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NHL mit dem 4. März im Visier |
In knapp drei Wochen ist es wieder soweit. Am 4. März haben die NHL-Teams die letzte Möglichkeit, sich für die anstehenden Playoffs zu verstärken. Die Gegengerade beleuchtet alle 30 Teams hinsichtlich Käufer- oder Verkäuferstatus und sagt, welche Spieler am ehesten am 5. März ein neues Trikot tragen werden.
Anaheim Ducks (5. Platz im Westen, 59 Punkte) Status: noch unentschieden
Jonas Hillers Ducks standen vor der Saison als sichere Playoffkandidaten in eigentlich jedem Notizblock. Doch die Wahrheit sieht etwas anders aus. Zwar sind die Ducks (noch) Fünfter im Westen, der Trend zeigte zuletzt jedoch deutlich nach unten. Von den letzten 10 Spielen gingen 5 verloren - zu viel für einen ernstzunehmenden Playoffkandidaten.
So werden die Ergebnisse der kommenden drei Wochen die Weichen auf "Käufer" oder "Verkäufer" Modus stellen. Fakt ist: Für einen Grosseinkauf an der Deadline haben die Ducks viel zu wenig Cap Space. Die Verletzungen von Jean-Sébastien Giguère und Teemu Selänne haben immerhin soviel Gehalt eingespart, dass man noch recht genau eine Million Dollar Gehalt "verbraten" darf. Interesse dürften die Ducks an einem erfahrenen Center haben, Torontos Nik Antropov hat z.B. einen Vertrag, der in das Gefüge der Ducks passen würde.
Sollte Anaheim doch noch zum Verkäufer werden, dann dürften sich grosse Namen unter den Verkauften finden. In erster Linie gilt Chris Pronger als Kandidat, da der ehemalige All-Star-Verteidiger nicht so recht in die Neuaufbaupläne passt. Für den potentiellen Erwerbenden wäre Pronger auch nicht nur ein Leihspieler, da der Kanadier für die kommende Spielzeit noch Vertrag hat. Ein weiterer Name, der bereits mehrfach gefallen ist, ist der von Scott Niedermayer. Der Captain der Ducks hat nur noch Vertrag bis Saisonende und ist bezüglich seiner Zukunft gänzlich unentschlossen. Die Ducks jedoch haben genug von dem Rumgeeiere des 34 Jahre alten Zwei-Wege-Verteidigers und würden bei einem entsprechenden Gegenwert sicher zuschlagen.
Zu haben wären im Verkäufermodus ebenfalls Rob Niedermayer, Brendan Morrison, Todd Marchant, Travis Moen, Brad Larsen, Bret Hedican und Steve Montador. Die Verträge all dieser Spieler laufen samt und sonders aus - ob sie einen Abnehmer finden würden, scheint beim ein oder anderen mehr als fraglich.
Atlanta Thrashers (14. Platz im Osten, 41 Punkte) Status: Verkäufer
In Atlanta gibt es wenig Neues. Das Team spielt - wie erwartet - eine miserable Saison (von wenigen Ausnahmen wie Bryan Little oder Zach Bogosian mal abgesehen) und wird definitiv die Playoffs verpassen. Ganz oben auf der "Zu haben"-Liste steht Veteran Mathieu Schneider, der offensiv jedoch lange nicht mehr so viel produziert wie noch im Vorjahr.
Zahlreicher werden da die Angebote für den Schweden Niclas Hävelid sein, der in erster Linie als Defensivverteidiger zu sehen ist. Zu haben sind ferner die Stürmer Marty Reasoner und Eric Perrin, hier dürften die Abnehmer eher das Problem sein. Beim richtigen Angebot weg sind wahrscheinlich auch der verletzungsgeplagte Goalie Kari Lehtonen und Winger Colby Armstrong, der die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen konnte.
Boston Bruins (1. Platz im Osten, 85 Punkte) Status: Käufer
Die Bruins sind die Überraschungsmannschaft der Saison - und das aufgrund vier gleichmässig besetzter Reihen. Nun hat nach Marco Sturm das Verletzungspech auch Michael Ryder heimgesucht, so dass die Bruins bulligen Ersatz für den Rechtsaussen suchen. Interessiert sollen die Bruins dabei an Edmontons Erik Cole sein. Auch die Namen Bill Guerin und Keith Tkachuk sind in diesem Zusammenhang bereits gefallen.
