Sean Simpson und Colin Muller (hinten) wollen in der Champions Hockey League den Gruppensieg. Foto: Thomas Oswald (auf Bild klicken für MMS)





Die ZSC Lions und ihr schwerer Gang nach Schweden

Von Andreas Bernhard

Am Mittwoch beginnt auch für den Schweizer Meister das Abenteuer CHL (Champions Hockey League). Die ZSC Lions treten in der Gruppe D gegen den schwedischen Vize-Meister Linköping zu ihrem ersten Gruppenspiel an. Werden sie ihre Sache besser machen als der SC Bern?

Sean Simpson mag den Schluss dieser Einleitung überhaupt nicht: "Warum müssen die Medien gleich so negativ schreiben? Wir haben die grossartige Möglichkeit unser Eishockey in einem internationalen Wettbewerb zu vertreten. Anstatt begeistert darüber zu schreiben, folgen nur negative Schlagzeilen. Das kann ich nicht verstehen." Simpson war sehr enttäuscht, als er die Berichte nach dem Spiel des SC Bern in Jönköping gelesen hatte: "Wie kann man erwarten, dass ein Schweizer Eishockeyverein in Schweden einen schwedischen Topclub schlägt? Wie sieht es denn aus, wenn die Schweizer Nationalmannschaft gegen die Schweden spielt? Da wird auch von niemandem ein Sieg verlangt. Man soll die Realitäten nicht aus den Augen verlieren."

Ein Sieg der Lions gegen Linköping käme einer tatsächlich Überraschung gleich, die mit dem Sieg der Schweizer gegen die Schweden an der vergangenen WM in Kanada gleichzusetzen wäre. Für Sean Simpson ist klar, dass die ZSC Lions als klarer Aussenseiter in dieses Spiel gehen: "Wir nehmen diesen Wettbewerb sehr ernst. Wir haben uns sehr gut vorbereitet und trotzdem ist ein Sieg in Schweden nicht planbar." Linköping spielt bisher eine sehr gute Saison und gilt als sehr heimstark. Sie haben von bisher 13 Spielen in der schwedischen Eliteliga sieben gewonnen und belegen hinter dem Brynäs IF aus Gävle den zweiten Rang. Kein Team hat mehr Tore geschossen und weniger Tore erhalten als Linköping. Der beste Scorer der Mannschaft wurde schon von Schweizer Torhütern gefürchtet. Jaroslav Hlinka belegt in der Skorerliste der Eliteliga den siebten Platz mit zwar nur einem Tor und aber 12 Assists. Der ehemalige Klotener ist der verlängerte Arm des tschechischen Trainers Slavomir Lener. Mit Jan Hlavac steht ein zweiter tschechischer Stürmer im Kader der Schweden, der ebenfalls eine Schweizer Vergangenheit aufweist. Hlavac kam bei Servette in 42 Spielen auf 34 Punkte (12 Tore, 22 Assists). Dass Jaroslav Hlinka nicht minder gefährlich ist zeigen seine Werte für die Kloten Flyers. In 121 Spielen erzielte er 48 Tore und 78 Assists.

Die Schweden haben bereits ein Spiel in der CHL bestritten. In Tschechien verloren sie gegen Slavia Prag mit 2:4. "Wir haben das Spiel von Linköping in Prag genau analysiert und wissen, wie wir gegen sie antreten müssen, um eine Chance zu haben", meint Sportchef Peter Iten gegenüber hockeyfans.ch. Die Zielsetzung der Lions in der CHL ist klar. Sie wollen die Gruppe D gewinnen und in die Halbfinals vorstossen. Sean Simpson und Peter Iten sind sich einig, dass die Lions das Schweizer Eishockey so gut wie möglich vertreten wollen. In der Gruppe D ist eine reine Löwengrube. Alle drei Teams haben den König der Tiere als Wappentier. Löwen fechten ihre Revierkämpfe mit aller Härte aus. Meist bis zum Tod des Gegners. Der überlebende erbt das Revier oder in diesem Fall den Platz im Halbfinale.

Da in der CHL keine Ausländerbeschränkung gilt, kann Trainer Sean Simpson aus dem Vollen schöpfen. Zu den üblichen Ausländern Ari Sulander, Radoslav Suchy, Peter Sejna, Domenico Pittis und Jean-Guy Trudel wurde auch Blaine Down von den GCK Lions ins Team geholt. Sean Simpson: "Ich erwarte von ihm zusätzliche Impulse. Zudem gibt er mir mehr Freiheiten im Coaching."