Verkehrte Welt: Die einstieg ZSC-Legende Michel Zeiter im Zürcher Derby im Kloten-Dress gegen den ZSC-Topscorer und Ex-Klotener Domenico Pittis. Foto: Photopress/Gabi Mueller (Auf Bild klicken für MMS)



Einstiger Löwenkönig im Klotener Exil

Von Martin Merk, Dennis Schellenberg

Man stelle sich vor, Felix Hollenstein mit Reto Pavoni als Assistent würden bei den ZSC Lions nächste Saison das Traineramt übernehmen. Ähnlich wie sich eingefleischte Z-Fans im dritten Rang vorkommen würden, tönte es diese Woche bei Hardcore-Fans der Kloten Flyers, als sie vom Transfer Michel Zeiters zu den Fliegern erfuhren.

In unserem Radiomagazin ab Montag 20:00 Uhr kommt auch Michel Zeiter und sein plötzlicher Transfer zu Wort. Ebenfalls kommt eine Nachbetrachtung zum Victoria Cup, die NHL sowie die Krise in Fribourg, Langnau und Lugano. Zum hockeyfans.ch-Radio

Dabei war ja der Sankt Galler einst ein Klotener, stemmte als Juniorenmeister den Pokal in die Höhe. Doch den Durchbruch schaffte erst kurze Zeit später mit dem Zürcher SC. 15 Jahre lang bestritt er im Dress der Stadtzürcher, wurde Meister, wurde zu sechs Weltmeisterschaften aufgeboten.

Er steht im Prinzip für alles, wofür Kloten sonst nicht steht. Er ist nicht mehr der Jüngste mit 35 Lenzen, hat weisse Schlittschuhe und Susi als Spitznamen. Und er hat dem ZSC geholfen, über die letzten Jahre gesehen zur Nummer eins im Kanton zu werden und damit die Regentschaft der Kloten Flyers abzulösen.

Und nun ist er nach zwei Jahren in der Emmentaler Provinz wieder in seiner Heimat zurück. Näher zu seiner Familie, zu seinem Umfeld, seinem Ursprung. Der neue Sportchef Alpo Suhonen hat ihn zurückgeholt, um sein Centerproblem zu lösen und ihm zum nächsten Puzzlestück unter vielen Stürmerabgängen und -zuzügen zu machen.

So hat der Trainer Anders Eldebrink nun auch ohne den unerwünschten Grant Stevenson (ein Abnehmer wird gesucht) vier Mittelstürmer im Team. Und Zeiter gibt sich trotz des frostigen Empfangs kämpferisch, wie er uns im Interview nach dem Spiel verrät.

Michel Zeiter, wie fühlt man sich nach dem ersten Sieg im ersten Spiel mit den Kloten Flyers?

Es war wichtig fürs Team gegen einen sehr guten Gegner zu gewinnen. Ich hätte mir den Einstand nicht besser vorstellen können. Es war wirklich super, im ersten Spiel ein Sieg zu landen mit Kloten.

Es muss ja sicher speziell gewesen sein, das erste Spiel ausgerechnet gegen die ZSC Lions zu bestreiten.

Es war sicher sehr speziell, auch wenn zwei Jahre in Langnau dazwischen waren, aber ich wollte alles für Kloten geben und ich denke es ist mir nicht schlecht gelungen. Es war nicht einfach, aber die Mannschaft hat mir wirklich sehr geholfen und es hat Spass gemacht. Ich bin glücklich, dass wir gewonnen haben.

Wie kam der Transfer eigentlich zustande?

Es war ein Trade. Ich bekam eine Anfrage aus Kloten und dann ging es ziemlich schnell und ich stimmte dem zu.

Der Empfang war jedoch eher frostig mit Spruchbänden und Pfifen.

Ich muss sagen, wenn ich Fan von Kloten wäre dort oben, hätte ich vielleicht auch gepfiffen, das ist normal. Ich versuche mich, mit guten Leistungen zu integrieren im Team, im Umfeld. Ich muss auch sagen, dass ich zwischen 1988 und 1991 drei Jahre in Kloten spielte, ich wurde Schweizer Meister mit der Elite A, ich war also auch schon da, auch wenn es viele nicht wissen. Das müsste man auch gar nicht erwähnen, aber ich sage es einfach mal, weil es so war. Wie erwähnt, ich habe alles gegeben und bin froh, dass wir gewonnen haben.

Was sind nun die Ziele mit den Kloten Flyers?

Als ich wusste, dass ich nach Kloten gehen würde, war ich wirklich sehr froh, weil es eine super Mannschaft ist. Ich bin nach Kloten gekommen, um die Meisterschaft zu gewinnen und für nichts anderes. Diese Chance haben wir und wir werden alles dran setzen, eine gute Quali zu spielen und in den Playoffs zuzuschlagen.