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NHL Pacific Division: Eine Frage der Bestätigung |
Mit den Dallas Stars, Anaheim Ducks und den San Jose Sharks stellt die Pacific Division drei eigentliche Topteams. Doch mindestens die Sharks und die Stars müssen nach der letzten Saison zuerst wieder bestätigen, dass sie dem Namen Topteam gerecht werden. Los Angeles und Phoenix befinden sich derzeit im Aufbau.
Los Angeles: Immer noch deutlich hinter Anaheim
Die Zeiten als noch ein gewisser Wayne Gretzky bei den Kings spielte und die Mannschaft aus der Stadt der Engel Dauergast in den Playoffs war, sind definitiv vorbei. Denn seit der Saison 02/03 haben es die Kings nicht mehr geschafft, sich für die Playoffs zu qualifizieren. Doch eine stetige Leistungssteigerung ist dennoch auszumachen. Und um dieses Jahr endgültig wieder einmal ein Playoff-fähiges Team zu stellen, wurde neu Ryan Smyth von den Colorado Avalanche unter Vertrag genommen. Zudem stösst vom Stanley Cup Sieger Pittsburgh Verteidiger und Schussblockspezialist Rob Scuderi zu Los Angeles. Doch trotz dieser Transfers hat sich die Verteidigung eher verschlechtert. Tom Preissing und Kyle Quincey haben das Team nämlich verlassen. Im Ganzen gesehen war General Manager Dean Lombardi aber relativ ruhig auf dem Transfermarkt. Die Defensive ist zu schwach besetzt, auch weil ein richtiger Abwehrchef fehlt. Die jungen Drew Doughty und Jack Johnson stehen somit unter grossem Druck. Und auch im Sturm gestalten sich Probleme mit der Tiefe des Kaders. Um die fehlenden Lücken zu füllen stehen mit Oscar Möller, Justin Azevedo, Brayden Schenn und Teddy Purcell vier talentierte Stürmer zur Verfügung, die ihre Chance in der 1. Mannschaft packen wollen.
Hockeyfans.ch Prognose:
Es wird eine weitere schwere Saison für die Los Angeles Kings geben. Die Verteidigung ist schwach besetzt und der Sturm lässt auch nicht gerade auf glamouröse Zeiten hoffen. Doch man darf die Kings nicht unterschätzen. Läuft es den Schlüsselspieler wie Kopitar, Frolov, Smyth und Doughty gut und können die noch jungen Torhüter Ersberg, Quick und Bernier ein starkes Goalie-Trio stellen, könnten die Kings durchaus die Playoffs packen. Die Playoffqualifikation ist nicht undenkbar, trotzdem wäre ein Weiterkommen in der ersten Runde eine Überraschung.
Dallas: Mit Crawford zurück an die Spitze?
Als die Dallas Stars letzte Saison die Playoffs verfehlten, war dies erst das dritte Mal in den 15 Saison seit die Franchise in Texas ist. Sieben Divisionstitel, vier Conference Finalserien, zwei Stanley Cup Finalserien und den Gewinn des Cups im Jahre 1999 sind die stolzen Errungenschaften der Dallas Stars während dieser Zeit. Dass die Stars letzte Saison so schlecht abgeschnitten hatten, war auch die Schuld der vielen Verletzungen. Brendan Morrow verletzte sich früh in der Saison und Brad Richards spielte nur 56 Spiele. Auch Jere Lehtinen absolvierte nur 48 Spiele und Zubov sogar nur deren 10 Spiele. Hinzu kam, dass Marty Turco eine katastrophale Saison hatte. Die Stars wollten aber nicht nur den Verletzungen Schuld geben und veränderten sich auf der GM- und Trainer- Position. Neuer General Manager ist Joe Nieuwendyk und Coach ist Marc Crawford. Weil Abwehrchef Zubov die Rückkehr nach Russland antrat, wurde Karlis Skrastins verpflichtet. Und um den Druck auf Turco zu verstärken, hat man Alex Auld als Back-up nach Dallas transferiert. Joel Lundqvist und Chris Connor sind zwei weitere Abgänge. Doch die Verletzungen haben nicht nur Negatives bewirkt. Die jungen Spieler wie: Loui Eriksson, James Neal oder Fabian Brunnström konnten viel Eiszeit sammeln und hatten allesamt eine starke Saison.
Hockeyfans.ch Prognose:
Es ist schwierig zu sagen, ob die Dallas Stars diese Saison besser abschneiden als noch die letzte. Doch der Druck des Teams ist nicht mehr so hoch wie noch vor der letzten Saison, da die Erwartungen gesunken sind. Potenzial ist genügend vorhanden und mit diesem Kader sollten die Stars eigentlich einen Playoffkandidaten sein. Doch Turco muss zu alter Stärke zurückfinden und die Defensive muss sich gewaltig steigern, zumal ja mit Zubov der Abwehrchef fehlen wird.