Unabhängig davon sind die Neu-Engländer an einer Verstärkung ihrer Defensive interessiert. Hier gibt es neben der Lösung eines klassischen Leihspielers (wie wäre es mit Hävelid, Ottawas Filip Kuba oder Anaheims Scott Niedermayer?) auch die XXL-Variante mit Floridas Jay Bouwmeester. Für den begehrten Kanadier müssten sich die Bruins allerdings von reichlich Talent verabschieden. Da das die Titelchancen des Sturm-Teams erheblich schmälern würde, halte ich diese Option für wenig wahrscheinlich.
Ein As haben die Bruins übrigens im Ärmel: Manny Fernandez. Der oft verletzte Goalie hat sehr solide gespielt und könnte als Backup bei einem anderen Team für mehr Sicherheit sorgen. Da die Bruins mit Tukka Rask über einen dritten NHL-reifen Goalie verfügen, könnten sie so den ohnehin üppigen Cap Space von rund drei auf etwa 4,5 Millionen Dollar anheben.
Buffalo Sabres (7. Platz im Osten, 62 Punkte) Status: Unentschieden
Die Sabres haben im Kampf um den Playoff-Einzug neuerdings ein Riesenproblem: Thomas Vanek fällt in der entscheidenden Saisonphase für drei bis vier Wochen aus. Eine Katastrophe für das Hecht-Team, das den Wegfall des zuverlässig produzierenden Österreichers nur schwer wird kompensieren können. Einzige Option wäre vom Talent her Tim Connolly, doch der Amerikaner ist häufiger verletzt als im Lineup.
Wenn die Sabres in drei Wochen tatsächlich noch reelle Playoffchancen haben, dann sind sie vorne wie hinten an Verstärkungen interessiert. Neben Doug Weight hat man in Buffalo auch schonmal über Milan Hejduk diskutiert. Für die Defensive kommt neben den bereits genannten verfügbaren Spielern auch noch Columbus' Rusty Klesla in Frage.
Im Verkäufermodus wären neben den ohnehin als Tradekandidaten in Frage kommenden Maxim Afinogenov und Tim Connolly auch Winger Ales Kotalik und Verteidiger Jaro Spacek auf dem Markt.
Carolina Hurricanes (8. Platz im Osten, 59 Punkte) Status: Unentschieden
Die Hurricanes haben neben der ungewissen sportlichen Situation noch ein zweites Problem an der Deadline. GM Jim Rutherford wurde offenbar ein teaminterner Salary Cap von 50 Millionen vorgegeben, der nach dem Zukauf von Jussi Jokinen auch erreicht wurde. So hätten die Canes theoretisch rund 5 Millionen Verfügungsspielraum, die sie allerdings nicht nutzen dürfen.
Sollten die Canes in den nächsten Wochen aus dem Playoffrennen fallen, wären vor allem drei Spieler für Playoffkandidaten interessant. Neben dem vielseitigen Stürmer Chad Larose wären das die Verteidiger Frantisek Kaberle (der seit Monaten feilgeboten wird) und Dennis Seidenberg. Der Vertrag des Deutschen läuft zu Saisonende aus, seine Leistungen machen den Calwer begehrt. TSN hat Seidenberg in einer Auflistung der effektivsten Spieler eines jeden Teams unlängst auf den vierten Rang ligaweit gewählt.
Calgary Flames (3. Platz im Westen, 66 Punkte) Status: Käufer
Die Flames werden die Playoffs machen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Und GM Sutter sieht vor allem noch eine Position, auf der er tätig werden möchte. Für den Fall des Falles soll ein erfahrener Backup her, Curtis McElhinney scheint den Kanadiern ein (noch) zu unsicherer Kantonist. Daher Ohren auf, wenn ein Manny Legace in St. Louis auf die Re-Entry Waiver Liste gesetzt wird oder Ray Emery tatsächlich in die NHL zurück möchte.
Grosse Sprünge können sich die Flames ohne substantielle Verluste indes nicht leisten: Der verfügbare Cap Space beträgt schlanke 1,5 Millionen... Eine Option wäre, Jim Vandermeer und seinen 2,4 Mio. Cap Hit gemeinsam mit einem Draftpick in die Wüste zu schicken, doch welches Team will einen Nummer 5 oder 6 Verteidiger mit einem derart dicken Vertrag, der auch noch zwei weitere Spielzeiten gilt?
