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Lugano: Schutz für Trainer, Rundumschlag gegen Spieler |
Nach der neunten Niederlage in Folge am Dienstagabend warteten die Medienvertreter gespannt auf die Verantwortlichen des HC Lugano. Zuerst stellte sich ein sichtlich genervter Präsident Silvio Laurenti den Medien.
Was Silvio Laurenti sagte? Hier ist seine Rede zu lesen:
„Kenta Johansson bleibt unser Trainer, wir haben uns für ihn entschieden und stehen auch in dieser schwierigen Situation hinter ihm. Wie die Vergangenheit gezeigt hat, ist eine Trainerentlassung nicht immer die optimale Lösung. Und da wir mit Johansson ein langfristiges Projekt planen, haben wir auch den Mut es mit ihm durchzuziehen. Ich war schon bei der offiziellen Vorstellung der Mannschaft vorsichtig gewesen und hatte die Playoff-Qualifikation als Ziel ausgegeben, auch wenn es einige der Experten anders sahen, doch was bis heute passiert ist zeigt mir dass ich recht hatte.
Aus dieser misslichen Situation kommen wir nur als Kollektiv heraus, damit meine ich den Staff, die Spieler und auch die Fans. Die Curva Nord hat heute gestreikt und damit ihrem Unmut Ausdruck gegeben. Wir werden das Gespräch mit ihnen suchen damit diese Fans bereits am Samstag in ihren Sektor zurückkehren um die Mannschaft zu unterstützen.
In den nächsten Tagen werden Sanktionen gegen einige Spieler verhängt, wir werden die Situation zuerst mit der Technischen Kommission analysieren um dann zusammen mit dem Verwaltungsrat zu entscheiden, in welcher Form diese dann erfolgen werden. Es kann ja nicht sein, dass der Trainer von den Spielern ein aggressives Forechecking verlangt und dieses System wird nur von einigen Spielern umgesetzt, während die meisten irgendwie lust- und teilnahmslos wirken. Diese Sanktionen werden noch vor dem Spiel am Freitag bekannt gegeben. Welche Spieler dies betreffen wird? Ich glaube alle von den Fans zu den Journalisten haben gemerkt, wer davon betroffen sein könnte.“
Nachdem der TK-Chef Ruben Fontana die Worte Laurentis bestätigte, war die Reihe an Kenta Johansson.
Sind Sie erleichtert darüber dass Ihnen der Präsident das Vertrauen ausgesprochen hat?
Einerseits bin ich erleichtert, andererseits bin ich mir bewusst, wie kritisch die aktuelle Situation ist. Sicherlich hat der Präsident recht, wenn er sagt, dass wir uns nur alle zusammen aus dieser misslichen Situation befreien können.
Haben Sie das Gefühl dass einige in der Mannschaft gegen Sie spielen?
Dies hoffe ich doch nicht. Es ist viel nützlicher, wenn sie gegen unseren jeweiligen Widersacher spielen. Ich habe keine Patentrezepte. Das einzig valable ist die harte Arbeit in jedem Training und in jedem Einsatz, wenn man auf dem Eis ist. Wer dies nicht kapiert hat, ist definitiv fehl am Platz.
Heute war ein spezieller Abend ohne die Unterstützung der Curva Nord, die Sie ja schon aus Ihrer Aktivzeit kannten.
Es war sicherlich ungewöhnlich vor einer leeren Curva Nord spielen zu müssen. Jetzt liegt es an uns, als Mannschaft alles damit zu tun, damit diese uns wieder unterstützen wird. Aber wir haben ja sowieso einiges gutzumachen gegenüber unseren Fans im Allgemeinen.
Man wirft ihnen auch ein zu passives Coaching vor.
Nun, dies ist meine Art zu coachen, wenn ich zu den Spielern etwas Besonderes sagen oder laut werden muss, dann mache ich dies in der Kabine anstatt während des Spiels, wo ich auf das Geschehen auf dem Eis fokussiert bin.
Ohne den Sanktionen des Klubs vorgreifen zu wollen, muss man wohl kein Hellseher sein um auf die Nordamerika-Fraktion der Mannschaft zu tippen, denn ausser den Lizenz-Schweizer Brady Murray übertrafen sich diese gegenseitig in lustlosem Herumfahren auf dem Eis. Im Nachhinein war es sicher ein Fehler, Randy Robitaille eine zweite Chance zu geben, und man wird sicher versuchen zwei neue Ausländer zu verpflichten, auch wenn es nicht einfach sein wird die geeigneten Spieler in Kürze zu finden.