Anaheim: Mit Härte zum Erfolg
Seit der Veränderung des Clubauftrittes im Jahre 2006 zählen die Ducks zu den Topteams der Liga. Die Playoffs wurden seit der Saison 06/07 immer erreicht. Krönung war der Cupgewinn in der Saison 06/07 gegen die Ottawa Senators. In der letzten Saison war man nahe dran, den Einzug in den Conference Final zu erreichen. Im siebten Spiel verloren die Ducks gegen den späteren Finalisten Detroit nach einem späten, unglücklichen Gegentreffer. Doch die letzte Saison lief eigentlich lange nicht so gut. Nicht zu vergessen ist, dass die Ducks die Playoffs nur hauchdünn erreichten. Vor allem in der Defensive hatten die Kalifornier Probleme zu beklagen. Und auf die neue Saison hin musste General Manager Bob Murray Chris Pronger und François Beauchemin ziehen lassen. Doch Murray reagierte umgehend und hat mit Luca Sbisa, Nick Boynton, Steve McCarthy, Steve Eminger und Jassen Cullimore gleich fünf neue Verteidiger an Board geholt. Sicherlich muss sich die Defensive um Abwehrchef Scott Niedermayer neu formatieren, doch die neuen Verteidiger passen wie die Faust aufs Auge in die physisch starke Mannschaft von Randy Carlyle. Der Sturm war letzte Saison zu abhängig von Getzlaf und Perry und um dies zu ändern kehrte Joffrey Lupul nach Anaheim zurück. Die wichtigste Neuverpflichtung ist aber Saku Koivu, der von Montreal nach Anaheim wechselte. Mit Rob Niedermayer, Travis Moen und Samuel Pahlsson haben die Ducks allerdings drei gute defensive Stürmer verloren. Somit wird die Abhängigkeit vom wohl besten Torhüterduo Hiller/Giguere noch grösser.
Hockeyfans.ch Prognose:
Letzte Playoffs mussten die Ducks gegen die Sharks und die Wings doppelt so viele Schüsse zu lassen wie sie abfeuerten. Und mit den defensiv starken Abgängen haben die Ducks eine Lücke in ihrem Spielsystem, welche sie durch harte Arbeit und gesunde Härte wett machen müssen. Doch das Potenzial der Mannschaft von Randy Carlyle ist riesig und neben den gängigen Titelaspiranten stellen die Ducks eine echte Alternative dar, es sei denn, die Schlüsselspieler verletzen sich nicht.
San Jose: Endlich mehr als nur ein Playofftourist?
Die San Jose Sharks stellen seit längerer Zeit ein Topteam der NHL. Im Jahr 2003 war man zum letzten Mal ohne Playoffs. Tönt alles ganz nett, doch der letztjährige President’s Trophy Gewinner hat ein Problem. Sobald das Team in den Playoffs steht, fällt es zusammen. Seit der Lockout-Saison ist man jedes Mal trotz einer guten regulären Saison bereits im Conference Halbfinal gescheitert. Und letzte Saison reichte es sogar nicht einmal mehr über die erste Runde hinaus. General Manager Doug Wilson musste etwas verändern und tat dies auch. Er verpflichtete den in Ottawa unglücklichen Dany Heatley im Tausch gegen Michalek, Cheechoo und einen zweitrunden-Pick. Damit trennte man sich von eigengewächs Michalek und langzeit-Shark Cheechoo. Auch Mike Grier, Marcel Goc, Travis Moen und Brian Boucher erhielten keine neuen Verträge mehr. Zudem beendeten die beiden NHL-Saurier, Jeremy Roenick und Claude Lemieux, ihre Karrieren. Neben den zahlreichen Abgängen wurde aber ausser Heatley keine namhafte Neuverpflichtung unter Vertrag genommen. Scott Nichol und Jed Ortmeyer kommen aus Nashville und Dwight Helminen aus Carolina. Auf der Torhüterposition hat sich nichts verändert, Nabokov wird auch in dieser Saison wieder die klare Nummer eins sein.
Hockeyfans.ch Prognose:
Die San Jose Sharks hatten auch schon ein besseres Kader vor dem Saisonstart. Mit dem Heatley-Deal hat man vielleicht zu viel weggegeben und mit Moen, Grier und Goc fehlen wichtige Defensivspezialisten. Nichts desto trotz kann man mit den Sharks auch diese Saison wieder rechnen. Die Playoffqualifikation dürfte kein Problem darstellen. Der Druck auf die Schlüsselspieler Thornton, Heatley und Marleau und die jungen Setoguchi und Pavelski ist aber grösser geworden und dies könnte in den Playoffs erneut nach hinten los gehen.
Phoenix: Mit den Gedanken beim Verkauf der Franchise
Bei Phoenix Coyotes gibt es zwei brennende Fragen vor der Saison:
Wer wird das Team kaufen?
Wo wird das Team ab Oktober spielen?
Doch obwohl die Franchise nach Winnipeg und Phoenix eventuell einen neuen Standort bekommt, muss sich Team und Management auf das Geschehen auf dem Eis konzentrieren, denn ob es nun einen Standortwechsel gibt oder nicht, der Club muss sein Team auf den Saisonstart hin fit machen – wenn auch derzeit ohne Trainer Wayne Gretzky. Dafür wurde das Kader mächtig verändert. Die wichtigsten Abgänge sind: Nigel Dawes, Dmitri Kalinin, Enver Lisin und Steven Reinprecht. Dafür verpflichtete man unter anderem Adrian Aucoin um den Abgang von Kalinin zu kompensieren. Mit Jason LaBarbera stellt man Bryzgalov einen fähigen Kokurrenten hin und Radim Vrbata kehrt von Tampa Bay ins Valley of the sun zurück. Die jungen Hanzal, Boedker und Turris können allesamt auf eine gute vergangene Saison zurückblicken. Das Team ist aber noch sehr jung und unerfahren.
Hockeyfans.ch Prognose:
Vielleicht ist die Frage um den Verkauf der Franchise gar nicht so schlecht für das noch junge Team. Denn der Druck auf die Spieler nimmt damit ab, weil die Verhandlungen um den Kauf des Teams im Vordergrund stehen. Zudem wird das Team von Shane Doan und Ed Jovanovski geführt, welche beide viel Erfahrung aufweisen können. Dennoch ist das Kader zu wenig tief und wollen die Coyotes ein Wörtchen um einen Playoffplatz mitreden, muss eine perfekte Saison her.