Chicago Blackhawks (4. Platz im Westen, 66 Punkte) Status: Käufer
Die Playoffs werden den Blackhawks kaum noch zu nehmen sein. Und je näher diese rücken, umso lauter werden wieder die Stimmen derjenigen, die GM Dale Tallon für sein kostspieliges Gemurkse mit den beiden Nummer-1-Goalies Huet und Khabibulin geisseln. Denn an Talenten mangelt es den Blackhawks nicht, den dringend benötigten Reihe-2-Center zu holen, wohl aber an Cap Space.
Die schmale Million, die zur Verfügung steht, wird kaum reichen, um einen Doug Weight oder einen Keith Tkachuk an Land zu ziehen. Damit haben die Blackhawks eigentlich nur drei Optionen: Man gibt den gut haltenden Nikolai Khabibulin ab (im Austausch für Michael Nylander von den Capitals?) und stärkt möglicherweise einen Konkurrenten, trennt sich von Martin Havlat und seinem auslaufenden Vertrag (und verliert damit eine echte Offensiv-Waffe, die gerne in Chicago bleiben möchte) oder gibt Cristobal Huet ab und steht dann eventuell in der kommenden Saison ohne echte Nummer eins da. So oder so, die Probleme der Hawks sind hausgemacht.
Colorado Avalanche (14. Platz im Westen, 51 Punkte) Status: Verkäufer
Noch ist das letzte Wort nicht gesprochen, denn die Avs liegen nur 5 Punkte aus dem Playoffrennen. Doch mit jedem Spiel schwindet die Hoffnung der Fans auf den nächsten Endrundeneinzug mehr und mehr. Sollte Colorado tatsächlich durch das Raster fallen, dann gibt es in Denver einen echten Winterschlussverkauf - ohne Rücksicht auf grosse Namen.
Interesse weckt in der Liga vor allem Milan Hejduk. Der Tscheche hat noch eine weitere Saison Vertrag und dürfte damit einen mehr als ordentlichen Gegenwert erzielen. Allerdings besitzt er eine No-Trade-Klausel und müsste jeder Transaktion zustimmen. Ebenfalls feilgeboten wird scheinbar Ryan Smyth. Der Powerforward bringt nicht die Leistung, die man sich in Denver erhofft hat. Offenbar haben die Montreal Canadiens Interesse an "Captain Canada", dieser hat jedoch ebenfalls eine No-Trade-Klausel und einen hohen Preis.
Als mobiler Verteidiger dürfte John-Michael Liles ebenfalls Interesse wecken und gute Angebote aufrufen. Bei Nachfragen anderer Teams dürften auch Darcy Tucker und Tyler Arnason zu haben sein - aber unter uns gesagt: wer will die beiden? Ferner stehen bei den richtigen Angeboten auch Marek Svatos, Ben Guite, Brett Clark, Scott Hannan und Ruslan Salei zur Verfügung.
Schwer tun sich die Avs bei Ian Laperriere. Der Publikumsliebling besitzt zwar einen am Saisonende auslaufenden Vertrag, doch Spieler und Management haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass man die Zusammenarbeit gerne fortsetzen würde. Man kann die Situation in Denver auch umdrehen und sagen: Ausser Chris Stewart, Paul Stastny und Wojtek Wolski ist für den richtigen Preis jeder zu haben.
Columbus Blue Jackets (10. Platz im Westen, 55 Punkte) Status: Unentschieden
Bei den Blue Jackets wird es sich wie bei vielen Teams in den kommenden drei Wochen entscheiden, in welche Richtung die Deadline laufen wird. Bei Pro-Playoffs wird GM Howson mit Sicherheit einen erneuten Versuch unternehmen, einen echten Reihe-1-Center an Land zu ziehen. Doug Weight und Keith Tkachuk wären Interimslösungen, Jason Spezza die "Langzeitvariante". Aber: Spezza wäre richtig teuer und würde die Jackets wohl Goalie Pascal Leclaire und mehr kosten. Sinn würde der Trade für beide beteiligten Teams machen.
