André Rufener während der U18-WM in Fargo und Moorhead. Foto: Christian Häusler



"Wenn mich die Spieler brauchen, bin ich für sie da"

Von Dennis Schellenberg

Während der U18 Weltmeisterschaft in den USA sind nicht nur die Spieler bei der Arbeit, sondern auch die Spielerberater. André Rufener ist ein solcher und für ihn ist die WM eine sehr wichtige Zeit, in der er für die Spieler da ist und mit den Vereinen das Gespräch sucht.

André Rufener arbeitet für 4Sports. Dies ist ein internationales Unternehmen, welches im Bereich Athletenmanagement und im Sportmarketing tätig ist. 4Sports vertritt zwei Spieler des Schweizer U18-Kaders. "Ich gehe an die Spiele, rede mit ihnen über die persönlichen Leistungen, wie ich das Spiel gesehen habe und gleise für diese beiden Spieler die Zukunft auf. Dies ist auch ein wichtiger Grund, warum ich hier bin. Es gibt viele Teams aus Kanada die Interesse an den Spielern zeigen." André Rufener ist der Meinung, dass sich der Spieler während einer Weltmeisterschaft voll und ganz auf das Spiel konzentrieren sollte. "Ich koordiniere alle vertraglichen Angelegenheiten neben dem Eis, so dass sich der Spieler auf seine eigene Leistung fokussieren kann. Ich möchte nicht, dass der Spieler von den Klubvertretern angegangen wird und versuche so gut es geht, dem Spieler den Rücken frei zu halten."

Zwischen den Schweizer Spielen trifft sich André Rufener mit den Klubverantwortlichen von Vereinen, die Interesse an seinen Spielern zeigen. Der Spieler bekommt von den Gesprächen allerdings meistens erst nach dem Turnier etwas mit. "Normalerweise informiere ich den Spieler nach der Weltmeisterschaft über die verschiedenen Angebote. Wir setzten uns kurz an einen Tisch und diskutieren die Möglichkeiten durch." Nach getaner Arbeit verlässt André Rufener den WM-Schauplatz noch vor dem letzten Spiel. "Ich bleibe allerdings nicht die ganze WM hindurch. Wenn ich mich mit den Verantwortlichen getroffen habe, ist meine Arbeit hier vorbei".

André Rufener ist aber nicht nur für vertragliche Angelegenheiten zuständig. "Wenn mich die Spieler brauchen, bin ich für sie da." Während der U18-Weltmeisterschaft in den USA gingen einem Spieler die Stöcke aus. Fürs wichtige Spiel gegen Deutschland hatte er nur noch einen Stock zur Verfügung. "Das ist für den Spieler eine unangenehme Situation und vor allem noch bei einem so wichtigen Spiel, da möchte man sich aufs Spiel konzentrieren und sich nicht noch mit einem weiteren Problem befassen." Kurzerhand organisierte Rufener ein paar neue Stöcke. "Ich rief bei einem Materialvertreter an und liess die Stöcke einfliegen, auch das gehört zu meinen Aufgaben während einer Weltmeisterschaft.

Für Rufener ist die U18-WM eine wichtige Zeit, sich mit Scouts und Vereinsvertreter zu treffen, denn nur wenige nehmen sich die Zeit, während der Saison die Spieler in der Schweiz zu beobachten. "Ich frage die Scouts oft, wie viele male sie in der Schweiz sich Spiele ansehen." Die Antwort gestaltet sich meistens identisch, die Scouts besuchen lieber die Ligen in Russland und Schweden. Dies schlägt Rufener aufs Gemüt. "Der Respekt von den Kanadiern für unsere Schweizer Liga ist nicht sehr gross. Doch unsere Liga ist stark, man hat es gesehen, zum Beispiel in der Champions Hockey League, welche wir durch die ZSC Lions nicht nur einfach gewonnen haben, sondern auch noch dominiert. Denken wir nur mal ans Rückspiel in Rapperswil, da hatte Metallurg nicht den Hauch einer Chance." Aus der Sicht von Rufener wäre es langsam an der Zeit, die Schweizer Liga besser zu scouten. Doch wegen den jüngsten Erfolgen von Schweizern Spielern in Nordamerika, ist ein Lichtblick in Sicht. "Dank Spielern wie Streit, Sbisa oder auch Hiller geniessen die Schweizer Spieler mehr Anerkennung bei den nordamerikanischen Klubs. Das ist auch der Grund, dass viele Teams nun vermehrt Interesse an jungen, talentierten Schweizer Spieler zeigen."

Es ist zu hoffen, dass sich das Ansehen des Schweizer Eishockeys in naher Zukunft weiter steigert, sodass unsere Liga nicht mehr unterschätzt wird. Aber nur durch weitere Erfolge wie Mark Streits Durchbruch und das Wintermärchen der ZSC Lions ist dies möglich. Zum Glück gibt es ja nächste Saison wieder 82 NHL Spiele und eine Champions Hockey League.