren und gehören zu den vier grössten Titelanwärtern 2009/10.