Frédéric Rothen (links) gegen den Davoser Petr Taticek. Foto: Tobias Schlegel



Rothen: "Ich habe schon mehr Respekt"

Von Martin Merk

Die Schweizer Eishockeyfans sahen geschockt, wie ein Schlagschuss von Goran Bezina, der den Puck schon mal auf 160 km/h bringen kann, ins Gesicht von Frédéric Rothen prallte, der sich heroisch in den Puck warf. Es war wohl eine der gravierendsten Kieferverletzungen im Schweizer Eishockey. Mit hockeyfans.ch sprach Rothen über die vergangene Zeit und das Finale, in welchem die Kloten Flyers gegen den HC Davos 2:3 in Rückstand geraten sind.

Frédéric Rothen, du hast ausgerechnet im ersten Finalspiel dein Comeback gegeben, wie fühlst du dich?

Nun geht es gut, aber im ersten Spiel war es sicher nicht so einfach, alles ging sehr schnell, es ist ein anderer Rhythmus. Wenn man immer nur trainiert, fehlt einem der Zweikampf.

Und trotzdem trafst du gleich im ersten Spiel.

Ja, aber da war ja viel Glück dabei. Ich sah den Puck nicht einmal, er ging einfach an meinen Schlittschuh.

Ist dies typische Hockeyhärte, dass du nach der schweren Kieferverletzung so schnell schon wieder dabei bist?

Ich denke jeder Sportler will so schnell wie möglich zurückkehren, auch beispielsweise im Ski. Gut, vielleicht ist es nicht in jeder Sportart so.

Hättest du im Januar gedacht, dass du diese Saison noch spielen würdest?

Ich wusste, dass die einzige Chance für eine Rückkehr war, dass Kloten im Final spielt.

Deine Verletzung hätte mit mehr Schutz verhindert werden können. Denkst du, Eishockey-Profis sollten ein Gitter oder eine Scheibe tragen?

Ich muss nun das Gitter tragen, aber ich mag es nicht, es stört die Sicht schon sehr.

Das heisst nächste Saison kommt es weg?

Im September sehen wir denn, wie es ist, aber ich habe nun schon mehr Respekt vor den Gefahren.

Nun seid ihr gegen Davos in Rückstand geraten.

Für uns ist das natürlich eine Riesenenttäuschung. Aber das sind halt die Playoffs. Wir hatten viele Chance vergeben und teilweise war auch Pech dabei. Wir wissen aber, dass Davos gut auf Konter spielt.

Woran hat es denn gelegen?

Wir zeigten nicht unsere beste Haltung, waren vielleicht etwas nervös. Wir müssen mehr laufen und aggressiver werden. Wir müssten tiptop spielen, um gegen sie gewinnen zu können.

Am Samstag geht es nach Davos. Wie wahrscheinlich ist es, dass es am Ostermontag zum Entscheidungsspiel kommt?

100 Prozent! Wir wissen, dass wir in Davos gewinnen können. Wer nicht dran glaubt, sollte besser zuhause bleiben. Wir müssen mit der gleichen Einstellung spielen wie letztes mal in Davos. Ich freue mich sehr auf das Spiel am Samstag. Wir sind bereit, trotz den verpassten Chancen. Wir spielen im Final, was gibt es schöneres als das?