Drohen die Blue Jackets jedoch, die Playoffs abermals zu verpassen, so wären Christian Bäckman, Mike Peca, Jason Williams und Manny Malhotra auf dem Ladentisch. Zum richtigen Preis würde sich Howson auch von Verteidiger Rusty Klesla trennen.
Dallas Stars (5. Platz im Westen, 59 Punkte) Status: Käufer
Dallas wird meines Erachtens sicher die Playoffs erreichen. Mit der Lösung im Fall Avery ist Ruhe in die Kabine eingekehrt und das Team kann sich auf seine Stärken besinnen. Handlungsbedarf besteht vor allem im Tor. Marty Turco spielt allenfalls eine bescheidene Saison und braucht einen erfahrenen Backup. Tobias Stephan scheinen die Verantwortlichen diese Rolle nicht zuzutrauen und so schickten sie den Zürcher unlängst nach Bridgeport (AHL).
Während ich Ray Emery alleine schon wegen der Ähnlichkeit seines Namens zu Avery ausschliessen würde, dürften der Name Legace in Dallas ebenso diskutiert worden sein, wie der von Manny Fernandez. Der würde mit dem ihm noch zustehenden Gehalt auch gerade so eben in die verfügbaren 1,9 Mio. Spielraum passen.
Der verletzte Captain Brendan Morrow (Kreuzbandriss) wurde intern durch James Neal doch sehr anständig ersetzt, so dass hier eher kein Handlungsbedarf vorliegt - zumal der Morrow durchaus zu den Playoffs zurückkommen könnte. Und den gewünschten Ersatz für den verletzten Sergei Zubov (Hüfte, vorzeitiges Saisonende) bekommen die Stars nur, wenn sie tatsächlich Sean Avery loswerden.
Dann würden nochmals mindestens 600 000 Dollar freiwerden, die kombiniert mit der Abgabe oder AHL-Demotion eines Spielers (Janik/Hutchinson) gerade noch genug Raum für einen Filip Kuba oder einen Rusty Klesla schaffen würden. Pavel Kubina oder Jay Bouwmeester halte ich mehr für Wunschdenken als für real.
Detroit Red Wings (2. Platz im Westen, 77 Punkte) Status: Bedarf gedeckt
Never change a winning team. So einfach ist das.
Edmonton Oilers (9. Platz im Westen, 56 Punkte) Status: unentschieden
Bei den Oilers sind ebenfalls die kommenden drei Wochen entscheidend - entscheidend für Vieles. Bei Misserfolg dürften die Tage von Craig "MacT" MacTavish als Headcoach der Oilers gezählt sein. Um die brodelnde Fanbasis zu beruhigen, würden die Oilers im Falle des wahrscheinlichen Playoffeinzuges nicht ungern einen Monstertrade aus dem Ärmel zaubern.
So geistern also die Namen von Vincent Lecavalier, Jason Spezza und Jay Bouwmeester durch Alberta. Während die letzteren Beiden noch einigermassen realistisch sind, ist Lecavalier reines Wunschdenken. Interesse, das real zu sein scheint, haben die Oilers auch an Bill Guerin. Der Isles-Captain könnte Ales Hemsky mit seiner Präsenz den dringend benötigten Raum bringen und auch die eine oder andere Bude machen. Der Cap Space lässt jedenfalls Neuerwerbungen in der Höhe von rund 1,9 Millionen Dollar zu.
Wenn es allerdings in die Hose geht, dann stehen reichlich Namen zur Disposition. Erik Cole, Shawn Horcoff, Dustin Penner und auch Sheldon Souray. Sie alle könnten theoretisch nach der Deadline in ein neues Trikot schlüpfen...
Florida Panthers (9. Platz im Osten, 58 Punkte) Status: unentschieden
Völlig unerwartet kratzen die Panthers an der Playofftür und haben durchaus reelle Chancen auf die Endrunde. Daher weiss man im Sunshine-State auch noch nicht, wohin die Reise geht. Gerne würde man einen Top-6-Stürmer verpflichten, doch wo auch immer man hinhört, die Forderungen fangen mit "Jay Bouwmeester" an.
