Metallurg-Michail gegen ZSC-Christian. Wer gewinnt? (auf Bild klicken für MMS)




10 Gründe wieso der ZSC gewinnt, und wieso nicht.

Wer gewinnt die Champions Hockey League? Die ZSC Lions? Oder doch der europäische Titelhalter Metallurg Magnitogorsk? hockeyfans.ch suchte nach Argumenten bei grossen Fans der beiden Clubs.

Die ZSC Lions treten bald zu ihren zwei grössten Spielen der Clubgeschichte an. Im Finale der neuen Champions Hockey League. Noch nie stand ein Schweiz Team im Finale eines erstklassigen IIHF-Clubwettbewerbs. Gegen den vierfachen Sieger Metallurg Magnitogorsk wird es eine schwierige Aufgabe. Doch in einer hockeyfans.ch-Umfrage zeigen sich die Schweizer Fans optimistisch. 53 Prozent trauen den ZSC Lions den Sieg zu. Wir unterhielten uns mit Michail, einem Exil-Magnitogorsker, und Christian, einem Exil-Zürcher.



Michailvs.Christian
10 Gründe, wieso Metallurg gewinnt:   10 Gründe, wieso der ZSC gewinnt:
 
1. Die Russen sind einfach die Besten und Russland ein grossartiges Land! Wir haben alle vier Austragungen des European Champions Cup gewonnen, sind Eishockey-Weltmeister, gewannen im Basketball, den Eurovision Song Contest und beinahe die Euro 2008. Wer soll uns da noch stoppen?
 
  1. Die ZSC Lions holten die meisten Punkte aller Teams in der Champions Hockey League. Oder kurz gefasst: Wir sind die besten und bleiben es!
 
2. Die Paradelinie der ZSC Lions könnte, wenn überhaupt, im vierten Block von Metallurg auflaufen.   2. Adrian Wichser ist der CHL-Topscorer und auch Jean-Guy Trudel kommt noch vor dem ersten Metallurg-Spieler.
 
3. Metallurg ist das erfolgreichste Team Europas der letzten zehn Jahre und hat reichlich internationale Erfahrung mit dem Siegen. Wir gewannen dreimal den Europatitel. Und irgend so ein Turnier auf einem Schweizer Berg auch.   3. Die Eishockey-Stimmung in der Schweiz wird Metallurg einschüchtern. In Rapperswil wird es noch enger und lauter. Und wir haben erst noch Heimvorteil im zweiten Spiel. Weil wir so gut spielten und uns nicht gegen ein Team wie die Eisbären Berlin blamierten...
 
4. Wir haben eine eigene Eishalle und lassen uns nicht von Eiskunstläuferinnen, Pferden und Radfahrern verjagen!
 
  4. Die Slowaken im ZSC-Team werden im Bruderduell gegen Metallurgs Tschechen besonders motiviert sein.
5. Wiktor Raschnikow ist der reichere Geldgeber als Walter Frey. Ihr wisst was das heisst, oder?   5. Wir haben neben Slowaken-Power auch eine finnische Mauer, die seit Jahrzehnten fast nicht zu bezwingen ist.
 
6. Die Luft in Magnitogorsk ist so verschmutzt, dass es für die Schweizer schwieriger wird sich sportlich zu betätigen als auf einem Gletscher.
 
  6. Die ZSC Lions sind in einer riesigen Europa-Euphorie und liessen sich schon durch Finnen, Schweden und Tschechen nicht aufhalten.
7. Haben die ZSC-Spieler überhaupt schon mal bei -25 Grad gespielt?   7. Die ZSC Lions spendieren Gerüchten zu Folge eine Wodka-Happy-Hour vor dem Spiel für die Gastgeber.
 
8. Die Vorbereitung in der „Baza“ wird das Team mehr zusammenschweissen als eine Nacht im Hotel Asia.
 
  8. Das Hockey der ZSC Lions ist stählerner als jenes des Stahlwerk-Teams.
 
9. Jan Marek ist der beste Stürmer ausserhalb der NHL.   9. Das alte Hallenstadion hat die ZSC Lions vor verrauchter und verschmutzter Luft abgehärtet.
 
10. Metallurg weiss, wie man in der CHL ein Penaltyschiessen gewinnt. Aber soweit wird es ohnehin nicht kommen.   10. Sean Simpsons Defensiv-Konzept kann gegen die Russen zur Verzweiflung bringen wie jenes von Ralph Krueger bei den WM-Siegen über Russland in Basel (1998) und St. Petersburg (2000). Gibt es auf Russisch eigentlich ein Wort für „Defensive“?
 
Michail stammt aus Magnitogorsk, wo er einst im Stahlwerk arbeitete, bevor er nach dem Zerfall der Sowjetunion in die Schweiz zog. Eishockey war damals noch kein grosses Ding, doch er verfolgt das Team über seine zwei Meter grosse Satellitenschüssel. Die einzige Verbindung zu seiner Heimat bis auf seinen Lada, mit dem er in die Schweiz gefahren ist, und seinen Stahlarbeiterhelm des Magnitogorsker Metallurgischen Kombinats. Bloss ein Trikot hat er nicht. „Zu Sowjet-Zeiten hat man in der Stadt keine Trikots verkauft“, sagt er.   Christian ist in der Region Zürich aufgewachsen und verfolgte den Zürcher SC schon zu Zeiten, als er Spieler Kult nannte, die heute kaum mehr jemand kennt. Seine damaligen Idole sind weg – bis auf den Radioreporter Walter Scheibli und dessen gelben Pullover. Die Zeiten haben sich natürlich geändert. Christian ist wie Michail ebenfalls in die weite Welt gezogen (ok, nicht ganz so weit), sieht das Team aber hie und da als Fotograf immer noch. Und auch wenn er es deshalb nie anziehen darf, hat er daheim natürlich sein ZSC-Trikot auf Lager.