|
NHL Central Division: Torhüterfrage im Vordergrund |
Mit Ausnahme von Nashville haben sich letzte Saison alle Teams der Central Division für die Playoffs qualifiziert. Auch diese Saison dürfte man mit diesen fünf Teams wieder rechnen, denn Talent ist genügend vorhanden.
Detroit: Starke Biese in Hockeytown
Mit dem letztjährigen Finaleinzug haben die Detroit Red Wings wieder ein Mal gezeigt, dass sie eines der Topteams dieser Liga sind und die Wings immer ein Kandidaten für den Stanley Cup sind. Doch es wird Jahr für Jahr enger für das Team von Mike Babcock. Die Red Wings haben sich mit Todd Bertuzzi und Patrick Eaves zwar verstärkt, doch beide sind verletzungsanfällig wie unkonstant und mit Jiri Hudler, Mikael Samuelsson und Tomas Kopecky hat das Team drei talentierte Spieler verloren. Zudem wird der Vertrag mit dem 47-jährigen Routinier Chris Chelios nicht mehr verlängert. Und weil die Red Wings wegen den guten Platzierungen jeweils beim Entry Draft ein aussageloses Los haben, ist es für sie enorm schwer, auf die Jugend zu setzen. Zudem sind die Wings auf der Torhüterposition schwach besetzt. Chris Osgood wird bald 37 und wird sich wohl kaum mehr steigern können. Und Nachwuchstalent Jimmy Howard bestritt letzte Saison nur gerade ein Spiel. Um die Dünne auf der Torhüterposition weiss auch General Manager Ken Holland Bescheid. Routinier Dan Cloutier wurde deshalb als Tryout ins Trainingscamp eingeladen. Das eigentliche Ziel dürfte aber auch in diesem Jahr wieder der Titelgewinn sein. Detroit bleibt eben Detroit, auch wenn das Kader in dieser Saison nicht mehr so gut besetzt ist wie auch schon.
Hockeyfans.ch Prognose:
Detroit hat sich kaum verstärkt, darum wird es schwierig an den Erfolg der vergangenen Jahren anzuknüpfen. Aber Detroit wäre nicht Detroit, wenn sie nicht auch in dieser Saison wieder um den Cup mitspielen. Zudem weiss Mike Babcock was es braucht, um den Stanley Cup zu gewinnen. Fakt ist, mit den Red Wings ist auch diese Saison wieder zu rechnen, auch wenn man sich kaum verstärkt hat.
Columbus: Der Hunger ist noch lange nicht gestillt
Die noch junge Franchise hat letztes Jahr erstmals in der Geschichte des Clubs die Playoffs erreicht. Dass man in der ersten Runde gegen die Detroit Red Wings gleich mit 4:0 nach Hause geschickt wurde, ist dabei nur Nebensache. Und die jungen und hungrigen Blue Jackets sind noch lange nicht satt. Dafür wurde auf dem Transfermarkt aufgestockt. Wichtigste Neuverpflichtung ist Arbeitsbiene Samuel Pahlsson, der aus Chicago engagiert wurde. Auch Michael Blunden kommt von den Blackhawks nach Ohio. Zudem stossen viele so genannte Prospects zum Kader. Nikita Filatov hat in seinen acht Spielen bereits mit vier Toren gezeigt, wie viel Potenzial im Russen steckt. Alexandre Picard, Derek Dorsett und Jonathan Sigalet sind nur weitere talentierte Spieler im Kader. Mit Jakub Voracek und Kris Russell sind zudem zwei Spieler verfügbar, die bereits letzte Saison eine wichtige Rolle im Team von Kent Hitchcock übernahmen. Und mit Steve Mason steht immerhin noch der amtierende Rookie of the Year im Tor. Ob der 21-jährige die starke Saison mit 10 Shoutouts bestätigen kann, ist allerdings fraglich. Und auch in der Defensive sind die Blue Jackets relativ dünn besetzt. Mike Commodore bildet der Abwehrchef um eine unerfahrene Verteidigung. Ob das junge Team einen weiteren Schritt nach vorne gehen kann, hängt zum grossen Teil von der Abwehr ab.
Hockeyfans.ch Prognose:
Mit Ken Hitchcock steht ein erfahrener Coach an der Bande. Und dies braucht es bei einem talentierten Team wie Columbus auch. Die zentrale Frage bleibt aber: Ob Steve Mason sich in seiner zweiten Saison bestätigen kann? Zudem ist die Defensive sehr dünn besetzt. Potenzial ist zwar genügend vorhanden, doch es wird schwierig, die Playoffs erneut zu erreichen. Zudem müssen Schlüsselspieler wie Nash und Umberger verletzungsfrei durch die Saison kommen.
St. Louis: Reicht Talent alleine aus?
Das erste Mal seit fünf Jahren konnten sich die St. Louis Blues letzte Saison wieder ein Mal für die Playoffs qualifizieren. Das ehemalige Topteam aus Missouri hatte in den vergangenen Jahren einen Neuanfang gestartet. Stars wie Al MacInnis, Pavol Demitra oder Scott Mellanby gehören der Vergangenheit an. Nun sollen Jungtalente wie T.J. Oshie, David Backes und Patrik Berglund die stolzen Blues wieder zurück auf die Erfolgsspur von MacInnis und Co. bringen. Vor allem von T.J. Oshie hält man in St. Louis viel. Der kräftige Flügel hatte in seiner Rookie-Saison bereits 39 Punkte sammeln können. Neben ihm hofft man auf eine ebenso tolle Saison von Patrik Berglund, der gar 47 Punkte erzielte und zudem im Rookie Allstar-Game teilnahm. Mit Verteidiger Erik Johnson steht den Blues ein weiteres Top-Jungtalent zur Verfügung. Wegen einer Verletzung verpasste Johnson jedoch die komplette letzte Saison. Doch die Blues sind in der Verteidigung sehr dünn besetzt. Routinier Jay McKee ist nach Pittsburgh abgewandert und auch Jeff Woywitka verliess St. Louis. Immerhin haben die Blues mit Alex Pietrangelo einen weiteren erstrunden Draft in der Hinterhand. Pietrangelo absolvierte acht Spiele in der abgelaufenen Saison und könnte nun wegen der Verteidigernot den Sprung in die erste Mannschaft schaffen. Einen der einzigen Zuzüge können die Blues auf der Torhüterposition vermelden. Vom Finalisten Detroit stösst Ty Conklin zum Team von Andy Murray. Er bildet mit Chris Mason das Torhüterduo. Mit der Verpflichtung Conklin’s wird wohl klar, dass der Vertrag mit Manny Legace nicht mehr verlängert wird. Die klare Nummer eins wird aber Chris Mason sein, der auf eine starke Saison zurückblicken kann.