Ein durchaus denkbares Szenario wäre, den Kanadier für einen solchen Stürmer im Paket mit einem einigermassen passablen Verteidiger als Ersatz abzugeben. Anbieten würde sich als Tradepartner z.B. Colorado, das mit Milan Hejduk und Scott Hannan entsprechenden Gegenwert zu bieten hätte. Den ebenfalls stark interessierten Penguins könnte man Ryan Whitney und Jordan Staal abknöpfen (müsste dann allerdings noch ein Draftrecht in die Waagschale werfen).
Sollte die Panthers doch noch aus dem Rennen rausfallen, so wäre neben Bouwmeester ein Grossteil der Verteidigung zu haben (Karlis Skrastins, Nick Boynton und Jassen Cullimore) ebenso wie das Stürmertrio Radek Dvorak, Ville Peltonen und Richard Zednik.
Los Angeles Kings (11. Platz im Westen, 53 Punkte) Status: unentschieden
Die Kings haben ein Zwischenhoch. Hält dies an, werden sie an der Deadline eher konservativ unterwegs sein, obwohl rund 12 Millionen Cap Space zur Verfügung stehen! Allenfalls ein Leihspieler wie Weight oder Tkachuk könnten kommen, um Rookie Oscar Möller zu entlasten. Fallen die Leistungen wieder ab, so dürften einige Veteranen zur Disposition stehen. Dazu gehören Kyle Calder, Derek Armstrong, Michael Handzus, Denis Gauthier Jr. und Sean O'Donnell.
Eines darf man bei LA aber nicht ausser Acht lassen: Wenn - aber nur wenn - einer der Top-Stars getradet werden sollte (Kovalchuk, Gaborik), dann stehen die Kings Gewehr bei Fuss!
Minnesota Wild (7. Platz im Westen, 57 Punkte) Status: unentschieden
Auch in Minnesota ist der Kuchen noch lange nicht gegessen. Die Wild drohen immer noch, aus den Playoffs zu fallen. In dem Fall wären die Verteidiger Skoula, Bergeron und Kurtis Foster (sofern er nach seinem komplizierten Beinbruch wieder fit ist) genauso weg wie Stürmer Stephane Veilleux und eventuell auch Goalie Niklas Bäckström. Mit dem Finnen möchte das Management gerne verlängern, die Gehaltsvorstellungen beider Seiten liegen jedoch noch weit auseinander.
Wenn die Wild am 4. März weiter im Playoffrennen sind, werden Namen von Leihspielern wie Nik Antropov interessant.
Montréal Canadiens (5. Platz im Osten, 64 Punkte) Status: Käufer
Die Canadiens werden an der Deadline als Grosseinkäufer auftreten, das gilt als ausgemacht. Nach dem verletzungsbedingten Saisonende von Center Robert Lang soll nun ein weiterer Top-6-Stürmer her. Die Namen Michael Nylander und Ryan Smyth hört man häufiger durch das Centre Bell geistern.
Viel wichtiger scheint allerdings der Erwerb eines echten Powerplay-Quarterbacks. Andrei Markov mag ein guter setup-man sein, so ein richtiger guter One-Timer geht den Canadiens seit den Abgängen von Sheldon Souray und dem vielseitigen Berner Mark Streit jedoch so richtig ab. Daher aufgepasst, wenn es an die Namen Pronger, Bouwmeester oder Kaberle geht - Gainey dürfte am Mitbieten sein. Problem: Auch mit Langs Verletzung stehen den Canadiens schmale 1,8 Millionen an Cap Space zur Verfügung, irgendjemand wird wohl gehen müssen...
Nashville Predators (12. Platz im Westen, 53 Punkte) Status: unentschieden
Das Sulzer-Team droht aus den Playoffs zu fallen. Als eines der offensivschwächsten Teams sucht Nashville händeringend nach einem treffsicheren Stürmer und bietet mit Dan Hamhuis einen gestandenen NHL-Verteidiger im Austausch an. Denkbar wäre z.B. ein Deal mit Buffalo (Ales Kotalik gegen Hamhuis, wenn der Tscheche sofort verlängert).
Sollten die Predators allerdings aus dem Rennen fallen, dann gibt es auch in Tennessee einen Ausverkauf: Die Verträge von Greg DeVries, Ville Koistinen, Greg Zanon, Joel Ward, Steve Sullivan, Vernon Fiddler, Radek Bonk und Scott Nichol laufen samt und sonders aus. Einzig Greg Zanon wollen die Predators unbedingt halten.
