Behalten die SCL Tigers gegen Ambrì die Nase vorne? Foto: Pascal Gabriel (auf Bild klicken für MMS)



Aus vier mache zwei

Von Urs Berger, Roland Jungi

Der Kampf wird heiss um das rasche Saisonende unter den letzen vier Teams der Liga. Wir sehen dabei den HC Lugano und die SCL Tigers als Favoriten. Der HC Ambrì-Piotta ist zu einer Überraschung fähig. Der EHC Basel startet als klarer Aussenseiter in die Serien.

   
HC Lugano EHC Basel 
Lage:  
Schlottern die Knie? Hängen die Köpfe auf Eishöhe? Müssen die Südtessiner bangen vor der Ligaqualifikation? Sie kennen die Knochenmühle Abstiegsrunde nicht aus eigener Erfahrung. John Slettvoll muss viel psychologisches Geschick anwenden, um nicht in den Strudel der Negativserie zu kommen.   Eine Saison lang konnten sich die Basler auf diese Serie vorbereiten. Man leistet sich in der Schlussphase der Qualifikation sogar den Luxus, mit einem kleinen Trainingslager zu Hause, sich auf diese Partien vorzubereiten. Zwei Mal Eistraining täglich war angesagt. Doch nützt dies gegen den HC Lugano?   Vorteil
Basel
Plus:  
Die grosse Erfahrung in den Playoffs gepaart mit der Routine vieler engen Spiele.   Die grosse Erfahrung in den Play-outs, gepaart mit einem Pferdeflüsterer als Trainer.   Vorteil
Lugano
Minus:  
Der Torhüter kann ein Schwachpunkt sein. Und wenn nicht, sorgt Präsident Rossi für genügend Unruhe im Umfeld um in die Ligaqualifikation zu müssen   Das Toreschiessen ist der Schwachpunkt der Basler. Doch wenn Aebischer viel nach vorne abprallen lässt...   Vorteil
Lugano
Fazit:  
Der EHC Basel hat nichts zu verlieren. Der HC Lugano alles. Enge Spiele oder hohe Niederlagen - alles möglich. Auch eine Überraschung. Doch am Ende sollte es Lugano richten können.   Tipp: 4:2
Stimmen:  
Sandy Jeannin: "Wir haben es verpasst, uns für die Play-Offs zu qualifizieren. In unserem Team ist es uns aber auch bewusst, dass wir nicht immer das beste Eishockey gezeigt haben. Es ist unsere Aufgabe, die Playouts so schnell als möglich zu den Akten zu legen. Das Potenzial im Team ist vorhanden. Wir müssen dies jetzt abrufen, sind wir doch unseren Fans eine Wiedergutmachung schuldig. Wir müssen die Favoritenrollen übernehmen."   Beat Kaufmann: "In den letzten vier Wochen konnten wir ein hartes Training absolvieren. Nach dieser harten Phase stelle ich fest, dass wir gut vorbereitet an die Spiele gegen den HC Lugano gehen werden. Es ist völlig vermessen, die Tessiner nicht in der Favoritenrolle zu sehen. Dies macht es uns leichter. In der Qualifikation haben wir immer wieder gute Leistungen gegen Lugano gezeigt. Ich bin überzeugt, dass es uns gelingt, die eine oder andere Überraschung zu erreichen."    
   
SCL Tigers HC Ambrì-Piotta 
Lage:  
Juhui, die SCL Tigers feiern das 10-jährige NLA-Jubiläum in den Playouts. Welche Pein muss dies für die Spieler sein. Pein? Nein, es war sehr viel Pech in der Qualifikation dabei. Ansonsten wären die Langnauer in den Playoff.   Ambrì hat Probleme. Seit Jahren. Diese wurde durch das kongeniale Duo Domenichelli und Trudel überblendet. Nun ist Trudel weg. Und Westrum war ein guter Ersatz. Das Problem liegt eher an der Bande. Doch dies soll sich nach dem Willen der Klubleitung ändern.   Vorteil
SCL Tigers
Plus:  
Die Jubiläums-Playouts helfen den Tiger. Sie werden dies umzusetzen wissen.   Mit den Fans im Rücken zu Hause kaum zu knacken. Die Hymne "La Montanara" wird noch einige Male erklingen.   Vorteil
Ambrì-Piotta
Minus:  
Die Verteidigung muss noch ausgeglichener werden. Der Torhüter muss noch besser abgeschirmt werden.   Auch hier ist die Verteidigung gefragt. Ein weiterer Schwachpunkt kann Trainer Jan Talcil sein. Er muss lernen, seine Spieler gewähren zu lassen.   Vorteil
SCL Tigers
Fazit:  
Beide Teams sind sich die Play-outs gewohnt. Doch den Ausschlag in dieser Serie werden die physischen Spieler sein. Denn die Physis ist in den Play-outs wichtig. Und hier haben die Langnauer mit Matthias Joggi einen der besten Spieler in dieser Sparte.   Tipp: 4:2
Stimmen:  
Heinz Schlatter: "Es ist schade, dass es uns nicht gelungen ist, ab Donnerstag in den Playoffs zu spielen. Nun herrscht in den Köpfen unserer Spieler ein Gefühl der Leere. Dieses gilt, bis zum Anpfiff gegen Ambrì, aus den Köpfen zu eliminieren. Die Qualifikation ist Geschichte. Wir konzentrieren uns nun auf die Playouts. Dies wird eine offene Serie geben. Das Recht, die Serie zu Hause zu starten, wird dabei eine zentrale Rolle einnehmen. Dennoch weise ich Ambrì die Favoritenrolle zu."   Erik Westrum: "Die Tatsache, dass ich bester Scorer der Liga wurde, zählt nicht mehr. Ich bin enttäuscht, dass wir nur in den Playouts spielen müssen. Wir wissen um unsere Stärken und werden diese in der Serie gegen die SCL Tigers zeigen und umsetzen. Die Emmentaler sind die Favoriten. Dennoch haben auch eine Verpflichtung gegenüber unseren Fans. Dies heisst: In jedem Spiel eine Topleistung abzuliefern. Schade ist, dass es nicht zum Tessiner Derby gekommen ist."