Hockeyfans.ch Prognose:
Die Blues sind auf bestem Weg, zu einem Topteam zurückzukehren. Doch das Risiko auf junge Spieler zu setzten ist gross. Können Spieler wie Oshie, Berglund und Perron dem Druck nicht standhalten, könnte es eng werden. Doch ein Playoffplatz liegt auch dieses Jahr wieder in Reichweite.
Nashville: Ausgetanzt in Music City?
Nachdem man in den letzten vier Meisterschaften jeweils die Playoffs erreichte, gelang dieses Kunststück den Predators letzte Saison knapp nicht. Doch das Scheitern öffnete den Verantwortlichen nicht wie erwartet die Augen. Im Gegenteil, man hält an den Spielern fest und hat es verpasst, sich auf dem Transfermarkt zu verstärken. Mit Vernon Fiddler, Greg Zanon und Ville Koistinen hat man gleich drei Stammverteidiger verloren. Namhafte Zuzüge hat man bisher keine zu vermelden. Man hofft allerdings in Music City auf die Routiniers Steve Sullivan und Jason Arnott. Zudem steht mit J.P. Dumont der letztjährige Topscorer immer noch im Team von Barry Trotz. Und Colin Wilson und Cal O’Reilly sind zwei junge und talentierte Spieler. O’Reilly, der letzte Saison in elf Spielen fünf Punkte erzielte, und Wilson, ein erstrunden Draft, könnten frisches Leben in die Bude bringen. Dann wäre da noch die Ungewissheit um Alexander Radulov. Die Zukunft des Russen, der sich in einem Streit zwischen der KHL und NHL befindet, ist immer noch ungewiss. Die Predators wären sicherlich nicht abgeneigt, Radulov nächste Saison in einem Nashville Trikot spielen zu sehen.
Hockeyfans.ch Prognose:
Mit der Passivität auf dem Transfermarkt hat es Nashville verpasst, auf die verpatzte letzte Saison zu reagieren. Mit drei namhaften Abgängen in der Defensive und keine wirklichen Verstärkungen verpflichtet zu haben, wird es für Nashville extrem schwer die Playoffs in diesem Jahr zu erreichen. Obwohl das Team von Barry Trotz mit einem starken Goalieduo (Pekka Rinne und Dan Ellis) in die Saison startet, werden die Predators vermutlich ihre Saison nach der Regular Season beenden müssen.
Chicago: In Lauerstellung
Die Erwartungen für diese Saison sind gross in Windy City. Bereits letzte Saison hat man zeigen können, dass die Hawks in die richtige Richtung gehen. Erst gegen den späteren Finalisten aus Detroit musste man sich geschlagen geben. Man ruht sich aber nicht auf den Lorbeeren aus, sondern General Manager Stan Bowman hat auf dem Transfermarkt nochmals mächtig zugelangt. Hossa, Kopecky und Madden sind die drei grossen Zuzüge der Hawks. Marian Hossa soll den abgewanderten Martin Havlat ersetzten, was dem Slowaken nicht schwer fallen dürfte, in Torgefährlichkeit sowie in Verletzungsanfälligkeit. John Madden und Tomas Kopecky vertiefen das ohnehin schon breite Kader. Doch die Hawks haben auch wichtige Spieler verloren. Vor allem die Abgänge von Nikolai Khabibulin und Samuel Pahlsson dürften dem Team schmerzen. Khabibulins Nachfolger wird, der in der Schweiz bestens bekannte, Cristobal Huet sein. Auch die Defensive, angeführt von Duncan Keith und Brian Cambpell, scheint zu funktionieren. Ob die Hawks in dieser Saison die Früchte ernten können und Jack Skille, einen erstrunden Pick, in die erste Mannschaft einbinden, ist wohl von den Verletzungen der Stammspieler abhängig. Schmerzen wird die Abwesenheit von Neuverpflichtung Marian Hossa, der auf Grund einer Verletzung frühestens anfangs November ins Spielgeschehen eingreifen kann.
Hockeyfans.ch Prognose:
Die Konkurrenz sollte gewarnt sein, denn die Chicago Blackhawks greifen mit einer soliden, talentierten und hungrigen Mannschaft an. Bereits letzte Saison konnte Chicago zeigen, dass sie mehr als nur ein Playoffkandidat sind. Können sich die Neuverpflichtungen gut integrieren und Kane und Toews eine weitere überzeugende Saison spielen, ist mit den Hawks zu rechnen. Mindestens das Conference-Halbfinal liegt für die Mannschaft von Joel Quenneville wieder drin, danach ist alles möglich. Doch der Erfolg der Hawks hängt stark von den Leistungen von Cristobal Huet ab, denn in den letzjährigen Playoffs konnte Huet den verletzen Khabibulin nicht würdig vertreten.