Sofern tatsächlich mehreren Verteidigern die Tür von aussen gezeigt wird, muss man sich in Bern Gedanken machen. In diesem Fall wäre zumindest ein AHL-Engagement von Roman Josi in der kommenden Saison denkbar. Und dass es sich lohnt, in der Franchise der Predators geduldig auf seine Chance zu warten, zeigt ja auch das Beispiel Alexander Sulzer.
New Jersey Devils (3. Platz im Osten, 71 Punkte) Status: Käufer
Die Devils haben sich auch ohne Martin Brodeur glänzend geschlagen und werden locker in die Endrunde einziehen. Gerne würde man sich in der Defensive verstärken und dabei einen richtig Guten holen, doch das leidige Thema ist der Cap Space.
Die guten 2 Millionen reichen zwar für einen Leihspieler, wenn man einen Star à la Pronger oder Bouwmeester holen möchte, dann muss auch Geld von der Gehaltsliste runter. Kandidat Nummer 1 ist dabei Brian Gionta, dessen 4 Mio. Cap Hit jedoch potentielle Interessenten abschrecken könnte.
New York Islanders (15. Platz im Osten, 37 Punkte) Status: Verkäufer
Bei Mark Streits Islanders dreht sich wohl bereits im Februar mehr um die Frage "Tavares oder Hedman", denn um die Trading Deadline. Die Saison der Isles ist trotz 38 Streit-Punkten bereits gelaufen. Mike Comrie, Bill Guerin und Doug Weight stehen ganz oben auf der Verkaufsliste, auf der sich auch Brendan Witt, Andy Sutton, Radek Martinek und Freddy Meyer wiederfinden.
Das Problem bei Bill Guerin ist die No-Trade-Klausel, ansonsten könnten bei den genannten Verteidigern eher die noch jeweils gutdotierten und mehr als eine Saison laufenden Verträge Probleme bereiten.
New York Rangers (6. Platz im Osten, 63 Punkte) Status: Käufer
Die Rangers drohen nach zuletzt indiskutablen Leistungen noch aus dem Playoffrennen hinauszurutschen. Dennoch wird Glen Sather an der Deadline nochmals zulegen möchten, vielleicht schon zuvor. Der Name Sean Avery geistert seit gut einer Woche wieder vermehrt durch den Big Apple, eine Wiederaufnahme der Skandalnudel ins Kader der Blueshirts scheint sehr wahrscheinlich.
Da die Rangers bereits jetzt nur rund eine Mio. Cap Space haben, wären sie bei einer Verpflichtung Averys praktisch optionslos. Lediglich ein Trade, der bezüglich des Cap Hits pari pari wäre, könnte noch funktionieren. An der Stelle von Petr Prucha würde ich zumindest schonmal die Koffer packen...
Ottawa Senators (13. Platz im Osten, 44 Punkte) Status: Verkäufer
Wer hätte das gedacht? Die Sens spielen eine Katastrophensaison und sind an der Deadline eines der grössten Auktionshäuser! Im Angebot? Laut den stets gut informierten Experten von TSN das ganze Team mit Ausnahme von Daniel Alfredsson.
Am wahrscheinlichsten wird man sich jedoch von Chris Neil und Filip Kuba trennen können. Deren Verträge laufen nämlich aus und der jeweilige Spielertyp (Neil: Bandenfräse mit locker sitzenden Handschuhen, Kuba: Powerplayquarterback) ist an der Deadline stark begehrt. Auch Christoph Schubert dürfte in den Genuss eines Luftwechsel kommen. Der Deutsche ist auch unter Cory Clouston aussen vor.
Und Martin Gerber? Der Emmentaler hat wie Schubert vom Trainerwechsel nicht profitieren können und fristet bis auf weiteres sein trostloses Dasein in der AHL. Sein gut dotierter Vertrag macht einen Trade auch nicht wahrscheinlicher. Immerhin ist Gerber nach der Saison unrestricted Free Agent.
