Nati will in Lausanne das Feuer entfachen

Von Martin Merk

Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft steht in diesen drei Tagen anlässlich des Skoda Cup in Lausanne auf dem WM-Prüfstand. In der hockeyverrückten Stadt möchte man innerhalb der Mannschaft und zum Publikum das Feuer entfachen für die nächste WM in Kanada, aber auch für die WM 2009 vor heimischem Publikum. Gegner sind Deutschland, Frankreich und die Slowakei.

"75 Prozent der Spieler werden an der WM dabei sein", sagt Ralph Krueger, der im Gegensatz zu seinen anfänglichen Tagen als Schweizer Nationaltrainer vor zehn Jahren über ein weitaus grösseres Spielerreservoir verfügt und in all den Meisterschaftspausen zahlreiche Spieler beobachten und entdecken kann - wie etwa Roman Wick, der mit drei Länderspielen unerfahrenste Spieler. 68 Länderspiele Erfahrung hat Kruegers Mannschaft im Schnitt, Ivo Rüthemann hat mit 198 die meisten.

Auf diese Saison hin hat die Swiss Ice Hockey Association das Turnier von Basel in die weniger moderne, aber voraussichtlich besser gefüllte Lausanner Malley-Halle. Das Feuer des begeisterungsfähigen Publikums in Lausanne soll das Feuer entfachen, um das Nationalteam zu Höchstleistungen zu bringen und in Hinblick auf die WM 2009 für mehr Popularität zu sorgen.

Zwei Gegner kennen die Schweizer bestens von den bisherigen Turnieren. Die Slowakei ist der namhafteste Gegner und wurde letztes Jahr als Skoda Cup-Sieger entthront. Die Slowaken sind mit einem Länderspiel-Schnitt von 43 Spielen weniger erfahren, kleiner und leichter als die Schweizer. Wie üblich, werden nur wenige Spieler dieser Mannschaft den Sprung ins WM-Kader schaffen, wenn einige Nordamerika-Legionäre frei werden. Trotzdem gehören die Slowaken anhand der bisherigen Erfahrungen zum engen Favoritenkreis. Drei NLA-Spieler gehören zu jenen, welche in Lausanne um WM-Chancen kämpfen: Der Verteidiger Stanislav Hudec (Basel) sowie die Stürmer Juraj Kolnik (Servette) und Peter Sejna (ZSC Lions).

Eine Art Geheimfavorit könnte die Truppe aus Deutschland darstellen. Der Nationaltrainer Uwe Krupp experimentiert in Lausanne nicht mehr mit dem Kader herum, sondern hat das bestmögliche Aufgebot beisammen, um hier den WM-Ernstfall zu erproben. Krupp gibt sich jedoch bescheiden: Die Franzosen seien auf Augenhöhe, die Schweizer und Slowaken dagegen weit weg und ein Sieg wäre eine Überraschung.

Gegen die Franzosen hatte Krupps Mannschaft 2006 den sofortigen Wiederaufstieg geschafft, die Franzosen kamen ein Jahr später rauf und sind in der Schweiz Gruppengegner. Auch für Krueger wird damit zumindest jenes Spiel zur Hauptprobe, trifft man sich doch in Québec wieder. Auch die Franzosen treten mit der bestmöglichen Besetzung an und spielen an ihrem eigenen Heimturnier, dem Mont-Blanc-Turnier, mit einer B-Mannschaft. Grösster Abwesende ist Berns Sébastien Bordeleau, der in den letzten Jahren nicht mehr für die Nationalmannschaft gespielt hat. Mit Laurent Meunier (Servette) und Antoine Lussier (La Chaux-de-Fonds) stehen zwei National League-Spieler im erfahrenen Kader Frankreichs.