Fotos: Swiss Pond Hockey 2008 (auf Bild klicken für MMS)



Küsnacht erster Pond-Hockey-Meister

Von Martin Merk

Zurück zu den Wurzeln lautete das Motto der ersten Schweizer Pond-Hockey Meisterschaft auf dem gefrorenen Champfèrsee bei Silvaplana im Kanton Graubünden. Der erste Titel ging jedoch nicht eines der zahlreichen Lokalmatadoren, sondern an die Flachländer aus dem zürcherischen Küsnacht.

Pond-Hockey ist als Disziplin in Europa in den Kinderschuhen, weshalb das Turnier von Ende Januar in Silvaplana auch das erste dieser Art in der Schweiz war. Besser bekannt ist Pond-Hockey in Nordamerika, doch selbst in Neuseeland hat es Turniere. Die Regeln gehen auf die Ursprüngen des Eishockeys zurück: Alles ist simpler, auch weil auf dem Natureis die Banden fehlen, die durch kleine Schneebarrieren ersetzt werden. Wie die "Banden" sind auch die Tore nicht allzu viel höher als der Puck, nämlich 20 Zentimeter. Schlittschuhläuferisch und technisch begabte Spieler kommen mehr zum Zug als Scharfschützen und Checker.

16 Mannschaften nahmen bei Silvaplana auf 1800 Höhenmetern teil auf sechs Eisfeldern von 20 mal 40 Metern Grösse - etwas kleiner als ein reguläres Eishockey-Feld. Gespielt wird mit vier gegen vier Spieler über 30 Minuten mit einer fünfminütigen Pause und ohne Auswechslungen. Die Partien begannen unter dem Sternenhimmel und Flutlicht der kalten Freitagnacht und gingen bei schönstem Bergwetter umgeben von den Engadiner Alpen weiter. Für die Hobby-Spieler ging es an den ersten Abenden im grossen Festzelt zur Pond Hockey Night mit gemütlichem Zusammensein weiter.

Am Sonntag waren die Endspiele angesagt und im Finale setzten sich die K to the F's aus Küsnacht gegen den SC Celerina 1 durch. Die Turnierverantwortlichen um Menduri Kasper (Tourismuskoordinator von Silvaplana) und Hannes Tschudi zeigten sich mit der ersten Austragung zufrieden und wollen das Turnier auch im kommenden Jahr durchführen mit dem Ziel von 40 Mannschaften.

Schon bald steht jedoch der nächste Event vor der Türe: die siebte, jährlich stattfindende Weltmeisterschaft in Kanada unter dem Motto "Die Art, wie das Spiel zum Spielen gedacht war". Stolze 120 Mannschaften, hauptsächlich aus Kanada und den USA, sind registriert, jedoch nehmen auch acht Teams aus dem Rest der Welt teil: aus Ägypten, den Bermudas, Deutschland, Grossbritannien, Lettland, Puerto Rico sowie die Montreal Maroons aus dem aargauischen Baden. Gespielt wird innerhalb von vier Tagen auf 20 Eisfeldern und mit tausenden von erwarteten Zuschauern.