Philadelphia Flyers (4. Platz im Osten, 65 Punkte) Status: Käufer
Die Flyers wollen, doch sie können nicht so ohne weiteres. Nur zu gerne würde GM Holmgren an der Deadline einen dicken Verteidigerfisch an Land ziehen - doch wie? Philadelphia hat ernsthafte Cap-Probleme und muss sich auf jeden Fall von einem Spieler trennen, um einen anderen holen zu können. Daher auch das kolportierte Angebot von Joffrey Lupul plus Scottie Upshall gegen Jay Bouwmeester.
Upshall ist übrigens der Flyer, den es am ehesten treffen dürfte. Der Vertrag des inzwischen geläuterten Kanadiers läuft nach der Saison aus. Dies tut auch das Arbeitspapier von Mike Knuble, doch der Veteran ist zu wertvoll, als dass man ihn ziehen lassen möchte. Interesse sollen die Flyers auch an den Herren Pronger und Tomas Kaberle haben, aufgrund der Cap Situation erscheint mir jedoch der Erwerb von Dan Hamhuis z.B. im Austausch gegen Lupul oder Upshall wahrscheinlicher. Indes scheint sogar Powerforward-Talent James van Riemsdyk nicht mehr unantastbar.
Eine weitere Option wäre es, sich von Cap-Monster Daniel Brière zu trennen. Den Albatross-Vertrag des schnellen Centers an den Mann zu bringen, erscheint reichlich schwierig, würde jedoch alle Probleme in Luft auflösen.
Luca Sbisa, der mittlerweile seine ersten Partien für Lethbridge absolviert hat, sollte die Deadline entspannt verfolgen können. Zu stark war der Eindruck, den der junge Verteidiger hinterlassen hat, als dass er ernsthaft zu einem Tradekandidaten werden könnte.
Phoenix Coyotes (13. Platz im Westen, 53 Punkte) Status: unentschieden
Die Coyotes dürfen sich noch berechtigte Hoffnungen auf die Playoffs machen. Sollte dies gelingen, könnte man nochmals die Centerposition stärken (wie wäre es mit Doug Weight oder Nik Antropov?). Sofern der Daumen jedoch in Richtung Süden zeigen sollte, könnten sich Derek Morris, Steve Reinprecht und Ken Klee gedanklich schon einmal mit neuen Arbeitgebern befassen. Für das richtige Angebot soll übrigens auch Olli Jokinen zu haben sein.
Pittsburgh Penguins (10. Platz im Osten, 57 Punkte) Status: Käufer
Die Pens drohen die Playoffs zu verpassen und sind gewillt, hohe Preise für entsprechende Hilfe zu bezahlen. Mit einem Cap-Space von 4,8 Millionen ist GM Ray Shero dazu auch durchaus in der Lage. Interesse hat man offenbar an Flügelstürmern. Die Namen St. Louis, Hejduk und Smyth fallen dabei des Öfteren, ebenso hat man Nik Antropov, Bill Guerin, Colby Armstrong und Chris Neil auf der Rechnung.
Gerade die drei erstgenannten dürften teuer werden. Zum Glück hat man mit Ryan Whitney einen überdurchschnittlichen Powerplay-Quarterback zu viel (der im Übrigen ein bisweilen lausiger Verteidiger ist...) und mit Jordan Staal einen Center, den man sich Cap-bedingt eigentlich nicht leisten kann. Dann ist da noch das latente Interesse an Jay Bouwmeester, der ebenfalls Ryan Whitney plus X kosten würde.
Saint Louis Blues (15. Platz im Westen, 50 Punkte) Status: Verkäufer
Raus aus dem Playoffrennen sind die Blues zwar nicht und auch die Rückkehr von Andy McDonald dürfte sich positiv auswirken aber sein wir mal ehrlich: Wahrscheinlich ist das nicht. Daher dürften die Blues Keith Tkachuk zum zweiten Mal innert zwei Jahren zu einem richtig heftigen Preis verschachern. Auch Dan Hinote könnte Interesse wecken.
San Jose Sharks (1. Platz im Westen, 79 Punkte) Status: Bedarf gedeckt
Die Sharks sind das beste Team im Westen und haben ein stehendes Kader. Allenfalls könnte man noch die Verteidigerposition sieben upgraden, müsste dann aber wegen dem Cap Space von gut 300 000 Dollar den jetzigen Platzhirsch Alexei Semenov abgeben. Ob dieser in der Liga jedoch Interesse wecken kann?
Tampa Bay Lightning (12. Platz im Osten, 47 Punkte) Status: Verkäufer
Der Lightning hat sich mit einem indiskutablen Saisonstart frühzeitig aus dem Playoffrennen gekegelt und steht aktuell im tabellarischen Nirgendwo. Daher schaut man, wie man sich durch Trades noch für die Zukunft stärken kann: addition through substraction...
Am wahrscheinlichsten "darf" Martin St. Louis seine No-Trade-Clause aufheben und zu einem anderen Team wechseln. Die Pens scheinen durchaus Interesse zu haben und können mit Staal/Whitney auch adäquates Tauschmaterial aufrufen.
Nicht zu vergessen sind die beiden Veteranen Mark Recchi und Gary Roberts, die mit ihrer Erfahrung für einen Stanley Cup Anwärter wertvolle Ergänzungen darstellen könnten. Ebenfalls verfügbar, falls gewollt, sind Matt Pettinger, Jason Ward, Chris Gratton, Marek Malik, Jamie Heward (falls bis zum 4. März wieder fit) und Cory Murphy.
Toronto Maple Leafs (11. Platz im Osten, 49 Punkte) Status: Verkäufer
Gespannt darf man auf die Leafs sein. Diese haben eine ganze Menge Tradematerial. Neben dem bereits erwähnten Tomas Kaberle sind dies Pavel Kubina, Jason Blake, Nik Antropov, Alexei Ponikarovsky, Dominic Moore, Ian White und Mike Van Ryn.
Bei Kubina ist ebenso wie bei Tomas Kaberle die No-Movement-Clause das Problem. Beide Spieler haben jedoch Bereitschaft zu einem Trade gezeigt und möchten - falls gefordert - eine Liste mit Teams einreichen, bei denen sie einen Trade akzeptieren würden. Und Achtung! Brian Burke ist Manager der Leafs, Chris Pronger eventuell auf dem Markt. Ein Schelm...
Vancouver Canucks (8. Platz im Westen, 56 Punkte) Status: Käufer
Die Canucks sollten ihr Zwischentief bald überwunden haben und wieder ein ernsthafter Playoffkandidat sein. Sie haben noch knapp 3 Mio. Cap Space, was den Erwerb eines weiteren Stürmers und eventuell auch eines weiteren Verteidigers möglich macht. Pronger, Hävelid und Kuba könnten die Defensive verstärken während Michael Nylander, Nik Antropov oder die Veteranen Tkachuk und Guerin für die Offensive in Frage kämen.
Und Vorsicht! Fallen die Canucks weiter ab, dann rollen die Köpfe grosser Namen. Es gilt als sicher, dass sich die Sedins und Mattias Öhlund die Angebote anderer Teams anhören werden. Diese drei wären also die ersten Kandidaten, sofern die Canucks noch in den Verkäufer-Modus gehen.
Washington Capitals (2. Platz im Osten, 72 Punkte) Status: Käufer
Die Caps werden an der Deadline sicher nochmals zuschlagen - aber nur dann, wenn sie Michael Nylander losbekommen. Der schwedische Center steht seit Saisonbeginn auf der Abschussliste und ist in der Liga recht begehrt.
Auf der Wunschliste steht ein Verteidiger, der die zweite Powerplay-Formation gefährlich machen kann und auch das bisweilen wacklige Unterzahlspiel der Caps stabilisieren kann. Die Namen Pronger, Schneider, Bouwmeester und Kaberle sollte man sich in diesem Zusammenhang merken. Sollte sich allerdings der kürzlich wieder in die NHL berufene Karl Alzner bewähren, so wäre der Verteidigerwunsch eventuell hinfällig.
Mit dem Verlust von Captain Chris Clark für den Rest der Saison, ist auch noch ein eher physisch orientierter Spieler auf der Wunschliste. Eventuell kann man Chris Neil aus Ottawa holen oder doch Ian Laperriere von den Avs loseisen.
Auch zu einem weiteren Goalie würden die Caps nicht nein sagen. Zwar hält Jose Theodore nicht wirklich schlecht, ob er sein Team in die Finals stoppen kann, erscheint ebenfalls fraglich.
Felix Waibel von www.ehc-gegengerade.de berichtete für hockeyfans.ch über die Einschätzung der NHL-Teams knapp drei Wochen vor Ende der Transferzeit.